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Supercomputer IBMs Watson holt Geld für Citigroup heraus.

Foto: IBM
Der Rechner, der die Menschheit in "Jeopardy!" schlug, wird künftig Chancen, Risiken und Kunden-Vorstellungen für die drittgrößte US-Bank analysieren. IBM wird prozentuell an den generierten Einnahmen beteiligt und sieht das milliardenschwere Analyse-Geschäft als "nächstes großes Ding".

IBM wird seinen Supercomputer Watson demnächst in die Dienste der US-Bank Citigroup stellen. Nach seinem Triumph über die Menschheit bei der Quizshow "Jeopardy!" vor einem Jahr, analysierte Watson Daten für die Krankenversicherung WellPoint. Nun soll der Computer an der Wall Street Chancen, Risiken und Kunden-Vorstellungen identifizieren  und dabei Geld für Auftraggeber Citigroup sowie IBM herausholen. Wie Bloomberg berichtet, geht IBM von zusätzlichen Einnahmen bis 2015 im Milliarden-Dollar-Bereich aus, die aus einer prozentuellen Beteiligung an den Citigroup-Einnahmen stammen, die durch Watsons Einsatz generiert werden.

"Das nächste große Ding"
Finanzdienstleistungen seien "das nächste große Ding" für IBM, gibt Watson-Cheftechniker Manoj Saxena zu Protokoll. Watson-Biograf Stephen Baker geht von einem durchschlagenden Erfolg für den Supercomputer aus: "Er kann durch Zeitungs-Artikel, Dokumente, SEC Filings (offizielle Finanzerklärungen, Anm.) gehen und versuchen, daraus einen Sinn zu machen, sie in einen Kontext zu setzen, der Banken interessiert: Geringes Risiko." Dass Watson menschlichen Kollegen dabei in gewisser Weise überlegen ist, zeigt sich an folgender Zahl: Der Computer kann 200 Millionen Seiten in drei Sekunden lesen und verstehen.

Schwächen bei Social Media
Nicht zuletzt wird der Watson-Einsatz auch als Marketing-Plus für Citigroup gesehen. Der Computer wird vorerst allerdings ausschließlich in der Risiko-Analyse tätig sein. Das Portfolio-Management überlässt man weiterhin menschlichen Angestellten. Obwohl dem Superrechner viel zugetraut wird, ist Watson nicht perfekt, merkt Saxena an. In anderen Sprachen außer Englisch ist das System schwach, mit Social-Media-Daten von Facebook oder Twitter tut sich der Computer ebenfalls schwer. Aber auch hier zeichnen sich Fortschritte ab.

IBM visiert für das Jahr 2015 Gesamteinnahmen von 16 Milliarden Dollar im Bereich Analyse an. Watson könnte laut dem von Bloomberg zitierten Finanzanalytiker Ed Maguire alleine 2,65 Milliarden Dollar beisteuern.

(futurezone) Erstellt am 07.03.2012, 08:00

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