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Online-Banking Banken verabschieden sich von Papier-TANs.

Online-Banking
Online-Banking - Foto: Gina Sanders/Fotolia
Eine Richtlinie der Europäische Bankenaufsichtsbehörde verlangt seit Sommer 2015 starke Zwei-Faktoren-Authentifizierung bei Online-Banking. Papier hält sich noch hartnäckig.

Mit dem ersten August 2015 sind neue Vorgaben der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde in Kraft, die unter anderem vorsehen, dass bei Online-Banking die Zwei-Faktoren-Authentifizierung verwendet werden muss. TAN-Listen (TAN steht für Transaction Authentication Number) auf Papier, die früher weit verbreitet waren, sind damit als alleiniger Schutz nicht mehr zulässig. "Das gesamte System muss den Anforderungen der Bankenaufsicht genügen. Eine Lösung mit Papier-TAN und Fingerabdruck-Scan wäre etwa denkbar", sagt Klaus Grubelnik von der Finanzmarktaufsicht gegenüber der futurezone. Als Grund für die neuen Regeln wird von den Banken die mangelnde Sicherheit der Papierlösung angeführt. In Österreich geht die Umstellung schleppend voran.

Sicherheit

Dass die Verwendung von per SMS versendeten Zugangscodes tatsächlich sicherer ist, ist zwar strittig, aber die neuen Regeln müssen von den Banken umgesetzt werden. Gerade bei Phishing-Attacken soll das SMS-System, das die Papier-Listen meist ersetzt, laut den Finanzinstitutionen besseren Schutz bieten als Papier-TANs. "Bei perfekter Handhabung mögen Papier-TANS vielleicht sogar sicherer sein, aber die Menschen sind unachtsam und bewahren sich die TAN-Listen beispielsweise oft mit Verfügernummern und Passwörtern gemeinsam auf. Das ist problematisch. Beim SMS-System gibt es sehr wenige Schadensfälle", sagt ein Bank-Austria-Sprecher der futurezone. Wenn etwas passiert, haften in der Regel die Banken für entstandene Schäden. Viele Institute bieten ihren Kunden als Alternative zum SMS-System auf Nachfrage auch als sicherer geltende TAN-Generatoren, das sind kleine Geräte, die Codes für Überweisungen generieren.

Papier noch in Verwendung

In Österreich gibt es teilweise aber trotz der neuen Regeln noch Papier-TAN-Listen. Die Finanzmarktaufsicht hat die Banken aufgefordert, die neuen Regeln bis Ende 2016 umzusetzen. "Das ist derzeit etwas kompliziert, weil auf europäischer Ebene schon die zweite Generation der neuen Regeln beschlossen wurde", sagt Grubelnik. Die futurezone hat bei großen österreichischen Banken nachgefragt, ob noch Papier-Tans im Einsatz sind. Bei Raiffeisen und Bank Austria ist die Umstellung laut den Pressestellen bereits abgeschlossen, es werden keine Papier-TANs mehr verwendet.

Bei Erste Bank und Sparkassen läuft die Umstellung derzeit. Bei der BAWAG PSK gibt es noch Papier-TAN-Listen, ein entsprechendes Projekt zur Umstellung "ist aber im Laufen", wie es aus der Pressestelle heißt.

 

Werdet Ihr Papier-TANs vermissen?

(futurezone) Erstellt am 19.02.2016, 13:28

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