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Verkehr DriveNow: Wien erhält neuen "Free Flow"-Carsharing-Dienst.

TV-Star Larissa Marolt beim DriveNow-Start in Wien
TV-Star Larissa Marolt beim DriveNow-Start in Wien - Foto: APA/ Martin Hörmandinger
Der neue Car2Go-Konkurrent DriveNow sieht sich als Premium-Anbieter. Zum Start des eigenen Dienstes in Wien werden 400 BMWs und Minis bereitgestellt.

DriveNow nennt sich ein neuer Carsharing-Dienst, der am Freitag offiziell in Wien gestartet wurde. Das Joint-Venture von BMW und dem Autovermieter Sixt ist in Deutschland bereits in mehreren Städten präsent. Nun wird eine 400 Stück starke Autoflotte, bestehend aus Mini Cabrios, Mini Countryman, BMW 1er und BMW X1 in Wien bereitgestellt.

 

Free Flow

Wie bei Car2Go handelt es sich bei DriveNow um einen "Free Flow"-Carsharing-Dienst. Autos müssen also nicht wie bei Zipcar oder Flinkster an eigenen Leihstationen abgeholt und abgestellt werden, sondern werden mit Hilfe einer App auf öffentlichen Parkplätzen vorgefunden. Abgestellt werden müssen die Autos in einem 81 Quadratkilometer großen Geschäftsgebiet.

Bezahlt wird bei DriveNow pro Minute. Tank und Kilometer sind im Preis inkludiert. Die Kosten belaufen sich je nach Fahrzeugtyp und Jahreszeit (Cabrio im Sommer teurer) zwischen 34 und 37 Cent pro Minute. Dazu gibt es spezielle Spar-Pakete, bei denen sich der Minutenpreis auf bis zu 27 Cent pro Minute reduziert, sowie Ausflugspakete für 3 bis 24 Stunden, die allerdings am Stück verbraucht werden müssen.

Premium-Dienst

"DriveNow sieht sich als Premium Carsharing-Dienst", meint Geschäftsführer Nico Gabriel bei der Pressekonferenz am Freitag im Cafe Landtmann. In Deutschland ist das Unternehmen bereits seit 2011 aktiv (Start in München). Bis heute hat man 335.000 Kunden in Deutschland gewonnen. Wien ist nun der Startpunkt der europäischen Expansion von DriveNow.

Robert Kahr, der Geschäftsführer der Österreich-Sparte von DriveNow sieht in Wien trotz Car2Go und Co. noch großes Potenzial für Carsharing-Dienste. Gerade in Wien mit seinem guten Nahverkehrsangebot soll Carsharing den Modalitätsmix bereichern. Punkten soll DriveNow in Wien vor allem mit seiner abwechslungsreichen Flotte. Mit vier Türen, vorhandenem Gepäcksraum und technischen Finessen wie Einparkhilfen oder Allradantrieb will man sich von Hauptkonkurrent Car2Go differenzieren.

Außerdem wird DriveNow mit den Wiener Linien kooperieren. Für Besitzer von Jahreskarten soll es bald spezielle Sonderangebote geben. In Zukunft will DriveNow auch Teil eines neuen Multimodalitätsangebots sein, das mehrere Verkehrsmittel auf einer Kundenkarte vereinen soll.

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Larissa im DriveNow-Auto - Foto: APA/ Martin Hörmandinger

Carsharing wächst

Sebastian Kummer, der Leiter des Instituts für Transportwissenschaften und Logistik auf der WU Wien, propezeit der gesamten Carsharing-Branche in Wien eine rosige Zukunft. Laut Studien macht es für Personen, die im Jahr weniger als 10.000 Kilometer mit dem Auto zurücklegen, keinen Sinn, ein eigenes Fahrzeug zu besitzen. Vor allem junge Menschen könnten es sich ein eigenes Fahrzeug zudem immer weniger leisten.

Die Internationalität des DriveNow-Angebots ist laut Kummer ein großer Vorteil für potenzielle Kunden. Deutsche, die Wien besuchen, könnten nun sofort ein Auto erhalten. Auch direkt am Flughafen kann man sich eines der DriveNow-Autos abholen, und zwar im VIP-Bereich des Parkhauses 4. Multimodalität setze sich im Alltag vieler Menschen immer mehr durch und stelle eine sehr positive Entwicklung dar, meint Kummer.

Ein Carsharing-Auto ersetzt im Durchschnitt fünf private PKW. Statistiken von DriveNow in Deutschland belegen, dass rund sieben Prozent aller Kunden ihr eigenes Auto verkauft und durch den Carsharing-Dienst abgelöst haben. Carsharing biete laut Kummer auch Menschen die Möglichkeit, zu bestimmten Anlässen ein relativ luxuriöses Auto zu fahren. Ein Effekt dabei sei auch ein besseres Verständnis für anders mobilisierte Verkehrsteilnehmer. Gerade in Wien könnte Carsharing etwa dabei helfen, die omnipräsente Aggression zwischen Auto- und Radfahrern abzuschwächen.

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Larissa vor dem DriveNow-Auto - Foto: APA/ Martin Hörmandinger

Freiminuten für Tanken

Ein deutlicher Unterschied zwischen Car2Go und DriveNow zeigt sich beim Tanken. Bei beiden Diensten erhalten Kunden eine Minuten-Gutschrift, wenn sie ein Fahrzeug des Carsharing-Dienstes mittels Tankkarte im Auto auftanken. Bei Car2Go erhält man für den Aufwand 10 Minuten Gutschrift, bei DriveNow sind es doppelt so viele. In Deutschland habe man bereits einen kleinen Kundenkreis beobachtet, der "auffällig viel tankt", meint Geschäftsführer Gabriel. Das Sammeln von Freiminuten sieht man gelassen, immerhin sind viele Autos damit meistens vollgetankt.

Elektroautos kommen

Der Einsatz von Elektrofahrzeugen wird bei DriveNow momentan getestet. In zwei deutschen Städten sind zu diesem Zweck BMW Active E im Einsatz. Wie sich bisher gezeigt habe, sei der Wartungsaufwand bei Elektrofahrzeugen ein wenig höher als bei Autos mit Verbrennungsmotoren, meint Gabriel. Der Kundenzulauf sei bei Elektroautos allerdings sehr groß. Im nächsten Jahr werden deshalb BMW i3 in Deutschland angeboten. Sobald die Infrastruktursituation in Wien geklärt ist, will DriveNow auch hierzulande Elektroautos in seine Flotte aufnehmen.

(futurezone) Erstellt am 17.10.2014, 13:19

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