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Privatsphäre Facebook wegen Tracking nach Log-Out verklagt.

Foto: rts/THIERRY ROGE
Das soziale Netzwerk Facebook verfolgt seine Nutzer auch nach dem Ausloggen. Nun wurde in Kalifornien eine Sammelklage gegen dieses „Verhalten“ eingereicht. Facebook muss sich mit immer mehr Gerichtsverfahren und Beschwerden wegen Datenschutz- und Privatsphäre-Fragen auseinandersetzen.

Erst vor kurzem wurde von einem Blogger aufgedeckt , dass Facebook selbst nach dem Ausloggen seinen Nutzern hinterher spioniert. Dieser wies Facebook bereits seit über einem Jahr auf diesen Misstand hin, das Netzwerk reagierte jedoch nicht. Facebook bestätigte daraufhin sogar, dass Nutzer auch nach dem Ausloggen verfolgt werden und versuchte es mit „Schutz gegen Phishing und Spam“ schön zu reden. Doch das alles half nichts.

Am Donnerstag wurde eine Klage eingereicht, die sich damit beschäftigt, dass Facebook-Nutzer auch nach dem Ausloggen via Cookies weiterverfolgt und folglich ausspioniert werden. Perrin Aikens Davis aus Illionois (USA) hat die Sammelklage in San Jose, Kalifornien, eingebracht. Es werden darin "nicht näher spezifizierte Schäden" als Begründung angeführt.

Das Gericht wurde darin zudem dazu aufgefordert, diese Vorgehensweise, Nutzer nach dem Ausloggen zu verfolgen, zu unterbinden. Der Vorwurf: unautorisiertes Abhören, Computerbetrug. Der Facebook-Sprecher Andrew Noves sagte gegenüber cnet, dass man gegen diese Klage auf jeden Fall vorgehen werde. „Wir glauben, dass diese Klage unbegründet ist und wir werden vehement dagegen vorgehen."

Irisiche Datenschutzbehörde prüft
Facebook muss sich derzeit mit ganz schön vielen Klagen und Beschwerden herumschlagen. So beschäftigt sich seit Samstag auch die irische Datenschutzbehörde mit den Beschwerden der Wiener Studentengruppe „Europe-v-facebook.org“. Es wurde dazu auch eine detaillierte und umfassende Prüfung angekündigt, ob Facebook das irische Datenschutzrecht einhält.

Das Soziale Netzwerk betreibt nämlich eine Europaniederlassung in Irland, weshalb die irische Datenschutzbehörde für Beschwerden im europäischen Raum zuständig ist. Die Gruppe „Europe-v-facebook.org“ hat insgesamt 22 Anzeigen gegen Facebook in Dublin eingebracht. Diese betreffen unter anderem den viel diskutierten „Gefällt Mir“-Button.

Auch Handelsbehörde konfrontiert
Am Freitag hat zudem eine Gruppe von Datenschützern in den USA die US-Handelsbehörde (FTC) dazu aufgefordert, die vor kurzem vorgestellten Features wie die Timeline genauer unter die Lupe zu nehmen. Zwei Kongressabgeordnete haben die Handelsbehörde zudem auf das Tracking nach dem Log-Out angesetzt.

In Deutschland treibt unterdessen der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert seinen Kampf gegen Facebooks „Gefällt mir“-Button voran. Sein Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz (ULD) will im Oktober ausgewählte öffentliche und private Anbieter in Schleswig-Holstein zu Stellungnahmen auffordern und erste Verwaltungsverfahren einleiten. Das kündigte Weichert am Freitag an.

Für Facebook brechen daher gerade harten Zeiten heran. Undurchsichtige Nutzungsbedingungen, ständige Änderungen bei den Privatsphäre-Einstellungen und die Tracking- und Timeline-Funktionen bringen dem Netzwerk in den ständigen Zwang, ihre zweifelhafte Praxis vor Gericht und Behörden zu rechtfertigen.

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(futurezone) Erstellt am 01.10.2011, 12:00

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