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Drohnenabwehr Netzwerfer holt Drohnen in 100 Metern Höhe vom Himmel.

Drohnenabwehr mit dem Skywall 100
Drohnenabwehr mit dem Skywall 100 - Foto: OpenWorks Engineering
Der SkyWall 100 schießt per Druckluft ein Netz ab. Die gefangene Drohne gleitet dann per Fallschirm Richtung Boden.

Das britische Start-up OpenWorks Engineering hat ein neues System zur Drohnenabwehr vorgestellt: Skywall. Das Basisprodukt ist Skywall 100. Der von der Schulter abgefeuerte Werfer ist 10 Kilogramm schwer und 130 cm lang. Er feuert ein Projektil ab, das sich kurz vor der anvisierten Drohne öffnet und ein quadratisches Netz freilässt. Ist die Drohne eingefangen, gleitet sie, zusammen mit den Resten des Projektils, an einem Fallschirm Richtung Boden.

Die Reichweite ist mit 100 Metern angegeben. Da selbst Drohnen unter 1000 Euro technisch in der Lage wären über 500 Meter Höhe zu erreichen, scheint das nicht besonders viel zu sein. Die geringe Reichweite liegt daran, dass Skywall 100 Pressluft nutzt, um das Projektil zu starten. Der Verzicht auf klassische Antriebsmittel, wie etwa Schießpulver, verhindert, dass der Skywall 100 als Feuerwaffe klassifiziert wird. Dies löst einige rechtliche Probleme bei der Herstellung und dem Verkauf und soll auch privaten Unternehmen den Einsatz des Skywall 100 erlauben.

Smartes Visier

Der Skywall 100 hat ein smartes Visier. Dieses erfasst die Drohne und berechnet die Distanz zum Ziel, damit das Projektil zum richtigen Zeitpunkt das Netz freigibt. Das Visier soll auch den Vorhaltepunkt in der X- und Y-Achse errechnen und so ungeübten Schützen das Treffen einer sich bewegenden Drohne erleichtern. Sollte man mal nicht treffen, ist laut dem Hersteller ein Nachladen innerhalb von acht Sekunden möglich.

OpenWorks Engineering will das System laufend erweitern. Der Skywall 200 hat eine höhere Reichweite, erfordert aber die Installation auf einer tragbaren Abschussplattform. Skywall 300 wird fix installiert, hat eine abermals höhere Reichweite, wird ferngesteuert und kann Projektile halbautomatisch verschießen.

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Foto: OpenWorks Engineering
Es sollen auch mehrere Projektile angeboten werden. Eines verzichtet etwa auf einen Fallschirm und ist dadurch günstiger. Ein anderes sendet Störsignale aus, um die Verbindung zwischen Pilot und Drohne zu unterbrechen.

Alternativen

Wie teuer der Skywall 100 und die Projektile sind, ist noch nicht bekannt. Aufgrund der verwendeten Komponenten könnte ein Projektil allerdings teurer als so manche günstigen Kameradrohnen sein, die teilweise als Spielzeug verkauft werden.

Derzeit gibt es mehrere Versuche Drohnen vom Himmel zu holen. In den Niederlanden werden etwa Adler für die Drohnenabwehr trainiert, in Tokio sollen Polizei-Drohnen andere Drohnen mit Netzen einfangen.

In den USA wiederum greift man einfach zur Schrotflinte. Atos setzt bei seinem Drone Shield auf Störsender, die die Verbindung zwischen Pilot und Drohne, innerhalb einer bestimmten Zone, automatisch blockiert.

(futurezone) Erstellt am 05.03.2016, 15:47

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