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Internet Grünes Licht für neue Webadressen.

Foto: Stephen Morrisson, apa
Die Internet Corporation for Assigned Names (ICANN) hat das System der Domain-Namen grundlegend geändert. Künftig können Adressen von Websites mit jedem Wort in jeder Sprache enden.

ICANN, die Organisation, die das Adresssystem im Internet verwaltet, hat sich bei ihrem Treffen in Singapur auf die Einführung neuer generischer Top Level Domains (gTLD) geeinigt. Künftig sollen Adress-Endungen mit jedem Wort in jeder Sprache möglich sein. Anstatt mit Kürzeln wie ".com", ".org" oder ".gov" und Länder-Endungen wie ".at" und ".uk" können Adressen von Websites dann etwa auf ".apple" oder ".orange" enden. Bis Ende nächsten Jahres könnten hunderte neue Domain-Endungen geschaffen werden, hieß es in einer ICANN-Mitteilung vom Montag.

"Historische Entscheidung"
ICANN habe das Domain-Name-System des Internet für die grenzenlose menschliche Vorstellungskraft geöffnet, sagte sagte ICANN-Präsident Ron Beckstrom. "Niemand kann vorhersagen, wohin uns diese historische Entscheidung führen wird. Wir hoffen, dass das neue System der Menschheit besser dienen wird."

Nach dem am Montag beschlossenen Verfahren können erste Bewerbungen für die neuen generischen Top Level Domains vom 12. Jänner bis 12. April nächsten Jahres eingereicht werden.

Nur für Unternehmen und Organisationen
Als Registrierungsstelle für eine neue Adressen-Endung erkennt die ICANN nur Firmen oder andere Organisationen an, die bestimmte Anforderungen erfüllen. Dazu gehören ein Nachweis der technischen Befähigung und die Zahlung einer Gebühr von 185.000 Dollar (130.000 Euro). Nach Prüfung der Anträge werden die ersten Entscheidungen zur Bewilligung neuer Registrierungsstellen bis November 2012 erwartet. Danach müssen noch technische Vorbereitungen getroffen werden, um neue TLDs an das Domain Name System (DNS) anzuschließen. Erst dann sind Internet-Adressen mit den neuen Endungen erreichbar.

„Das ist die umfangreichste Änderung bei den Domainnamen seit der Einführung der Einführung von `.com` vor 26 Jahren“, kommentierte Theo Hnarakis, Chef eines Internet-Dienstleisters im US-Bundesstaat Kalifornien, die Entscheidung. Mit der Neuerung müssten sich Firmen und andere Organisationen nicht länger auf bisherige Endungen wie „.com“, „.net“ oder „.org“ beschränken. Beobachter rechnen damit, dass vor allem Großkonzerne bald von der Änderung Gebrauch machen. So könne der Autohersteller BMW zum Beispiel die Endung „.bmw“ wählen.

"Komplexe Aufgabe"
Nach Ansicht von Hnarakis könnten gerade große Unternehmen mit einem besonderen Interesse an der Kundenbindung „Wettbewerbsvorteile“ aus den neuen Internet-Adressen ziehen. Zugleich warnte er, dass die Vergabe der Domains nicht so einfach gestaltet werden solle wie die Registrierung einer „.com“-Endung. „Das wird eine komplexe Aufgabe, die Nachdenken und Investitionen erfordert“, sagte Hnarakis. Den Konzernen riet er, gewünschte Registrierungen umgehend in Angriff zu nehmen.

Jahrelange Diskussionen
Der Einführung des neuen Systems waren jahrelange Diskussionen vorangegangen. Strittig war unter anderem der Markenschutz und der Einfluss, den Regierungen auf die Vergabe der neuen Adressen haben sollten.

(futurezone, reuters, apa, afp) Erstellt am 20.06.2011, 08:00

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