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Österreich 15 Start-ups, die 2013 für sich erobern wollen.

Foto: rts
Die heimische Start-up-Szene wuchs 2012 - vor allem dank Smartphone-Boom - weiter. Das neue Jahr geht gleich eine ganze Reihe von Gründern an, die heuer groß durchstarten wollen. Zwar gibt es einige Start-ups, die sich an Endnutzer richten, doch eines ist klar: Der Trend in Österreich geht stark Richtung Business-to-Business (B2B).

2012 war ein wichtiges Jahr für die österreichische Start-up-Szene: Runtastic aus Linz haben Anfang des vergangenen Jahres gezeigt, dass eine heimische Jungfirma gar ins Hardware-Geschäft einsteigen kann. Der Automatisierungs-Dienst Wappwolf hat mit einem Rebranding den Sprung ins Silicon Valley gewagt. Finderly wurde beim futurezone Award zum Start-up des Jahres gekürt. Und beim Pioneers Festival glänzte Wien als europäische Start-up-Hauptstadt .

2013 schicken sich einige neue Start-ups aus Österreich an, an die Erfolge anderer Jungfirmen im Hightech- und Internet-Bereich anzuschließen. Die futurezone stellt 15 Start-ups aus Österreich beziehungsweise mit starkem Österreich-Bezug vor (in alphabetischer Reihenfolge):

1. Blossom.io
In der österreichischen Start-up-Szene wird man um den Web-Dienst von Thomas Schranz, Allan Berger und Nik Graf 2013 nur schwer herumkommen. Denn Blossom.io als Online-Management-System richtet sich dezidiert an Start-up-Projekte, die schnell Web- und Smartphone-Applikationen an den Start bringen wollen. Produkt-Teams bei Twitter und Facebook nutzen Blossom.io bereits, das dabei hilft, den Entwicklungs-Prozess z.B. eines neuen Features effizient zu managen. Zum derzeitigen Early-Adopter-Preis von 9 Dollar/Monat kann man den Web-Dienst bereits nutzen - und das Blossom.io-Team somit auch eine Einnahmequelle vorweisen.

2. Codeship
Ehemals Railsonfire, soll Codeship so etwas wie ein Turboboost für Web-Programmierer sein. Das von Wien nach Berlin ausgewanderte Start-up rund um Gründer Moritz Plassnig (Ex-STARTeurope) bietet anderen Start-ups und Software-Firmen eíne Testumgebung für ihre Applikationen in der Cloud. Dort können mit Ruby on Rails, Go, Java, Node.js, PHP und Python programmierte Applikationen auf Vordermann gebracht und in Folge einfach und schnell an den Enduser weitergegeben werden. Codeship verrechnet für seine Dienste eine monatliche Gebühr zwischen 9 und 50 Dollar. Mit Seedcamp-Investment im Rücken will Codeship Mitte 2013 das gesamte Team in die USA verlegen.

3. Helioz
Der Publikumsliebling des Pioneers Festival war eindeutig das Wiener Start-up Helioz. Das 13-köpfige Team rund um CEO Martin Wesian hat mit seinem sozialen Projekt bereits viele Herzen erobert: Ein intelligenter Aufsatz für PET-Flaschen namens WADI kann in Entwicklungsländern Nutzer informieren, ob das Wasser in der Flasche trinkbar ist. Die mit Wasser gefüllte Flasche muss nur in die Sonne gelegt werden, wenn alle schädlichen Inhalte abgetötet sind, gibt WADI grünes Licht zum Trinken. Unternehmen sollen die WADI-Sensoren finanzieren und bekommen dafür Werbefläche auf den Flaschenaufsteckern.

4. Indoo.rs
Ausgestattet mit Förderungen von inits, AWS, Frequentis und Departure sowie dem Preis “Best Young Entrepreneur IT/e-Commerce 2012”, könnte 2013 ein erfolgreiches Jahr für Indoo.rs werden. Das junge Team bietet App-Entwicklern ein SDK für Indoor-Navigation. Will etwa ein Flughafen, ein Einkaufszentrum oder ein Krankenhaus die Besucher durch Räumlichkeiten lotsen, in denen es keinen GPS-Empfang gibt, grift Indoo.rs auf geomagnetische und WiFi-Signale zurück, um akurat die Position des Nutzers zu bestimmen. Die Nutzung des SDKs ist kostenpflichtig und soll dem Wiener Start-up künftig Einnahmen bringen.

5. Lernstift
Das Salzburger Ehepaar Falk und Mandy Wolsky arbeiten gemeinsam mit Werbetexter Daniel Kaesmacher an einem neuartigen elektronischen Schreibgerät. Der Lernstift soll Kindern beim Schreibenlernen helfen und vibriert, wenn man sich verschreibt - Fehler werden sensorisch spürbar gemacht. Neben einem Rechtsschreib-Modus soll es auch einen Schönschreib-Modus geben, geplant sind außerdem ein Netzwerk-Modul zur Computer-Anbindung sowie eine offene Plattform zur Entwicklung von Apps. Ein Prototyp wurde bereits entwickelt, ab Jänner 2013 will das kleine Team über eine Crowdfunding-Plattform zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Euro sammeln.

6. LineMetrics
Das von Wolfgang Hafenscher und Rainer Nowak gegründete Start-up LineMetrics hat sich dem sperrigen Thema der “Maschinendatenerfassung für den Mittelstand” verschrieben. In der Praxis bedeutet das: Die vom Produktionsunternehmen selbst innerhalb einer Stunde in Betrieb genommene Plug & Play LineMetrics Datenlogger-Box übermittelt Output von Produktionsmaschinen an das Online-Portal, wo die Daten und Kennzahlen übersichtlich dargestellt werden. So sollen Betriebe die Effizienz der maschinellen Produktion erhöhen können, ohne selbst eine IT-Abteilung dafür abstellen zu müssen. LineMetrics nimmt für seinen Dienst ein monatliches Nutzungsentgelt.

7. MercuryPuzzle
Das derzeit achtköpfige Team von MercuryPuzzle aus Wien und München will mit einer Jobvermittlungs-Plattform das ihrer Meinung nach “meist verschwendetste Gut weltweit” besser zugänglich machen: Talent. Per Facebook-Login und wissenschaftlichen Persönlichkeitstests sollen Arbeitnehmer den perfekten Arbeitgeber vermittelt bekommen. Zur Zeit befindet sich die Plattform aber noch in der Testphase, die mit Partnern wie Microsoft, Swisscom oder der ProSiebenSat1 Media AG durchgeführt wird.

8. PickThatPlace
Das von dem Österreicher Günther Palfinger mitgegründete Start-up PickThatPlace mit Büros in Salzburg und München will Geschäftsinhaber und Kunden mittels QR-Code näher zusammenbringen. Mit der iPhone-App kann man an Geschäften angebrachte Codes scannen und das Lokal zu seinen Favoriten hinzufügen. Die Geschäftsinhaber bekommen von PickThatPlace für eine Jahresgebühr von 50 Euro eine mobile Seite und Präsenz in der App und können in Folge Angebote an die Nutzer aussenden. Empfehlungsfunktinen via SMS, E-Mail, Facebook und Twitter sollen die Angebote zusätzlich weiterverbreiten.

9. Tractive
Wohin ist die Katz´schon wieder verschwunden? Diese Frage will das Paschinger Start-up Tractive Katzen- und anderen Haustierbesitzern am Smartphone beantworten. Offiziell gestartet auf der Hightech-Messe CES in Las Vegas, soll Soft- und Hardware Konsumenten im ersten Quartal 2013 zur Verfügung stehen. Ein GPS-Sender für das Tier warnt dann den Besitzer, wenn es einen vordefinierten Bereich verlässt. “Social” soll das Ganze auch noch sein: Per Facebook-Integration in der Smartphone-App soll man Informationen zum Tier (z.B. Fotos) einfach in dem Online-Netzwerk teilen können.

10. Usersnap
Die auf Web-Applikationen spezialisierte Wiener Firma La Gentz KG bietet Betreibern von Webseiten mit Usersnap ein neuartiges System für User-Feedback an. Anstatt umständlich Feedback-Formulare auszufüllen, können z.B. Betatester einer Webseite mit dem Tool einfach einen Ausschnitt der Webseite markieren, einen Text dazutippen oder per virtuellem Stift bemalen - ein Screenshot davon wird dann an den Betreiber der Webseite geschickt. Die Nutzung kostet je nach Umfang der Funktionen zwischen 16 und 211 Dollar pro Monat.

11. Visalyze
Wie der Name schon erahnen lässt, geht es bei Visalyze um Datenvisualisierungen. Unterstützt von AWS und CAST (Center for Academic Spin-offs Tyrol), will das Start-up aus Innsbruck die Social-Media-Daten (z.B. Postings von Facebook, Twitter) seiner Nutzer zu schönen Grafiken verarbeiten. So sollen etwa Interaktionen von Firmen mit Usern leichter interpretierbar sein, als es mit faden Statistiken möglich ist - und das in Echtzeit. Das Business-Modell ist nach “Freemium” gestrickt: Basisfunktionen sollen gratis sein, wer mehr will, wird zur Kasse gebeten.

12. Work.io
Mittlerweile in New York und Berlin ansässig, wurde Work.io von Bruno Haid, Flo Lauber und Luca Hammer im Wiener Coworking Space sektor5 gegründet. Das Ziel: Einen Online-Marktplatz für Wissensarbeiter aufbauen und die deren Arbeitswelt revolutionieren. Work.io ist der Vermittler zwischen Arbeitgebern und jenen, die diese Projekte realisieren. Bei den Aufträgen handelt es sich in erster Linie Recherchen aller Art, etwa Marktanalysen oder Produktvergleiche. Work.io arbeitet derzeit intensiv daran, die richtigen Nutzer - sowohl Anbieter von Jobs als auch Jobsuchende - auf die Plattform zu locken.

13. Xeer
Am Pioneers Festival hat es das Start-up Xeer von Michael Hofbauer und Jürgen Brüder ins Top-50-Finale geschafft, für den Sieg hat es nicht gereicht. Nichtsdestotrotz hat es sich in EPU-Kreisen bereits herumgesprochen, dass Xeer einen interessanten Online-Dienst zur Belegverwaltung bietet. Für eine Monatsgebühr zwischen 15 und 60 Euro kann man auch per Smartphone-Kamera Belege sammeln, Rechnungen erstellen, Eingaben/Ausgaben verwalten und sogar Buchhaltung, Lohnverrechnung und Steuererklärung machen lassen.

14. Zoomsquare
Andreas Langegger und Christoph Richter (Ex-iJoule) haben es sich mit der Gründung von Zoomsquare zum Ziel gesetzt, die Suche nach Immobilien im Internet zu revolutionieren. Die in Entstehung befindliche Plattform geht Ende des Monats in die Testphase. Künftig sollen Umgebungsinfos zu den gefundenen Immobilien (eine Karte mit den nächsten U-Bahn-Stationen, Einkaufsmöglichkeiten, Grünflächen, Kindergärten, Schulen, etc.) angezeigt werden. Zusätzlich wird es die Möglichkeit geben, gefundene Objekte einfach vergleichen zu können. Der Markt ist groß: Laut Zoomsquare suchen 800.000 Österreicher pro Jahr nach ihrer Traumimmobilie. Zoomsquare ist nach dem Freemium-Modell aufgebaut: Nutzer sollen für Zusatzfunktionen bei der Suche zahlen, Basisfunktionen sind gratis.

15. 42matters
Zwar ist 42matters in Zürich ansässig, hat mit dem Vorarlberger Michael Breidenbrücker aber prominente Unterstützung aus Österreich erhalten. Der ehemalige Chef des Internet-Radios Last.fm (2007 für 270 Mio. Dollar an CBS verkauft) berät 42matters in Strategiefragen und sitzt außerdem im Verwaltungsrat. Die kleine Firma hat sich auf die Entwicklung von Apps spezialisiert, die den Nutzern Empfehlungen für Android-Programme gibt. Über die Apps "Playboard" und "AppAware" soll 42matters pro Tag mehr als 30.000 Zugriffe an den PlayStore von Google weiterleiten - kauft der User dort eine App, erhalten die Schweizer eine Provision.

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(futurezone) Erstellt am 16.01.2013, 06:00

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