Österreich
Millionen-Klage um Casino-Jackpot
Weil der Jackpotalarm im Bregenzer Casino im März diesen Jahres angeblich aufgrund eines Softwarefehlers ausgelöst worden war, klagt nun der 26-jährige Schweizer Behar Merlaku das Casino. Seine Anwälte verweisen auf Lücken im österreichischen Glücksspielwesen.
Der in der Schweiz lebende Kosovo-Albaner Merlaku spielte am 26. März diesen Jahres an einem Automaten. Plötzlich blinkten die Lichter, es spielte Musik und der Automat zeigte an, dass Merlaku eine Summe von 43 Millionen Euro gewonnen habe – und das, obwohl er nur vier von fünf richtigen Symbolen am Display sah.
Das Casino Bregenz verweigerte den vermeintlichen Gewinn, bot im stattdessen ein Essen plus eine Summe von 100 Euro als Entschädigung an. Nachdem Merlaku das ablehnte, warfen sie ihn (laut britischen Medienberichten) aus dem Casino. Der Schweizer brachte daraufhin am Landesgericht Feldkirch eine Klage in der Höhe von fünf Millionen Euro ein.
"Softwarefehler"
Das Casino berief sich auf einen Softwarefehler, der dadurch ausgelöst worden war, dass der Automat selbstständig ein Spiel gestartet habe und damit „überfordert“ gewesen wäre. Zudem sei die maximale Gewinnchance auf derartigen Maschinen 4.500 Euro.
David Green, ein internationaler Glücksspielexperte, kritisiert vor allem das Fehlen von Mindeststandards in Österreich. Das nicht mehr als 4.500 Euro gewonnen werden können, müsse klar auf dem Gerät draufstehen. Das sei auf dem Automaten, auf dem Merlaku gespielt habe, nicht auf Deutsch draufgestanden. Green sieht darin fehlende Verlässlichkeit.
Auch das Finanzministerium als staatliches Aufsichtsorgan spiele in diesem Fall eine fragwürdige Rolle, meint Green. Während sogar in Ländern wie Macao oder Singapur die Aufsichtsbehörde aktiv eingreifen könne, halte sich die österreichische Aufsichtsbehörde in diesem Fall völlig aus der Angelegenheit draußen, ergänzt Green.
Der Prozess gegen die Casinos Austria wird am 10. Jänner am Landesgericht Feldkirch verhandelt.
Tags:
Österreich, Software
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