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Energieversorgung Strom- und Gasanbieter werden immer öfter gewechselt.

Die Kundenvolatilität bei Strom- und Gasanbietern steigt
Die Kundenvolatilität bei Strom- und Gasanbietern steigt - Foto: APA/EPA/Julian Stratenschulte
2015 wurden Strom- und Gasanbieter weniger oft gewechselt als im Rekordjahr 2014, der Trend geht aber nach oben. Rund ein Viertel der Kunden wechseln über durchblicker.at.

Voriges Jahr haben in Österreich 198.000 Haushalte und Unternehmen ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt. 2014 hatte es mit 263.000 noch mehr Wechsler gegeben, jedoch nur dank einer groß angelegten VKI-Aktion mit allein 100.000 Wechslern. 2015 betrug die Wechselrate bei Strom 2,5 Prozent, bei Gas 3,4 Prozent, deutlich über dem langjährigen Schnitt und mehr als in früheren Normaljahren.

198.000 Lieferantenwechsel

Insgesamt suchten sich voriges Jahr 152.000 Stromkunden - darunter 102.000 Haushalte - einen neuen Lieferanten, gaben der Regulator E-Control und das Wirtschaftsministerium am Mittwoch bekannt. 2013, im letzten "Normaljahr" ohne Sonderaktion, waren es 114.000 Stromkunden, darunter 78.000 Haushalte, gewesen. 2014 fanden 206.000 Stromkunden, darunter 159.000 Haushalte, einen neuen Lieferanten - jedoch wechselten damals allein durch die "Energiekosten-Stop"-Aktion des Verein für Konsumenteninformation (VKI) rund 100.000 Strom- oder Gaskunden, im abgelaufenen Jahr 2015 dagegen lediglich 18.000.

Ein Viertel über durchblicker.at

Von den knapp 150.000 Haushalten, die 2015 einen neuen Strom- und Gas-Anbieter wählten, wechselten 22 Prozent der Strom- und 25 Prozent der Gas-Kunden über durchblicker.at, wie das Internet-Tarifvergleichsportal am Mittwoch erklärte.

2015 folgt Aufwärtstrend

Die Strom-Wechselrate von 2,5 Prozent im Vorjahr lag unter dem Rekordwert von 3,4 Prozent im Jahr 2014, allerdings war die Wechselrate davor 2013 von 1,1 auf 1,9 Prozent angestiegen - und im langjährigen Schnitt, seit Beginn der Liberalisierung, betrug sie laut E-Control lediglich 1,5 Prozent jährlich.

Die Gas-Wechselrate von 3,4 Prozent war 2015 mehr als doppelt so hoch wie der langjährige Schnitt von 1,4 Prozent. 2014 lag sie bei 4,2 Prozent, gepusht durch die VKI-Aktion. Davor, 2013, war sie von 1,7 auf 2,5 Prozent gestiegen.

Deutsche wechseln öfter

Im Nachbarland Deutschland hatten sich im Vergleich dazu 2014 laut E-Control 5,6 Prozent der Haushalte einen neuen Stromlieferanten und 6,4 Prozent der Haushalte einen neuen Gasanbieter gesucht, für 2015 liegen noch keine Zahlen vor.

Umstiegsfreudige Oberösterreicher

In Österreich war die Strom-/Gas-Wechselrate 2015 am höchsten in Oberösterreich. Dort suchten sich 3,6 Prozent einen neuen Stromanbieter (36.700 Kunden) und 5,4 Prozent einen neuen Gaslieferanten (8.000 Kunden). Am zweithäufigsten wechselten ihren Stromlieferanten 2015 die Kärntner (3,6 Prozent bzw. 13.800) und Steirer (3,5 Prozent bzw. 32.300). Bei Gas waren die Steirer die zweiteifrigsten Wechsler (4,7 Prozent bzw. 3.200), gefolgt von Niederösterreichern (4,3 Prozent bzw. 12.600). Die geringste Wechselfreudigkeit gab es in Vorarlberg und Tirol mit Raten von je knapp einem Prozent bei Strom und Gas.

"So günstig wie noch nie"

"Die Zeit für einen Anbieterwechsel ist derzeit so günstig wie noch nie", meinte E-Control-Vorstand Martin Graf am Mittwoch in einer Aussendung. Ein durchschnittlicher Haushalt spare sich bei Strom bis zu knapp 300 Euro (inkl. Neukundenrabatt bei einem Wechsel vom angestammten Versorger zum günstigsten Lieferanten. Bei Gas sind es bis zu 470 Euro (samt Neukundenrabatt). "Das sind die höchsten Einsparungen seit der Liberalisierung", so Graf.

Selbst ohne Neukundenrabatt sind die Einsparungen noch beträchtlich. Bei Strom sind es dem Regulator zufolge bis zu 240 Euro jährlich, bei Gas bis zu 280 Euro. Graf ortet ein anhaltend hohes Interesse an einem Lieferantenwechsel: In der zweiten Jahreshälfte 2015 hätten sogar mehr Kunden gewechselt als in der zweiten Hälfte des Rekordjahres 2014.

(apa) Erstellt am 10.02.2016, 15:37

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