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Tools Die besten Adblocker für Android und iOS.

Adblocking Apps gibt es sowohl für Android als auch für iOS.
Adblocking Apps gibt es sowohl für Android als auch für iOS. - Foto: Amir Farouk
Ob Android oder iOS: Nervende Werbung macht auch vor dem Smartphone nicht Halt. Die futurezone zeigt die besten Methoden, um der lästigen Einblendungen Herr zu werden.

Egal ob PC, Tablet, Smartphone oder mittlerweile sogar Smart TV: Werbeeinblendungen sind bereits auf allen Geräten zu finden. Unglücklicherweise ist Werbung im Internet mit der Zeit zu einer immer größeren Belästigung geworden. Für Tablet und Smartphone optimierte Seiten werden oft mit Banner zugepflastert und leiten teilweise sogar zu Pop-Ups um.

Sowohl für Android also auch iOS gibt es einige Methoden, um dem Banner-Wald Herr zu werden oder ihn zumindest auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Kleine Auswahl für Android

Wer auf einem Android Gerät Werbung beseitigen möchte, hat, obwohl man anders vermuten würde, nur eine sehr begrenzte Anzahl an Möglichkeiten. Da Google den Großteil seines Geldes mit dem Verkauf von Werbung verdient, ist der Suchmaschinen-Gigant logischerweise eines der größten Opfer von Adblockern. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Google ein Adblock-Plugin für Samsungs Browser aus dem Playstore warf.

Suche ich im Playstore nach Werbeblockern, ist die Auswahl dementsprechend klein. Genau zwei Apps bieten die Entfernung von Werbung an, bei beiden handelt es sich jedoch um eigene Browser und keine Plugins.

Mit einer Million Downloads ist der Adblock Browser der Eyeo GmbH die beliebteste Blocking-App im Store. Die Entwickler, die sich auch für das bekannte Browser-Plugin „Adblock Plus“ verantwortlich zeichnen, setzen bei ihrer Android-Version auf einen Firefox als Unterbau mitsamt integriertem Plugin.

Zweifelhafte Browser-Alternative

Während der Browser viele Werbeinhalte zuverlässig entfernt, gibt es auch den ein oder anderen Wermutstropfen. Entwickler Eyeo ist bereits mehrfach mit Erpressungsvorwürfen in Verruf gekommen, da das Unternehmen eine sogenannte „Acceptable Ads“ Liste führt.

Hier lassen sich Werbefirmen, unter anderem auch Google, gegen Bezahlung eintragen, um ihre Werbung trotz aktiviertem Adblocker anzeigen zu lassen. Zwar lässt sich die Liste deaktivieren, standardmäßig ist sie jedoch aktiv. Dies erklärt wohl auch, warum der Eyeo Browser als einer der wenigen Adblocker-Apps im Playstore vertreten ist.

Ebenfalls problematisch ist der Firefox-Unterbau. Dieser ist im Vergleich zum Chrome-Browser für Android deutlich langsamer und somit nur eine schwache Alternative.

Firefox unterstützt Plugins

Wer mit der Geschwindigkeit von Firefox kein Problem hat, aber nicht auf Eyeo setzten will, kann Werbung auch über den Firefox-Browser blockieren. Die Android-App von Mozilla unterstützt von Haus aus Plugins, was zum Beispiel die Installation von „uBlock Origin“ ermöglicht, eine der beliebtesten Adblock Plus Alternativen.

Eines haben alle über den Playstore verfügbaren Blockier-Möglichkeiten jedoch gemeinsam: Werbung und Tracker werden nur innerhalb des Browsers, nicht aber in anderen Anwendungen blockiert. Wer auch in Apps und Spielen unerwünschte Einblendungen loswerden möchte, muss auf Android schwerere Geschütze auffahren.

Rooten ist Pflicht

Wer wirklich überall werbefrei unterwegs sein möchte, muss auf Android einen Schritt weitergehen. Ist das eigene Smartphone oder Tablet gerootet, kann man das Problem an der Wurzel packen. Die wohl beliebteste Anwendung für gerootete Geräte ist AdAway. Die von F-Droid entwickelte Applikation lädt nach der Installation eine vordefinierte Liste an zu blockenden Inhalten herunter und legt diese als Hosts-Datei im System ab.

Nach erfolgreichem Neustart des Gerätes ist die neue Hosts-Datei aktiv und blockiert unerwünschte Werbeeinblendungen systemweit. Was jedoch auch AdAway nicht schafft ist die Sperre von Trackern sowie Social Media Widgets.

Apple deutlich entspannter

Apple Nutzer kommen seit der Veröffentlichung von iOS 9 in den Genuss von Werbeblockern. Zur Überraschung vieler implementierte der Konzern aus Cupertino einen neue Schnittschnelle ins Betriebssystem, die die Entwicklung von Adblockern ermöglicht.

Über den Appstore kann ich aus einer Vielzahl an Adblockern wählen und diese auf meinem Gerät installieren. Über die Einstellungen von Safari kann dann unter dem Menüpunkt „Inhalte-Blocker“ der installierte Werbeblocker aktiviert werden.

Da die Auswahl an Adblockern für iOS mittlerweile recht groß ist, fällt es relativ schwer, das für sich passende Angebot zu finden. Empfehlenswert ist beispielsweise „1Blocker“ von Salavat Khanov. Das Plugin ist kostenlos und bietet umfangreiche Optionen zur Entfernung von Werbung, Tackern und Widgets.

Tracker und Cookie-Hinweise entfernen

Nutzer werden hier jedoch nicht vor vollendete Tatsachen gestellt. So kann ich verschiedene Benutzerdefinierte Regeln erstellen und einzelne Blocker bei Bedarf hinzufügen und abschalten. Neben dem Blockieren von Werbung oder Trackern ermöglicht 1Blocker auch das Entfernen von Social Media Widgets, EU-Cookie-Hinweisen und alternativen Schriftarten sowie die Sperre von Webseiten mit pornographischen Inhalten.

Während zum Beispiel Werbe- oder Trackerlisten vordefiniert sind und regelmäßig vom Entwickler aktualisiert werden, gibt es auch die Möglichkeit, von mir gewünschte Websites auf eine Whitelist zu setzten und damit von den Blocking-Regeln auszunehmen. Außerdem können Cookies und Seitenelemente eingetragen werden, falls „1Blocker“ an manchen Stellen nicht alle unerwünschten Inhalte zu fassen bekommt.

Neben der Befreiung von lästiger Werbung sowie Nutzer verfolgenden Mechanismen, bringen Adblocker auf iOS noch einen weiteren Vorteil: Webseiten laden spürbar schneller und das eigene Datenvolumen wird geschont, da die in Werbebannern enthaltenen Bild- und Videodateien erst gar nicht geladen werden.

Nur ein Jailbreak kriegt sie alle

iOS wäre aber kein Apple-Produkt, wenn es nicht auch Einschränkung gäbe. Die ins System integrierte Funktion zum Blockieren von Inhalten greift nämlich nur im Apple-eigenen Browser Safari. Andere Browser oder eigenständige Apps bleiben von den Plugins unberührt und können weiterhin Werbung einblenden.

iOS-Nutzer, die auch hier einen Blocker wünschen, kommen um einen Jailbreak nicht herum. Damit kann über den alternativen Software Store "Cydia" der wohl beliebteste Blocker namens "Minimal Host Blocker" geladen werden.

Die über eine eigene Repo erhältliche Erweiterung kümmert sich neben Safari auch um eine Vielzahl von anderen Apps und blockiert sowohl Werbebanner als auch Pop-Ups, wie sie oft in kostenlosen Spielen vorkommen.

Fazit

Sowohl für Android als auch iOS gibt es Möglichkeiten, Werbung zu blockieren. Ungewöhnlich ist dabei, dass Google deutlich zugeknöpfter als Apple in dieser Angelegenheit agiert.

Während iPhone- und iPad-Nutzer mit den verfügbaren Plugins äußerst zufriedenstellende Blocker erhalten, müssen sich Android-Nutzer mit deutlich weniger zufriedengeben. Eines haben aber beide System gemeinsam: Wer systemweit Werbeinhalte blockieren will, kommt um Rooting bzw. einen Jailbreak nicht herum.

(futurezone) Erstellt am 14.02.2016, 06:00

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