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CeBIT Weinbau wird dank Sensoren smart.

Der smarte Weinberg auf der CeBIT.
Der smarte Weinberg auf der CeBIT. - Foto: Barbara Wimmer
In einer Weinregion in Deutschland kommen vernetzte Sensoren im Weinbau zum Einsatz. Auf der CeBIT präsentiert ein Winzer seine ersten Erfahrungen mit dem System.

Bisher mussten sich Winzer auf ihre Kenntnis des Weinbaugebiets und ihre langjährige Erfahrungen bezüglich des Klimas verlassen. Das hat in der Zukunft ein Ende: Das Weingut Reinhold Haart setzt als einer von insgesamt fünf Winzern in Deutschland auf das Internet der Dinge. Auf der CeBIT können Messebesucher nicht nur den Wein des Weinguts verkosten, sondern bekommen vom Winzer höchstpersönlich einen Einblick darüber, wie vernetzte Sensoren den Winzer entlasten können und den Weinbau besser planbar machen.

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Foto: Barbara Wimmer
In der Summe können Jahrgangsdifferenzen nämlich den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem herausragenden Wein ausmachen. Zu wissen, welche Verhältnisse gerade im Weinberg herrschen, ist damit für Winzer ein Wettbewerbsvorteil.

Sensorplattform mit Solarzellen

Entwickelt wurde die smarte Lösung für den Weinbau von Intel zusammen mit TracoVino. Das System funktioniert dabei folgendermaßen: In den Böden des Weinbaugebiet stecken Sensoren, die die Feuchtigkeit und Klimaverhältnisse im Weinberg messen. Diese Daten werden von einer eigenen Sensorplattform erfasst, die mit Solarzellen ausgestattet ist. Diese Sensorplattformen ermitteln Temperatur, Luft- und Bodenfeuchtigkeit sowie Sonneneinstrahlung und Lichtstärke. Weitere Sensoren, die Blattfeuchte, Boden PH- und Nährstoffwerte messen, können jederzeit zusätzlich installiert werden.

Die Daten werden dann in Folge an einen Gateway geschickt, das im Idealfall im Haus des Winzers hängt. Der Winzer kann auf diese Daten aber auch via Smartphone-App zugreifen. Die Daten werden allerdings auch verschlüsselt in die Intel Cloud geschickt.

Exakte Big Data Prognosen

Durch eine eigene Cloud-basierter Applikation kann der Winzer in Folge Prognosen über den Zustand seiner Weinberge, möglichen Schädlingsbefall oder die zu erwartende Qualität oder Quantität abrufen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. „Es dauert etwa sechs Wochen bis man einen vernünftigen Datensatz zusammen hat“, erzählt Christoph von Schierstädt, Pressesprecher von Intel, im Gespräch mit der futurezone. Die Auswertung der Daten obliegt dabei völlig dem Winzer. TracoVino kommuniziert mittels Mobilfunk, existierendem WiFi oder Ethernet-Infrastruktur mit dem Internet.

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Foto: Barbara Wimmer
Mit einer Sensorstation kommt man rund einen Hektar weit, wie von Schierstädt erzählt. Es sei allerdings natürlich von den exakten Verhältnissen der Beschaffenheit des Berges abhängig. Hat man etwa am Berg einen eher trockenen Boden und im Tal einen feuchteren, so lassen sich auf diesem unterschiedliche Bewässerungshäufigkeiten einstellen. Bei den sensiblen Trauben wirken sich dynamische Schwankungen der Witterung nämlich auf die Menge und Qualität des Weines aus. „Und der Winzer hat wieder mehr Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern“, heißt es.

Das System ist kein fiktives Anwendungsszenario mehr, wie es so oft auf Messen demonstriert wird, sondern ist bereits in der Praxis erhältlich.

(futurezone) Erstellt am 16.03.2016, 12:53

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