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futurezone Netztest A1 hat das beste Handynetz des Jahres 2015.

Foto: Kurier/ Christa Breineder
A1 konnte sich beim jährlichen futurezone Netztest durchsetzen und die stärkste Leistung abliefern. Die Aufholjagd des Jahres hat der Mobilfunker Drei hingelegt.

Bereits zum dritten Mal in Folge führte die futurezone einen österreichweiten Netztest durch, bei dem die drei großen Mobilfunknetze von A1, Drei und T-Mobile miteinander verglichen wurden. Es sind die einzigen Mobilfunknetze, die in Österreich funken. Betreiber wie Bob,  Yesss oder die Hofer-Mobilfunkmarke HoT mieten sich jeweils nur bei den großen Betreibern ein.

Um möglichst realistische Bedingungen zu erzielen, wurden für die Messungen Smartphones verwendet, wie sie auch der Alltagsnutzer im Einsatz hat. Insgesamt zwei Monate waren mit den Geräten ausgestattete Tester in ganz Österreich unterwegs und haben Tausende Messungen durchgeführt. 

futurezone Netztest
Foto: du KURIER-Infografik

Fokus auf Daten

Der Netztest hatte 2015 eine Besonderheit vorzuweisen: Vormessungen und die Erfahrungen der vergangenen Jahre ergaben, dass bei der Sprachqualität alle Mobilfunker nahezu gleichauf liegen. Aus diesem Grund wurde der Fokus der Messungen und des Vergleichs rein auf die Datendienste gelegt. Das macht auch deswegen Sinn, da 2015 ganz im Zeichen des Ausbaus  des neuen Mobilfunkstandards LTE bzw. 4G stand. Nach einigen Verzögerungen ist 4G nun auch bei den meisten Handynutzern in Österreich angekommen und wird rege genutzt. Darum waren hier auch die größten Verschiebungen zu erwarten. Das hat sich auch bestätigt: Während A1 mit einer Gesamtpunktzahl von 1180 von 1300 möglichen Punkten wie bereits im  Vorjahr an erster Stelle liegt, konnte Drei durch den aggressiven Ausbau von LTE starke Zugewinne erzielen und T-Mobile überholen. Mit 1078 Punkten wäre es dem Mobilfunker sogar fast gelungen zum Erstplatzierten A1 aufzuschließen.  T-Mobile liegt mit 874 Punkten in diesem Jahr klar abgeschlagen an dritter Stelle. 

futurezone Netztest
Foto: du KURIER-Infografik

Daran zeigt sich abermals die Bedeutung von LTE. Drei hat den Ausbau 2015 im August laut eigenen Angaben abgeschlossen. 98 Prozent des Landes will man so mit schnellem, mobilem Internet versorgen.  Seit der Übernahme des Konkurrenten Orange im Jahr 2012 habe Drei dafür jährlich dreistellige Millionenbeträge in den LTE-Ausbau investiert, wie Jan Trionow, Chef des Mobilfunkers, angab. Zum Vergleich: Beim Konkurrenten T-Mobile plant man Ende des Jahres 90 Prozent zu versorgen, erst Ende 2016 will man 97 Prozent erreichen. Die Investitionen von Drei tragen nun offenbar Früchte: Die Aufholjagt hat die Netztest-Experten besonders beeindruckt. „Vom dritten Platz in einem Jahr dicht auf den Platzhirschen aufzuschließen, ist  beeindruckend“, so Jürgen Dalmus, Leiter des Testteams. Besonders im nächsten Jahr könnte es daher spannend werden, wie das Rennen weitergeht. 

futurezone Netztest
Foto: du KURIER-Infografik

Hohes Niveau

Bei den Messungen lag der Fokus nicht auf Spitzenwerten, wie sie die Netzbetreiber gerne bei Produktbeschreibungen oder Werbungen heranziehen. Ziel des Tests war es festzustellen, wer seinen Kunden in Österreich eine gute durchschnittliche Down- und Uploadgeschwindigkeit bietet. Als gut werden in diesem Fall eine Downloadrate von 16 Mbit und eine Uploadrate von zwei Mbit definiert. Dieses Ziel haben im Schnitt alle drei österreichischen Netze erreicht.  Das zeigt, dass  die Netze aller österreichischen Handyfirmen auf einem sehr hohen Niveau operieren. Zwar sind Unterschiede bei der Geschwindigkeit messbar, im Alltag dürfte man als durchschnittlicher Nutzer jedoch meistens nur wenig davon bemerken.  Aus diesem Grund werden es wohl zunehmend Faktoren wie Preis und Service sein, die bei der Wahl des Mobilfunkers eine ausschlaggebende Rolle spielen.

So wurde der Test durchgeführt

Um möglichst akkurate Ergebnisse zu erzielen, die auch die tatsächlichen Gegebenheiten in Österreich widerspiegeln, wurden zwei verschiedene Systeme für die Messung genutzt. Hauptmesssystem war das Metricell AutoMobile. Herzstück des Systems sind gewöhnliche Smartphones, wie sie auch Tausende Mobilfunkkunden in Österreich verwenden, wie etwa Samsungs Galaxy S6 oder Motorolas Moto G. Gleichzeitig kam das Focus Infocom XGMA als Kontrollsystem zum Einsatz. Jenes ist mit einer Außenantenne ausgestattet, weswegen die Datenraten bei den Messungen in der Regel höher sind, als sie Endkonsumenten mit gewöhnlichen Smartphones erleben. Aus diesem Grund sind diese Messwerte nicht in die Auswertung miteingeflossen. Sie  wurden herangezogen, umfestzustellen, ob die erhobenen Daten schlüssig sind. 

Getestet wurden Up- und Downloads mit verschiedenen Datenübertragungsprotokollen. Insgesamt wurden innerhalb von zwei Monaten  in ganz Österreich rund 220.000 Messungen durchgeführt. Gemessen wurde dabei sowohl in Ballungszentren, wie der Bundeshauptstadt und den Landeshauptstädten, als auch in ländlichen und abgelegeneren Gebieten. Ziel war es, einen Durchschnittswert zu berechnen, der die tatsächlichen Bedingungen möglichst genau widerspiegelt. So wurde ein Punktesystem erarbeitet, um die Ergebnisse miteinander zu vergleichen. Die Maximalpunktezahl beträgt 1300 Punkte. 

Gemessen wurde dieses Jahr durch Dalmus Commercial Agency, die Auswertung erfolgte durch Metricell Ltd.

 

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(futurzeone) Erstellt am 29.10.2015, 06:00

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