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Präsentation Linzer Studie entwirft Geschäftsmodelle des Jahres 2030.

Studienpräsentation
Studienpräsentation - Foto: LCM
Unter dem Titel "Human-Time-Machine – Zukunftsradar 2030“ wurde in Linz eine Studie präsentiert, die sich mit der Zukunft von Industrie und Landwirtschaft befasst.

„Kleine Fische werden sich zu einem Schwarm vereinigen müssen, um gegen die großen Fische unserer Branche bestehen zu können“, formuliert Lisa Wöss von der Firma Pöttinger eine der Kernaussagen der Studie „Human-Time-Machine – Zukunftsradar 2030“, die vom Center of Mechatronics in Linz (LCM) in Kooperation mit dem Institut für strategisches Management der Johannes Kepler Universität durchgeführt wurde. Am Montag Abend wurden die Ergebnisse vor rund 70 Gästen im Linzer Ars Electronica Center präsentiert.

Smart Farming

„Vielleicht werden Landwirte im Jahr 2030 im Büro sitzen und ihre Erntemaschinen auf Basis jener Daten dirigieren, die sie aus einer Cloud beziehen, die von mehreren Landtechnikunternehmen mit Daten gefüttert wird“, zeichnet Wöss ein durchaus realistisches Szenario. Angesichts der Kräfteverhältnisse in der Landtechnik-Branche müsse man die Wettbewerbssituation kleiner Unternehmen durch die Bildung von Unternehmenskonsortien stärken. „Den Mut, eigene Daten über eine gemeinsame Plattform potenziellen Mitbewerbern offenzulegen, um ganze Prozessketten digitalisieren zu können, muss man im Interesse der gemeinsamen Sache einfach aufbringen“, sagt Wöss. „Dann wird man mit Schwarmintelligenz – also smart Farming – auch gegen große Player bestehen können.“

Wie weit gediehen die Digitalisierung der Landwirtschaft schon ist, skizziert der 14-jährige Unternehmer und Experte für disruptive Innovationen Lorenzo Tural. „Schon jetzt gibt es Spargelfelder mit speziellen Spargel-Sonden, die auf Basis von unterirdischen Messwerten und Wetterprognosen voraussagen, wann der Spargel geerntet werden sollte. Darauf werden dann Werbe- und Verkaufsaktionen abgestimmt. Als bereits unumkehrbar sieht Tural etwa den Trend zum selbstfahrenden Auto. „Irgendwann werden herkömmliche Autos aus den Innenstädten verbannt werden, weil sie zu gefährlich sind. Dann werden Autofahrer im heutigen Sinne überhaupt nur noch auf Nostalgieveranstaltungen ans Steuer dürfen.“ Technologie habe es an sich, dass sie unumkehrbar sei und Verweigerer zu Außenseitern mache.

Rücksichtsvolle Roboter

Dass sich die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine intensivieren werde, steht für Bernhard Freiseisen von Fronius International fest: „Intelligente Maschinen reagieren schon jetzt auf Gestik. Bald werden sie auch auf die Emotionen ihres menschlichen Gegenübers reagieren können und etwa das Arbeitstempo anpassen.“ Die sich abzeichnende Wende von einer produkt- hin zu einer anwenderorientierten Industrie werde auch neue Berufsfelder entstehen lassen. „Angesichts der ständig wachsenden digitalen Informationen über Kunden und Produkte wird die kreative Dateninterpretation zu einer Schlüsselqualifikation werden“, prognostiziert Freiseisen. „Damit werden auch geisteswissenschaftliche Disziplinen an Bedeutung in der Technik gewinnen.“

In manchen Branchen wird kein Stein auf dem anderen bleiben, stellte LCM-Geschäftsführer Gerald Schatz fest. Insbesondere der 3D-Druck, der die kostengünstige Produktion von Einzelstücken ermögliche, werde manche Branchen bis zur Unkenntlichkeit verändern. „In China können Sie schon jetzt ganze Häuserwände ausdrucken lassen, die dann vor Ort zu einem kompletten Haus zusammengeschraubt werden“, nennt Schatz eine für die Baubranche möglicherweise disruptive Entwicklung. Ähnlich bahnbrechend ist auch das Konzept von Local Motors, einem Unternehmen, das schon jetzt Autos aus dem 3D-Drucker anbietet.

Mehr Zukunft

Während die an der ersten Runde des Zukunftsradars beteiligten Unternehmen gerade dabei sind, die Ergebnisse in konkrete Pilotprojekte zu übersetzen, ist dessen Fortsetzung bereits beschlossene Sache. „Diese Exkursion in die Zukunft der industriellen Produktion hat ein enormes Echo ausgelöst. Deshalb werden wir die Workshops auch dieses Jahr wieder anbieten“, erklärt Thomas Buchegger, Initiator der „Human-Time-Machine – Zukunftsradar 2030“.

(futurezone) Erstellt am 26.01.2016, 19:11

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