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Barrierefreiheit "Blue Beanie Day" 2014: Ein Tag für Webstandards.

"Blue Beanie Day": Mit blauen Hauben auf Webstandards aufmerksam machen
"Blue Beanie Day": Mit blauen Hauben auf Webstandards aufmerksam machen - Foto: Robert Lender
Am Sonntag wird zum achten Mal der "Blue Beanie Day" gefeiert. Auch in Österreich wird ein Zeichen für Webstandards gesetzt.

Vor etlichen Jahren schrieb Jeffrey Zeldman das Buch "Designing with Webstandards". Abgesehen vom Inhalt schuf das Cover eine kleine Bewegung. „Im Zentrum des Coverbildes war eine große blaue Haube zu sehen. Menschen griffen dieses Bild auf, setzten blaue Hauben auf und änderten an einem Tag im Jahr ihr Profilfoto“, erinnert sich der Wiener Blogger Robert Lender.

Der "Blue Beanie Day" war geboren: Menschen mit blauen Hauben, die ein Zeichen für Webstandards setzen. Der erste "Blue Beanie Day" fand am 26. November 2007 statt, Ein paar Jahre später war auch der Tag selbst standardisiert: an jedem 30. November eines Jahres wurde und wird er gefeiert und jährt sich jetzt schon zum achten mal.

Barrierefreiheit

Insbesondere im deutschsprachigen Raum nahmen Web Accessibility Aktivistinnen diese Idee auf. Schon 2007 "enterten" einige den "Tag der Barriererfreiheit" (eine Veranstaltung des Sozialministeriums) und luden Anwesende (u.a. eine Staatssekratärin) ein, sich mit einer blauen Haube zu fotografieren. Diese sind noch bei Beate Firlingers "talking caps Flickr Album" zu finden.

Um das Ganze nicht zu einer Art (auch wenn man das zumindest vor 2014 nicht kannte) "IceBucketChallenge" verkommen zu lassen, gab es immer wieder zusätzliche Aktionen (z.B. die TabParade 2008) um nicht die blaue Mütze sondern das Thema im Vordergrund zu halten. 

Webstandards

„Vielen Internet Nutzerinnen und Nutzern ist es nicht bewusst, dass es so etwas wie Standards im Web gibt“, führt Lender (einer der Promoter des Blue Beanie Day in Österreich) aus und ergänzt: „Einerseits ist es gut so. Gerade weil sie Standards sind, bemerkt man sie nicht. Sie fallen nur dort auf, wo sie fehlen bzw. nicht angewendet werden.“

Nur durch eine gemeinsame Definition der Hyper Text Markups Language (HTML) kann (fast immer) jeder Browser jede Website richtig darstellen. An diese Standards wird auch aktuell immer weiter gearbeitet.

Auch für viele behinderte Menschen gibt es ohne Webstandards keine Möglichkeit das Internet in sinnvoller Weise zu nutzen. Dazu dienen insbesondere auch die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0.

Der "Tag der blauen Hauben" 2014

Blogger Robert Lender gibt erste Tipps rund um den Blue Beanie Day 2014 und dokumentiert den Tag. Wer das Ganze live mit verfolgen will, der/die kann dies auf der "BBD14 Social Media Wall",die sich rund um den 30. November sicherlich noch stärker befüllen wird. Deutschsprachige NutzerInnen finden sich in einer eigenen Facebook Gruppe. Wie bei allen Social Media Aktionen gilt: Hashtag #bbd14 nicht vergessen.

Macht das überhaupt Sinn?

Über Aktionismus kann man immer diskutieren. Die Aktionen rund um den "Blue Beanie Day" zeigen, dass man durchaus da und dort Interesse, Aufmerksamkeit erzeugen und manches vielleicht auch ändern kann. Oder wie es einer der Blue-Beanie-Aktivisten einmal sagte: „Blaue Hauben können nicht das Web verändern, aber die Menschen können es, die diese Hauben aufsetzen.“

Über den Autor

Martin Ladstätter

Martin Ladstätter ist Leiter des Wiener Beratungszentrums für Selbstbestimmtes Leben (BIZEPS - Zentrum für Selbstbestimmtes Leben) und ist Mitglied des Unabhängigen Monitoringausschuss zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie des Menschenrechtsbeirates der Volksanwaltschaft.

(futurezone) Erstellt am 27.11.2014, 06:00

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