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Innovation Salzburger entwickeln Hilfe für Demenzkranke.

Foto: REUTERS
EU-Projekt "Confidence" will Demenz-Patienten mit Hilfestellungen über Mobilgeräte, Video und Standortverfolgung länger aktiv halten. Die Forschungs-Gesellschaft Salzburg Research übernimmt die Leitung des Projekts, das auch vom BMVIT gefördert wird.

Forscher arbeiten derzeit an einem digitalen Assistenzsystem, das Demenzkranke bei der Bewältigung des Alltags helfen soll. Das System “Confidence” erinnert beispielsweise an das Ausschalten von Haushaltsgeräten, die Betroffenen können zudem außer Haus Informationen zu ihrem Standort anfordern. Über einen Videokanal sehen Vertrauenspersonen die örtlichen Gegebenheiten und geben hilfreiche Tipps. Das dreijährige, 2,8 Mio. Euro umfassende EU-Projekt wird von "Salzburg Research" geleitet, teilte die Forschungsgesellschaft am Sonntag mit.

Mit steigender Lebenserwartung erhöht sich auch das Risiko einer Demenzerkrankung. Aktuellen Schätzungen zufolge leben heute rund 126.000 Menschen in Österreich und 7,3 Millionen in Europa mit Demenz. Der Anfang der Erkrankung geschieht oft schleichend. Die Betroffenen sind im Alltag verunsichert durch die steigende Orientierungslosigkeit und verlieren dadurch zunehmend ihre Selbstständigkeit und Mobilität.

Länger aktiv bleiben
"Ziel ist es, den Betroffenen und deren Angehörigen ein mobilitätssicherndes Assistenzsystem zur Verfügung zu stellen, mit dessen Hilfe Demenzerkrankte länger mobil und aktiv bleiben können", sagt Projektleiterin Cornelia Schneider. Am Ende des dreijährigen Projektes biete der entwickelte und erprobte Dienst Unterstützung für unterwegs, um sicher ans Ziel und wieder zurück zu kommen und verbinde persönliche Hilfe mit unterstützenden Technologien.

Bekleidungstipps und Wegbeschreibung
Das System gibt Bekleidungstipps passend auf die aktuellen Wetterverhältnisse und erklärt den Weg zu bevorstehenden Terminen. Bei Orientierungsproblemen können die Nutzer jederzeit über den Dienst am Mobiltelefon Navigationshilfe und Informationen zum aktuellen Standort anfordern. Bei der Aktivierung des Dienstes wird eine Bezugsperson - Angehörige, Hauskrankenpflegepersonal oder Freiwillige wie Zivildiener - angerufen. Diese kann dann über verschiedene Kanäle (Sprache, Video und Standortverfolgung) Hilfe anbieten. Über einen Videokanal sehen die Vertrauenspersonen die örtlichen Gegebenheiten.

Das europäische Forschungsprojekt "Confidence" wird im Rahmen des Ambient Assisted Living Joint Program von der EU und vom österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert. Als Koordinator stehen Salzburg Research 530.000 Euro Budget zur Verfügung.

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(apa) Erstellt am 20.08.2012, 07:30

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