Energie

Tschernobyl könnte zur Solarfarm werden

Das kontaminierte Gelände rund um das Atomkraftwerk Tschernobyl könnte zu einem der weltweit größten Solarkraftwerke werden. Werden die Pläne realisiert, könnte die Anlage rund ein Drittel der Energie gewinnen, die das Kraftwerk zu seiner Hochphase vor 30 Jahren produziert hat.

Ein entsprechendes Konzept wurde an Banken sowie an den britischen Guardian nun verschickt. Demnach sollen rund 6000 Hektar an ungenutztem Land, in dem keine Menschen leben können, für die Energiegewinnung mittels Sonnenenergie und Biogas genutzt werden. Laut der ukrainischen Regierung könnten rund 1000MW an Solarenergie und 400MW an anderen erneuerbaren Energien erzeugt werden. Das Atomkraftwerk produzierte rund 4000MW.

Ideales Gelände

Das Gelände sei für die Errichtung der Anlagen ideal, da es sehr günstig und großräumig ist. Außerdem sei bereits Infrastruktur wie Hochspannungsleitungen vorhanden, wie es in der Präsentation heißt.

Bei der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl wurde die Umgebung großräumig verstrahlt. Bis heute geht die WHO von weltweit 4000 Todesopfern aus, die mit dem Unglück in Zusammenhang stehen.

Geldmittel

Geld für das Projekt könnte etwa von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) kommen. Die Bank hat bereits finanzielle Mittel für den „Sarkophag“ zur Verfügung gestellt, der um das ehemalige Kraftwerk, das nach wie vor massiv strahlt, gebaut wird.

Ein Sprecher der EBWE erklärte, dass die Bank Mittel zur Verfügung stellt, sofern es brauchbare Investitionsmöglichkeiten gebe und andere Risiken, wie etwa für die Umwelt, ausgeschlossen werden können.

Es ist nicht das erste Solarprojekt in der Region, rund 30 Kilometer von Tschernobyl entfernt, entsteht in Weißrussland in der Region Brahin eine Solarfarm mit einer Leistung von 22MW.

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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