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Panorama Foto-Drohne lichtet Feldkirch ab.

Foto: Panograf
Im Rahmen eines spektakulären Fotoprojekts wurde die Stadt Feldkirch mittels einer Foto-Drohne aus der Luft fotografiert. Dabei entstand ein Panoramabild, das im Internet interaktiv betrachtet werden kann. Hinter dem virtuellen Stadtrundgang am Boden und aus der Luft steht ein 23-jähriger Vorarlberger.

Wer nicht länger auf Google Street View warten will, hat in Feldkirch bereits eine adäquate Alternative. Die 30.000-Einwohner-Stadt in Vorarlberg kann über die Webseite Feldkirch360.at aus unzähligen Winkeln betrachtet werden. So kann sich der interessierte Beobachter zuerst einen eindrucksvollen Überblick aus der Luft verschaffen, bevor er sich virtuell durch Straßen, Geschäfte, oder sogar auf Stadtfeste begibt. Insgesamt gibt es über 50 Punkte in der Stadt, an denen man sich virtuell umsehen kann.

Die Luftaufnahme wurde Mitte Mai mithilfe einer speziellen Foto-Drohne geschossen und zu einem Panoramabild verarbeitet. "Es ist mein erstes großes Projekt der Luftpanoramafotografie", erzählt Initiator Marc Walser im Gespräch mit der futurezone. Walser hat Feldkirch360 im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit im Studiengang Mediengestaltung an der Fachhochschule Vorarlberg umgesetzt und selbst finanziert. "Die Drohne habe ich als Bausatz gekauft, selbst zusammengesetzt und in die Luft geschickt." Zwar könne man auch fertige Drohnen kaufen, jene kosten jedoch 10.000 bis 20.000 Euro. Doch auch die Bausätze sind kostspielig, der Preis lag laut Walser im vierstelligen Bereich.

Foto-Drohne
Die verwendete Foto-Drohne - Foto: Panograf

"Das größte digitale Foto in Vorarlberg"
Neben dem Panorama aus der Luft hat sich Walser auch an eine Gigapixel-Aufnahme gewagt. "Ich habe 222 Einzelfotos zusammengelegt um ein Bild mit einer Auflösung von 1,2 Gigapixel zu erzeugen - es ist somit das größte digitale Foto in Vorarlberg."

Auch Veranstaltungen und Tages- und Nachtansichten wurden in das Projekt integriert. "Ich wollte besondere Stimmungen einfangen", so Walser. "In der Marktgasse kann man etwa zwischen einer Tages- auf Nacht-Ansicht hin- und herschalten oder sich virtuell auf den Samstagsmarkt begeben." Orte können somit unter völlig verschiedenen Rahmenbedingungen virtuell erkundet werden.

"Die Stadt so bunt zeigen, wie sie ist"
Auch Edgar Eller, Geschäftsführer vom Stadtmarketing Feldkirch, ist von dem Projekt überzeugt. "Uns macht die Sache unglaublichen Spaß. Durch die verschiedenen Ansichten ist das Projekt zu einem tollen Ganzen zusammengewachsen. Endlich kann man die Stadt auch im Web so bunt zeigen, wie sie ist." Das Projekt komme gut an, die Rückmeldungen von Gästen und Einwohnern seien durchwegs positiv, so Eller.

Datenschutz
Ein derartiges Projekt wirft naturgemäß - siehe die Street-View-Diskussion in Deutschland oder auch Österreich - immer wieder auch Fragen zum Datenschutz auf. Laut den Stadt-Verantwortlichen bot dieses Thema in Feldkirch kein Konfliktpotential. "Menschen, die wir etwa auf Balkonen oder im Garten erwischt haben, wurden retuschiert oder unkenntlich gemacht." Menschen auf öffentlichen Plätzen oder Veranstaltungen wurden nicht verfremdet: "Bei öffentlichen Veranstaltungen rechnet jeder damit, fotografiert zu werden", so Eller.

Auf Anfrage Betroffener werde jedoch jede Aufnahme unkenntlich gemacht. Dies sei bis bis dato jedoch noch nicht vorgekommen. "Zu uns kam noch keine einzige derartige Meldung – wir würden sie aber sehr ernst nehmen. Wenn jemand das Gefühl hat, er möchte nicht zu sehen sein, werden wir auch reagieren", erklärt Eller.

Panorama im Wirtshaus
Feldkirch360 soll kein statisches Projekt sein, sondern werde ständig weiterentwickelt. Im nächsten Schritt will Walser auch die Geschäfte in Feldkirch mit 360-Grad-Innenaufnahmen integrieren: "Ich will die Betriebe noch mehr in die virtuelle Stadttour einbinden. Ich glaube, das ist auch ein tolles Marketinginstrument für Unternehmer." Die neue Idee ist bereits in einem Restaurant, einer Metzgerei sowie einem Bekleidungsgeschäft umgesetzt.

Das Projekt in Feldkirch war der Grundstein für Walsers Firma Panograf, welche diese Dienstleistungen vermarktet und auch für andere Gemeinden oder Veranstalter anbietet. Die Kosten für das Projekt Feldkirch 360 wurden bisher gänzlich von Walser getragen. "Es handelt sich um ein freies Projekt, aus Begeisterung für das Thema", so der junge Unternehmer.

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(futurezone) Erstellt am 03.06.2011, 06:10

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