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Ausprobiert Allrad-Tesla zeigt hohe Haftung und Stabilität im Schnee.

Tesla Model S beim "Snow Driving"-Event in Tirol
Tesla Model S beim "Snow Driving"-Event in Tirol - Foto: Holger Schaper
Bei einem "Snow Driving"-Event in Tirol zeigt sich, dass man mit einem Tesla Model S keine Pirouetten im Schnee drehen kann.

Eigentlich muss der Tesla Model S nichts mehr beweisen. Die Elektrolimousine aus den USA gilt als Vorreiter der Mobilität der Zukunft. Hohe Reichweiten dank großer Akkus, eine Bedienung im Smartphone-Stil, drahtlos ausgelieferte Updates, die dem Fahrzeug neue Fähigkeiten verleihen und ein ständig wachsendes Netz an Schnellladestellen zum kostenlosen Stromtanken haben Teslas Model S zum begehrten Statussymbol gemacht.

Der Hype rund um das Auto wird durch zahlreiche YouTube-Videos der enthusiastischen Besitzerschaft verstärkt, in denen Beifahrer durch "wahnsinnige" Beschleunigung zum Staunen gebracht werden oder der Autopilot die Steuerung übernimmt. Mit einem eigenen "Snow Driving"-Event in Tirol versuchte Tesla nun, das Model-S-Erlebnis um die Facetten Sicherheit und Fahrspaß im Schnee zu bereichern. Die futurezone war dabei.

 

Zwei Motoren

Auf einem abgesperrten Gelände im Tiroler Pitztal hat Tesla mit Hilfe des ÖAMTC einen Parcours auf Schnee errichtet, auf dem verschiedene Übungen durchlaufen wurden. Gefahren wurde mit den Model-S-Variante 70D, P85D und P90D. Das "D" steht für Dual. Die Fahrzeuge besitzen zwei Motoren, einen an der Vorder-, einen an der Hinterachse.

Im Gegensatz zu konventionellen Antrieben wird Allrad also nicht durch einen Motor und die mechanische Verteilung der Antriebskraft auf alle vier Räder erzeugt, sondern durch die separate Motorisierung von Vorder- und Hinterachse. Laut Tesla soll dies eine bessere Gewichtsverteilung ermöglichen und mehr Haftung bringen. Beim Slalom-Fahren zeigte sich, dass das zutrifft.

Drift-Muffel

Selbst auf eisigem Untergrund setzen sich die zwei bis 2,2 Tonnen schweren Model-S-Varianten schnell in Bewegung. Noch besser geht es mit der "Schlupfstart"-Option, die wie alle anderen Fahrzeugeinstellungen auf dem großen 17-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole gewählt wird. Dort kann man auch modellabhängig das Fahrwerk anheben.

Kommt man in Kurven ins Rutschen, neigt der Model S zum Untersteuern. Selbst bei vollem Lenkereinschlag während der Fahrt bricht das Heck nicht aus. Absichtlich driften kann man nur, wenn man stark verzögert und dann bei Vollgas den Lenker einschlägt.

Ausweichen

Hohe Haftung auf Schnee zeigten die Fahrzeuge auch bei einer weiteren Übung. Dabei musste man auf einer Gerade beschleunigen und dann vor einem Hindernis links oder rechts ausweichen. Die Richtung gab ein ÖAMTC-Fahrtechniker vor. Das sichere Fahrgefühl verleitete einige Teilnehmer dazu, mehr Risiko zu nehmen. Das resultierte dann in einem geplatzten 21-Zoll-Reifen oder einem im Tiefschnee abgetauchten Tesla.

Während des Fahrens wünschten sich viele Fahrer geradezu, dass ihr Untersatz ein wenig ungestümer wäre. Einigen Teilnehmern sah man deutlich an, dass sie Kurven mit durchdrehenden Reifen gerne driftend durchfahren hätten. Ein nicht abschaltbares elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) im Model S macht diesen Wunsch zunichte.

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Vom Herumdüsen zugeschneit im Pitztal - Foto: David Kotrba

Fazit

Der Tesla Model S zeigt im Schnee hervorragende Qualitäten, vor allem was Stabilität und Sicherheit betrifft. Das Fahrzeug ist selbst bei wilden Lenkmanövern kaum aus der Ruhe zu bringen. Pirouetten Drehen geht nicht, selbst wenn man sich bemüht. Ein weiterer Test auf einer Schleuderplatte wäre in diesem Punkt spannend.

Am Ende des "Snow Driving"-Tages zeigt sich nur ein klarer Nachteil gegenüber Autos mit Verbrennungsmotor. Die Restreichweite sank aufgrund des durchgehend rasanten Betriebs unverhältnismäßig schnell im Vergleich zur tatsächlich zurückgelegten Strecke. Aber so funktioniert Elektromobilität: Weiter kommt, wer gleitet statt rast.

(futurezone) Erstellt am 22.01.2016, 06:00

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