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Datenschutz Secnu: Start-up vergibt Gratis-Mehrwertnummern.

Foto: adaffix
Mit einem außergewöhnlichen Konzept lässt das österreichische Start-up adaffix aufhorchen. Um sich unliebsame Anrufe – etwa von Firmen, Umfrageinstituten und Telefon-Keilern aller Art - vom Leib zu halten und gleichzeitig seine private Handynummer zu schützen, bietet addafix mit dem neuen Dienst Secnu kostenlos Mehrwertnummern an, an denen man sogar verdienen kann.

Die Idee ist simpel, die Anmeldung ebenso. Über die seit dem Wochenende verfügbare Secnu-Webseite oder die entsprechende iOS- bzw. Android-App kann man sich eine oder mehrere Wunschnummern auswählen und seine eigene Handynummer hinterlegen lassen. Einmal aktiviert, werden die Anrufe von der eingerichteten 0900er-Nummer weitergeleitet.

Während die Einrichtung der Mehrwertnummer für den User kostenlos ist, wird es für Anrufer sehr teuer. 1,09 Euro kostet der Anruf pro Minute – laut den Secnu-Anbietern das beste Mittel, um sich vor unnötigen Anrufen zu schützen. Als Bonus-Zuckerl werden die Angerufenen mit 25 Cent pro Minute für einen entgegen genommenen Anruf belohnt.

Secnu
Foto: adaffix

Weltpremiere
„Meines Wissens sind wir die ersten und einzigen, die so einen Dienst anbieten“, erklärt adaffix-Gründerin Claudia Dreier-Pöpperl im Gespräch mit der futurezone. Für vergleichbare Services mit sogenannten Wegwerfnummern müsse sonst stets der Nummern-Inhaber pro Minute mitzahlen. „Firmen haben ja oft Hotlines, bei denen man als Kunde in der Warteschleife hängt und bezahlen muss. Wir haben diesen Gedanken umgedreht. Wenn eine Firma mich als Kunden – etwa für Werbezwecke – anrufen möchte, dann soll sie auch dafür bezahlen, so Pöpperl.

Auf die Idee seien die Secnu-Anbieter gekommen, da man heutzutage bei jeder Gelegenheit seine Handynummer im Internet angeben müsse, sei es nun beim Online-Einkauf, auf Reiseportalen oder jeglicher Art von sozialen Netzwerken. Mit der 0900er-Nummer könne man die eigene Nummer schützen, sei aber dennoch erreichbar, meint Pöpperl. Derzeit funktioniert der Service nur mit Handy-Nummern. Auf das eigene Festnetz kann nicht umgeleitet werden.

Information zu Mehrkosten
Ganz unumstritten ist das Geschäft mit den Mehrwertnummern allerdings nicht. User müssen insofern aufpassen, dass sie bei einer Veröffentlichung der Nummer – etwa auf der eigenen Webseite - auch den Hinweis auf die Mehrkosten anführen. Sonst macht man sich – theoretisch – strafbar und könnte es mit der Rundfunk- und Telekom- Regulierungsbehörde RTR zu tun bekommen. Um Anrufer zu schützen, warnt eine Ansage allerdings ohnehin vor den erhöhten Minutengebühren. Legt man dann auf, entstehen keine Mehrkosten.

Fraglich ist auch, ob in den vorgefertigten Telefonfeldern, die bei Registrierungen in Online-Shops, bei Banken, Versicherungen und anderen Firmen angeboten werden, überhaupt Mehrwertnummern eingetragen werden können. „Im Detail haben wir das jetzt nicht bei jeder Plattform überprüft. Bei Facebook funktioniert es aber auf jeden Fall“, so Pöpperl.

Rücküberweisung ab 10 Euro
Die Registrierung bei Secnu ist bewusst einfach gehalten, Angaben wie die Kontonummer oder den eigenen PayPal-Account entfallen bzw. müssen später nachgeliefert werden, wenn man die „verdienten“ Minuten überwiesen haben möchte. Damit sich die Transaktion rentiert, hat Secnu vorgesehen, Beträge erst ab 10 Euro zu refundieren. Einmal ausgesuchte Nummern können auch problemlos wieder still gelegt werden.

(futurezone) Erstellt am 11.02.2013, 19:45

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