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Filehosting Hotfile: Populärste Downloads sind legal.

Foto: Hotfile
Einer neuen wissenschaftlichen Untersuchung zufolge sind die populärsten Dateien bei dem Filehoster legale Open-Source-Programme. Der Dienst wurde von Urheberrechtsvertretern im Vorfeld als "Himmel für Piraterie" beschrieben.

Eine Untersuchung des Jura-Professors James Boyle an der US-amerikanischen Duke-University deckt auf, welche Dateien bei dem Filehosting-Dienst Hotfile am häufigsten heruntergeladen wurden. Laut dem Dokument, das TorrentFreak zugespielt wurde, sind die populärsten Dateien quelloffene Software. Dabei handelt es sich konkret um die Programme iREB und Sn0wbreeze, die zusammen insgesamt rund 1,5 Millionen Mal geladen wurden.

Das Gutachten wurde für den Prozess der Motion Picture Association of America (MPAA) gegen Hotfile erstellt. Boyle schreibt darin, dass das Gericht bei seiner Entscheidung beachten solle, dass es sich bei den beiden populärsten Dateien auf Hotfile um legale Inhalte handle.

Belohnungsprogramm
Weiters führt er aus: "Mindestens zwei Open-Source-Entwickler, die in der Untersuchung erwähnt werden, sind aktive Teilnehmer an dem Belohnungsprogramm von Hotfile und werden so indirekt für ihre Software bezahlt." Das deute darauf hin, dass Hotfile fähig sei, Autoren freier Software zu unterstützen.

Die Untersuchung zeigt auch, dass nicht nur Open-Source-Software über Hotfile getauscht wird. Auch das gemeinfreie Buch Huckleberry Finn gehört zu den populärsten Inhalten und wird legal getauscht.

Hotfile ist ein "wichtiges Werkzeug"
Boyle stellt abschließend fest, dass Filehoster wie Hotfile ein wichtiges Werkzeug für Internetuser darstellen, sowohl für Durchschnittsnutzer, als auch für professionelle Anwender wie Softwareentwickler. "Hotfile bietet ein Service, das sehr wichtig in der Architektur des Internets ist. Große Dateien zu transportieren ist schwierig, über Googles E-Mail-Dienst Gmail können etwa nur Dateien bis zu einer Größe von 25MB verschickt werden."

Besonders unabhängige Filmschaffende und Softwareentwickler können sich laut Boyle oft keine eigenen Server-Infrastruktur leisten, weswegen sie auf diese Art von Diensten angewiesen sind, um ihre Arbeit einer großen Zahl von Nutzern zur Verfügung zu stellen.

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(futurezone) Erstellt am 13.04.2012, 08:30

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