futurezone.at

Zeitreise

Die Evolution des Mobiltelefons

Heute intelligenter Begleiter, früher grober und unhandlicher Klotz. Das Mobiltelefon hat eine außerordentliche Entwicklung durchgemacht. Während Apple und Samsung vor Gericht über smarte Touchscreens und viereckige Formen streitet, unternimmt die futurezone eine Bilder-Reise in die Vergangenheit.

Das Smartphone ist aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Sich auf dem Mobiltelefon Videos anzusehen, oder hochauflösende Bilder zu schießen, ist bei den leistungsstarken Alleskönnern kaum mehr etwas Besonderes. Die Anfänge des Mobiltelefons waren allerdings schlichter, das mobile Telefonieren stand eindeutig im Vordergrund, wie die Bilderreise in die Vergangenheit zeigt.  

Wir schreiben das Jahr 1985. Das erste für die Bevölkerung erwerbbare Mobiltelefon, das Motorola DynaTAC wird auf den Markt geworfen. Knapp 4000 Dollar kostete das rund 800 g schwere Gerät, welches eine Gesprächsdauer von nur etwa einer Stunde ermöglichte. Im selben Jahr veröffentlichte Siemens das Mobiltelefon C1. Mehr als 6 Kilo wog der Aktenkoffer mit verbautem "Handy". Nur 6000 Stück wurden gefertigt, da das Nachfolgermodell aufgrund der hohen Fertigungskosten rasch entwickelt wurde. Für die damalige Zeit eine Revolution. Wir machen einen Zeitsprung. Auch die schwedische Firma Ericsson erkannte, dass sich hier eine größere Entwicklung anbahnt und veröffentlichte 1992 das GH198. Die Handys wurden immer schlanker. Später kam Farbe ins Spiel. Weg von den Schwarz- und Grautönen zu farbenfreundlicheren Modellen. Hier das AEG D1 - 957 aus dem Jahr 1995. Nur ein Jahr später kam auch das erste Klapphandy auf dem Markt. Auch hier hatte Motorola wieder die Nase vorne und veröffentlichte ein futuristisches Modell, welches dem Communicator aus "Star Trek" nachempfunden war. Auch die inneren Werte des Motorola StarTACs waren revolutionär, es war das erste Mobiltelefon mit Vibrationsalarm. Bei den Farben wurde immer mehr gewagt. Im Jahr 1998 veröffentlichte Siemens einen "bunten Hund" unter den Mobiltelefonen. Ganz in Orange gehalten und mit einfachem Farbdisplay wurde das S10 Active zum Verkauf angeboten. Auch formtechnisch tat sich etwas. Das Alcatel One Touch bekam feine Kurven verpasst. Die Mobiltelefone wurden schnittiger und entwickelten sich immer mehr zum beliebten Gadget. Auch bei den Funktionen wurde aufgerüstet. Das Nokia 7110 war das allereste WAP-fähige Mobiltelefon. Auch äußerlich war das Nokia-Handy revolutionär. Es besaß einen Sprungmechanismus, der die Tasten erst nach dem Betätigen zugänglich machte.  Wir schreiben mittlerweile das Jahr 1999. Nokias Blütezeit war angebrochen. Mit dem 3210, welches sich prächtig verkaufte, ging ein Handy über den Ladentisch, das die Antenne nach innen verbaut hatte. Von vielen geliebt, von etlichen gehasst, auch das T9-Wörterbuch fand seinen Ursprung auf dem Nokia 3210. Formtechnisch hob sich das Nokia 5510 komplett von den anderen Modellen aus dem Jahr 2001 ab. Nicht das einzige Experiment Finnen. Die Handykamera, in der heutigen Zeit kaum mehr wegzudenken wurde erst 2001 in ein Mobiltelefon verbaut. Damals wagte Sharp mit dem J-SH04 am japanischen Markt den Versuch. Das Handy verkaufte sich und seitdem wird fleißig mit dem Mobiltelefon geknipst. Die Experimentierfreude der Handy-Hersteller kannte keine Grenzen. Mit dem Siemens Xelibri 3 wurde im Jahr 2003 ein Mobiltelefon mit fragwürdiger Form und nur einer Taste veröffentlicht. Für SMS brauchte man mit dem Mobiltelefon lange, sehr lange. Auch das jüngere, sowie das spielefreundliche Publikum sollte angesprochen werden. Das Nokia N-Gage war sowohl Spielkonsole, als auch Mobiltelefon in einem. Über die Form lässt sich streiten, doch für die damaligen Zeiten (2003) war dieser Vorstoss in die mobile Spielebranche neu. 2005 war das Jahr des Motorola RAZR. Über 50 Millionen Geräte gingen über den Ladentisch - neuer Rekord. Die Tastaturen wurden immer wieder stiefmütterlich behandelt. Manchmal verschwanden sie komplett, dann tauchten sie wieder in neuer Form. Beim T-Mobile Sidekick Slide hatte man die Qual der Wahl. Tastatur verstecken oder nicht, das war im Jahr 2006 die Frage. Nokia, im Jahr 2007 noch unangefochtener Marktführer hatte bereits einige Form-Versuche vorgenommen, die bei der Bevölkerung nicht immer auf Gegenliebe stieß. Mit dem N95 wurde ein Smartphone veröffentlicht, welches von unten bis oben mit sämtlichen Funktionen vollgepackt war. Doch dann kam die Zeit des iPhones. Am 7. Jänner 2007 wurde das Touchscreen-Mobiltelefon von Steve Jobs höchstpersönlich vorgestellt. Am Anfang wurde das Projekt von vielen Seiten noch belächelt, doch schnell stellte sich heraus, dass Apple hier etwas für die Zukunft geschaffen hat. Die Konkurrenz sah eine Zeit lang zu, doch erst nach einer längeren Zeit sahen die Hersteller ein, dass das Touchscreen-Mobiltelefon Zukunft hat. Das Palm Pre wurde von etlichen Medien als der iPhone-Killer gehypt, doch das Gerät verkaufte sich nur sehr bescheiden. Einen wahren Flop legte Microsoft mit dem Kin hin. Das Prädikat iPhone-Killer wurde auch dem Ballmer-Smartphone schnell verliehen, doch die Verkaufszahlen sprachen eine ganz andere Sprache. Bereits nach 44 Tagen auf dem Markt stellte Microsoft die Serie wieder ein, absoluter Negativrekord. Ganz anders erging es dem HTC Dream/T-Mobile G1. Das allererste Android-Smartphone eröffnete 2008 den Kampf zwischen Apple und Google, der noch bis heute andauert und wohl noch länger andauern wird. Mit dem Siegeszug des iPhones und Googles Android eroberte der Touchscreen endgültig die Bühne. Alle Flaggschiffe der Hersteller sind ausschließlich Smartphones mit mehr oder weniger ähnlichem Formfaktor. Hier das aktuelle Samsung Galaxy SIII. Auch das iPhone hat sich bis zum aktuellen Modell 4S vom Design her kaum substanziell verändert. Nokia setzt bei seinem Aushängeschild N9 und dem praktisch formgleichen Lumia 900 ebenfalls auf schlichte Formen und großen Touchscreen.
Mehr zum Thema

Patentprozess: Den Prototypen gehört die Show


Tags: Handys, Nokia, Smartphones, Samsung, Motorola, Siemens, Galerien


Weitere Meldungen

Kommentare werden geladen...