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Wien Handgreiflichkeiten bei Urheberrechtskonferenz.

Foto: Fotolia
Bei der Urheberrechtskonferenz EU XXL Forum soll ein Vertreter einer österreichischen Verwertungsgesellschaft, der mit der Programmgestaltung nicht einverstanden war, auf ein Mitglied des Organisationsteams eingeschlagen haben. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe.

Peter Paul Skrepek, der Präsident der Österreichischen Interpretengesellschaft (OESTIG), habe ihn gestoßen und geschlagen, sagte Fritz Niemann vom Organisationsteam der Urheberrechtskonferenz EU XXL Forum, die am Donnerstag und Freitag in Wien stattfand, zur futurezone. Grund für die Handgreiflichkeiten war offenbar die Programmgestaltung der Konferenz, die auch Platz für kontroversielle Positionen bot. 

Es sei eine Unverschämtheit mit Steuergeldern urheberrechtsfeindlichen Leuten ein Podium zu bieten, hatte der Musikervertreter der Tätlichkeit vorausgeschickt. Er forderte Niemann auch auf, mit ihm vor die Tür zu gehen. Der Vorfall wurde von mehreren Konferenzbesuchern beobachtet. Die futurezone konnte Skrepek zunächst am Freitag nicht für eine Stellungnahme erreichen. Mittlerweile hat Skrepek die Vorwürfe zurückgewiesen, er bestreitet, Niemann "geschlagen, gestoßen oder sonst wie berührt zu haben." ( Stellungnahme von Skrepek ).

Protestschreiben im Vorfeld
Bei der Konferenz war unter anderem der niederländische Politikwissenschaftler Joost Smiers eingeladen, der sich für die Abschaffung des Urheberrechts stark macht. Schon im Vorfeld gab es Protestschreiben von österreichischen Film- und Drehbuchverbänden. Die heimischen Künstlerverbände stießen sich auch an der Einladung des Netzaktivisten Jeromie Zimmermann von der französischen Bürgerrechtsorganisation La Quadrature du Net, die sich gegen Verschärfung des Urheberrechts auf Kosten von Bürgerrechten einsetzt. Die Einladung des Berliner Anwalts und Urheberrechtsexperten Till Kreutzer (irights.info) war den Vertretern der Filmwirtschaft ebenso ein Dorn im Auge.

Bei der Konferenz waren auch zahlreiche Vertreter der Industrie am Podium. Am Freitag sprach etwa Ted Shapiro, langjähriger Anwalt beim US-Filmindustrieverband MPAA (Motion Picture Association of America). Auch Peter Vieweger, Vize-Präsident der heimischen Verwertungsgesellschaft AKM sowie österreichische Komponisten, Musiker und Verleger kamen bei der Veranstaltung ausgiebig zu Wort. Geboten wurde ein vielschichtiger Überblick über aktuelle Diskussionen zum Urheberrecht ( futurezone-Bericht ) .

"Um Ausgewogenheit bemüht"
"Wir haben uns um Ausgewogenheit bemüht, aber durchaus auch Leute eingeladen, die kritisch zum Urheberrecht stehen, weil wir nichts davon halten, fünf Urheber auf Panels einzuladen, die gemeinsam beklagen, wie schlimm alles geworden ist, seitdem es das Internet gibt", sagte Niemann. Mit den Handgreiflichkeiten habe der Vertreter der Musikerorganisation "Grenzen überschritten". Niemann überlegt nun weitere Schritte. Anzeigen werde er Skrepek aber voraussichtlich nicht, sagte er.

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(futurezone) Erstellt am 14.06.2013, 15:30

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