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Österreich Drei-Orange-Fusion kann starten .

Foto: Helmut Fohringer, apa
Der Bundeskartellanwalt Alfred Mair wird gegen die Übernahme von Yess durch Telekom Austria keinen Rekurs einlegen, auch die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) stimmt zu. Damit kann der Zusammenschluss von Drei und Orange offiziell beginnen. Insgesamt sind knapp vier Millionen Kunden betroffen.

„Jetzt stehen nach langen und intensiven Verhandlungen der letzten Monate endlich alle Ampeln der Übernahme von Orange Austria durch Hutchison 3G Austria auf Grün." Drei-Chef Ian Trionow ist die Erleichterung anzumerken. In den Firmenzentralen von Orange und Drei war die Unruhe in den vergangenen Tagen zu spüren. Am 17. Dezember wollte BWB-Chef Thanner bekannt geben, ob er einen Rekurs gegen den Yesss-Verkauf an A1 einlegen werde.

In der Branche rechnete man sogar damit, dass er sich bis zum letztmöglichen Tag, 28. Dezember, mit seiner Stellungnahme Zeit lassen würde, doch die erlösende Entscheidung kam am Freitag. Quasi als Weihnachtsgeschenk gaben sowohl Bundeskartellanwalt Alfred Mair als auch die BWB in einer Aussendung bekannt, dass sie gegen die Übernahme von Yesss durch Telekom Austria keinen Rekurs einlegen würden. Das bedeutet, dass der Zusammenschluss von Drei und Orange nun offiziell beginnen kann.

10 Monate Kontrolle
Der Übernahme des Mobilfunkers Orange durch den kleineren Mitbewerber Drei (Hutchison) hat sich über fast zehn Monate gezogen. Am 3. März hat der KURIER erstmals berichtet, dass Drei den Mobilfunker Orange für 1,3 Milliarden Euro kaufen wird. Voraussetzung für den Deal: Drei müsse Sendemasten, Antennen und die Orange-Diskonttochter Yesss an die Telekom Austria für 390 Millionen Euro weiterverkaufen dürfen. A1 hat sich für Yesss und das Equipment interessiert.
Die Mobilfunk-Hochzeit musste von EU, Telekom-Regulierungsbehörde RTR, Kartellgericht und Bundeswettbewerbsbehörde genehmigt werden.

Im November wurde bekannt, dass die EU – mit Auflagen – für den Deal ist. Drei hatte das Angebot mehrmals nachgebessert. Auf Basis der EU-Entscheidung gab es auch von der RTR grünes Licht, die wegen der Übertragung der Frequenzen von einem zum anderen Betreiber gemäß § 56 Telekommunikationsgesetz ein Prüfverfahren des Drei-Orange-Kaufs einleiten musste. Das Kartellgericht schließlich gab bei der Linzer Wirtschaftsjuristin Christine Zulehner ein wirtschaftswissenschaftliches Gutachten in Auftrag, in dem der Zusammenschluss von Telekom Austria/Yesss! wettbewerbsökonomisch beurteilt wurde. Auch sie hatte keine Einwände gegen den Deal.

Digitale Dividende
Die Entscheidung ist auch wichtig für die mobile Zukunft Österreichs. So kann nun endlich das Vergabeverfahren der „Digitalen Dividende" wieder aufgenommen werden.  Die RTR wird nämlich – idealerweise 2013, wahrscheinlich aber erst 2014 – die  „Digitale Dividende" zur Versteigerung ausschreiben. Dabei handelt es sich um die durch die Digitalisierung des Rundfunks frei gewordenen Frequenzen. Diese sind für den LTE-Ausbau wichtig, um Österreich mit schnellem mobilem Breitband zu versorgen.

Orange wird jedenfalls sehr rasch als Marke aus Österreich verschwinden, da Orange Österreich Lizenzgebühren an die Mutter Orange Frankreich überweisen musste.

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(Thomas Prenner) Erstellt am 21.12.2012, 12:15

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