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Sony PlayStation-Datenleck: Tipps zum Datenschutz.

Foto: istockphoto
Experten gehen davon aus, dass die Daten der 77 Millionen PlayStation-User von Cyberkriminellen gestohlen wurden, um sie weiterzuverkaufen. Um den Schaden zu minimieren, sollte man folgende Tipps beachten.

„Je nachdem wie viel Geld abgeschöpft werden kann, ist ein kompletter Datensatz auf dem Cyber-Schwarzmarkt zwischen 50 US-Cent und 20 US-Dollar wert“, so Lars Kroll von Symantec. Das IT-Security-Unternehmen beobachtet die Märkte im Internet, in denen alles von Kontodaten über Kreditkarten bis hin zu ganzen Identitäten gehandelt wird. Eine Kreditkartennummer ist etwa 30 US-Cent bis 1,20 US-Dollar wert. Um zu verhindern, dass die aus dem PlayStation Network abgegriffenen Daten missbräuchlich genutzt werden, sollten folgende Tipps beachtet werden.

Passwort ändern
Nutzt man das Passwort des PlayStation Networks auch für andere Dienste, sollte dies sofort geändert werden. Cyberkriminelle haben es besonders auf Dienste abgesehen, in denen Zahlungsinformationen oder virtuelle Währungen hinterlegt sind, mit denen ohne nochmalige Eingabe der Kreditkartennummer und des dreistelligen Sicherheitscodes eingekauft werden kann. Dazu zählen etwa Amazon (Zahlung per Bankeinzug ist im Konto gespeichert), Paypal, Xbox Live (MS Points), Google (Google Checkout) und Facebook (Facebook Credits). Auch die Benutzerdaten für Online-Banking sollten gegebenenfalls geändert werden. Auch die Sicherheitsfragen, wie etwa „Der Mädchenname ihre Mutter“ oder „Name des ersten Haustieres“ sollten geändert werden, falls diese ident mit der Sicherheitsfrage im PlayStation Network sind.

Ist man sich nicht mehr sicher, welches Passwort man im PlayStation Network angegeben hat (mindestens acht Zeichen, eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben), und ob man dieses Passwort mehrfach verwendet hat, sollte man sicherheitshalber alle Passwörter ändern, die man für mehrere Webservices nutzt.

Sony empfiehlt auch das Passwort des PlayStation-Network-Kontos zu ändern, sobald dieses wieder online ist. Sony strebt an, das Netzwerk noch diese Woche wieder online zu stellen.

Kontrolle der Abrechnungen
In den nächsten Monaten sollte man besonders gründlich seinen Kontostand und die Kreditkartenabrechnung kontrollieren. Befinden sich unbekannte Abbuchungen darauf, sollte man sich sofort mit seiner Bank bzw. dem Kreditkarteninstitut in Verbindung setzen. Bei Kreditkartenabrechnungen kann innerhalb von vier Wochen Einspruch erhoben werden.

Hotline
Ist ein Missbrauchsfall eingetreten, sollten nicht nur Bank bzw. Kreditkarteninstitut, sondern auch Sony Österreich über die Hotline 0820-444540 kontaktiert werden. Dies hilft nicht nur den Betroffenen direkt, sondern auch Sony bei der Ermittlung des Schadensausmaßes und bei der möglichen Eindämmung der Daten-Missbräuche.

Vorsicht bei E-Mails
Laut Kroll könnte eine neue Welle an Phishing- und Viren-E-Mails bevorstehen. Die Kombination aus Wohnort, E-Mail-Adresse und potenziellen Interessen (durch die Kauf-Historie sind Vorlieben für bestimmte Genres ausmachbar) ermöglicht es, getarnte Schad-Software oder Links verführerischer wirken zu lassen. So könnte PlayStation-User, die bereits ein Zusatzpack für den Shooter Call of Duty: Black Ops gekauft haben, ein Link geschickt werden, der zu einem vermeintlichen Beta-Test des neuesten Zusatzpacks einlädt.

Vorsicht ist auch bei möglichen E-Mails von Sony oder dem PlayStation Network geboten, die etwa auffordern, den E-Mail-Anhang zu öffnen, der eine Anleitung zum Sichern der Daten enthält, oder einem Link zu folgen, über den das PlayStation-Network-Passwort zurückgesetzt werden kann. Sony verschickt im Zeitraum von 26. bis 28 April E-Mails an alle PlayStation-Network-User, diese sollten aber weder zum Anklicken eines Links auffordern, noch Anhänge enthalten.

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(futurezone/futurezone) Erstellt am 27.04.2011, 16:00

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