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Datenklau Hacker erpresst Schweizer Bank: Kundenmails veröffentlicht.

Ein Hacker versucht eine Schweizer Bank zu erpressen
Ein Hacker versucht eine Schweizer Bank zu erpressen - Foto: AETB - FOTOLIA 51586466/aetb/Fotolia
Angeblich sollen jedoch keine hochsensiblen Daten betroffen sein. Die Bank verweigerte Geldzahlungen.

Ein Erpresser hat am Freitag Zehntausende Kunden-E-Mails der Genfer Kantonalbank (BCGE) veröffentlicht, nachdem das Institut die Zahlung von 10.000 Euro verweigert hatte.

Der Hacker mit dem Twitter-Konto "Rex Mundi" war nach eigenen Angaben in das Computersystem der Bank eingedrungen hatte mehr als 30.000 E-Mails von BCGE-Kunden aus der Schweiz und dem Ausland heruntergeladen. Er hatte nach Angaben der BCGE mit der Veröffentlichung gedroht, sollte die Bank ihm nicht 10.000 Euro zahlen.

Nachdem sein Ultimatum am Freitagnachmittag ablief, wurden der Bank zufolge tatsächlich E-Mails in dem genannten Umfang publik gemacht. Dabei handle es sich aber nicht um hochsensible Daten, es gebe "keine finanziellen Risiken für die Kunden oder die Bank", erklärte das Geldhaus.

Keine Konten betroffen

Sprecherin Helene De Vos Vuadens sagte, es sehe so aus, als ob es sich ausschließlich um E-Mails mit Kundenanfragen über das Internet handle. Konten seien nicht betroffen. Die Bank lasse sich nicht erpressen und habe deshalb den Weg der Transparenz gewählt.

Den Genfer Justizbehörden zufolge hat die BCGE Strafanzeige gestellt. "Eine Untersuchung läuft", sagte ein Sprecher. Es sei aber schwierig, die Urheber des Angriffs zu finden.

Am Dienstag hatte eine Sprecherin erklärt, die Bank habe einer Cyberattacke standgehalten. Die Informationen, die von der Internet-Seite abgefangen wurden, seien "in keiner Weise kritisch und nicht von großem Nutzen oder sogar überholt".

Der Hacker hat in über 60 Twitter-Nachrichten der Bank laxe Sicherheitsvorkehrungen vorgeworfen. Zudem hatte er mit Blick auf Kunden getwittert: "Wir wünschen allen in den BCGE-Dateien aufgeführten nicht-Schweizer Konto-Inhabern eine frohe Steuerprüfung." Er dürfte dabei auf Kunden anspielen, die möglicherweise unversteuerte Gelder bei der Schweizer Bank haben.

Die Behörden in Frankreich, Deutschland und anderen Ländern haben in den vergangenen Jahren ihre Gangart gegen Steuersünder deutlich verschärft. So kauften deutsche Behörden CDs mit gestohlenen Daten von Tausenden von Kunden bei Schweizer Banken. Dies löste eine Welle von Selbstanzeigen aus.

(APA) Erstellt am 10.01.2015, 09:15

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