Eskalation
Westbahn droht Facebook-User mit Anzeige
ÖBB-Konkurrent Westbahn sorgt derzeit auf seiner Facebook-Seite für Aufregung. In einem scharf formulierten Posting riefen die Verantwortlichen zur Fahndung nach einem unbekannten Täter auf, der am Montagabend eine Zuggarnitur beschmierte. Nachdem sich User über die harschen Formulierungen beschwerten und der Westbahn Verfehlungen im Zugverkehr vorhielten, drohte Westbahn-Geschäftsführer Wehinger einem User schließlich mit einer Anzeige.
Bereits der Facebook-Eintrag in der Früh sorgte neben Verständnis auch für Irritationen unter den Usern. „Gestern zwischen 20.45 und 21.00 Uhr in Salzburg hat jemand einen großen Fehler begangen. Er hat die WESTbahn beschädigt. Das Graffiti wurde so schnell wie möglich entfernt. Es zahlt sich also nicht aus. Hinweise nimmt die Polizeidienststelle am Hauptbahnhof in Salzburg und die WESTbahn entgegen!"
"Law & Order-Kampfrhetorik"
Während einige User die Westbahn unterstützen, finden andere die Wortwahl des Schienen-Neulings übertrieben. User Roland B. etwa rügt die Westbahn für ihre "Law & Order-Kampfrhetorik“, Userin Gini B. wiederum meinte: „Wenn im fb schon in so einem Ton kommuniziert wird, dann freu ich mich auf meinen ersten Kontakt mit dem Kundenservice“. Angeheizt wurde die Diskussion zusätzlich durch Geschäftsführer Stefan Wehinger, der es sich nicht nehmen ließ, auf die Kritik zu reagieren. „Ich verstehe keinen Spass in diesem Zusammenhang und wir werden NULL Toleranz nach Ergreifung der Täter einräumen."
Nachdem sich die Westbahn dann auch noch mit dem Vorwurf konfrontiert sah, dass ein Westbahn-Zug ein rotes Signal überfahren habe, drohte Geschäftsführer Wehinger dem betreffenden User auf Facebook schließlich mit Klage. "Sie haben bis 18:00 Zeit diese unrichtigen Anschuldigungen im Sinne einer strafrechtlichen Kreditschädigung zurück zu nehmen. Danach erfolgt die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft auf Basis dieses Strafttatbestandes."
Westbahn zeigt sich gelassen
Bei der Westbahn gibt man sich auf Anfrage der futurezone allerdings noch gelassen. Manfred Mader, Social Media Manager für die Westbahn, will die aufgeheizte Facebook-Diskussion nicht überbewerten. "Wir haben auf Facebook berichtet, dass ein Zug verschmiert wurde, haben unseren Unmut geäußert und eine Belohnung für zweckdienliche Hinweise versprochen. Manche fanden die Vorgehensweise gut, andere nicht."
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Facebook
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