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Spielethek Archiv für Videospiele aus Österreich startet.

Foto: Gamelab
Gamelab.at ist eine Datenbank, in der Details zu Spiele aus Österreich verzeichnet werden. Mitarbeiter, Entwicklungsdauer, Inhalte sowie Bilder und Videos werden dort archiviert und zugänglich gemacht. Langfristig will die Initiative auch die Spiele selbst für die Nachwelt spielbar aufbewahren.

Während Bücher seit Jahrhunderten und Filme seit Jahrzehnten in Archiven für die Nachwelt sorgsam gelagert werden, ist es um die Aufbewahrung von Computerspielen weiterhin schlecht bestellt. Obwohl seit den späten 1970er-Jahren Spielautomaten, Konsolen und auch PCs Jugendliche wie auch Erwachsene begeistern und unterhalten, gibt es kaum Initiativen, die sich der Archivierung verschreiben. Nur ab und an werden Games in Sammlungen aufgenommen – so sind beispielsweise seit diesem Freitag im Museum of Modern Art in New York 14 Videospiele permanent in der Design-Sektion ausgestellt.

Auch die historische Dokumentation ist lückenhaft und speziell auf lokaler Ebene kaum ausgeprägt. Während weltweite Hits und große Konzerne noch gut erfasst sind, ist über den Werdegang kleinerer Firmen kaum etwas bekannt.

Archiv für heimische Spiele-Produktionen
Dieses Manko will – zumindest in Österreich – eine neue Initiative beheben: Gamelab.at, das am Freitag im Zuge eines Subotron-Vortrags (Andreas Lange, Computerspielmuseum Berlin) vorgestellt wurde, will zum zentralen Archiv für Computerspiele werden, die in Österreich entwickelt wurden. „Wir wollen eine detaillierte Datenbank schaffen, die als Landkarte der nationalen Branche dient", sagt Simon Wallner. Er ist einer der Initiatoren, die Gamelab ehrenamtlich betreuen.

Landkarte der österreichischen Branche
In den nächsten Wochen geht die Datenbank online. Verwendete Software, Mitarbeiter, Fördermittel oder auch Auszeichnungen – jedes relevante Detail wird erfasst. Auch Ausbildungsstätten, Geldgeber, Künstler und Wissenschaftler werden eingetragen. Diese Daten können dann herangezogen werden, um die österreichische Entwickler-Szene und das Netzwerk besser darstellen und verstehen zu können. „Man wird sehen, welcher Programmierer an der TU studiert und schon bei Firma X gearbeitet hat. Alles wird offen sein", sagt Wallner.

Beiteiligung erwünscht
Das Team hat bereits Daten gesammelt. Firmen, Historiker oder auch Fans, die Informationen beisteuern, sind aber gerade in der Anfangsphase mehr als willkommen. Sie können Daten an Gamelab schicken, die es nach einer Prüfung ins System einpflegt. Während der Status Quo recht schnell erfasst sein wird, sieht Wallner die größte Herausforderung in der geschichtlichen Aufarbeitung. Projekte und Personen aus den 1980er oder 1990ern zu finden, wird schwierig werden.

Spiele spielbar bewahren
Neben Daten, Texten, Bildern und Videos soll langfristig auch ein Archiv für die eigentlichen Spiele entstehen. So wie man ein altes Buch oder einen Film immer noch nutzen kann, soll dies auch mit Spielen möglich sein. Derzeit scheitert es oft an der Hardware, die dafür gar nicht ausgelegt ist. „iOS-Spiele kann man als Institution nicht archivieren. Das hängt alleine von Apple ab", sagt Wallner.

Da Spiele auch für die unterschiedlichsten Systeme programmiert werden, müssen die passenden PCs, Konsolen oder Automaten mit aufbewahrt werden. „Langfristig ist das unser Plan. Momentan fehlen hier jedoch die Mittel und der Platz", sagt Wallner. Um dies zu realisieren, sind Kooperationen mit staatlichen Museen angedacht. Auch eine Kooperation mit Subotron, Österreichs zentraler Anlaufstelle für digitale Spielkultur, steht im Raum. „Es ist ein tolles Projekt, das ein Baustein für eine größere Idee sein kann. Es macht Sinn, hier die Kräfte zu bündeln", so Subotron-Direktor Jogi Neufeld.

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(futurezone) Erstellt am 02.03.2013, 06:00

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