Studie
Social Media macht süchtiger als Zigaretten
Das Suchtpotential von Social Media ist einer aktuellen Studie zufolge höher als das von Alkohol und Zigaretten. Grund dafür seien die vergleichsweise niedrigen "Kosten" - zum Beispiel drohen bei Facebook und Twitter keine gesundheitlichen Folgen.
Auch wenn sie noch nicht so lange existieren wie Alkohol und Zigaretten - einer aktuellen Studie zufolge fällt es vielen schwerer Twitter, Facebook und E-Mail zu widerstehen als den altbekannten Suchtmitteln. Das berichtet der Guardian in seiner Online-Ausgabe. In der Studie wurden mehr als 200 Personen im Alter zwischen 18 und 85 zu ihren alltäglichen Bedürfnissen befragt. Die Forscher der Chicagoer Universität stattete die Testpersonen mit Blackberrys aus, um ihre Willenskraft "in der freien Wildbahn" zu überprüfen. Dazu schickten sie ihnen sieben Mal täglich in einem Zeitraum von 14 Stunden pro Woche Nachrichten, in denen sie fragten, ob sie in der letzten halben Stunde ein besonderes Verlangen nach etwas gehabt hätten und ob sie ihm widerstehen konnten. Insgesamt kamen die Forscher so auf 7827 "Verlangensepisoden", aus denen sie nun ihre Erkenntnisse zogen.
"Niedrigere Kosten" bei Social Media
Auch wenn Schlaf und private Hobbys nach wie vor an der Spitze der am schwersten zu widerstehenden Versuchungen stehen, verwundert doch die Tatsache, dass Social Media eine derart große Verlockung darstellt. Der Leiter der Studie, Professor Wilhelm Hofmann, erklärt sich den Effekt durch die vergleichsweise niedrigen "Kosten" und die hohe Verfügbarkeit, die besonders durch mobile Geräte im Wachstum begriffen ist. Ganz im Gegensatz zu Alkohol und Zigaretten, bei denen neben gesundheitlichen und finanziellen Folgen auch oftmals die Gelegenheit dazu fehlt. Durch die zahlreichen Rauchverbote wird so Rauchern mit der Gelegenheit auch oftmals das Verlangen genommen. "Das einzige, das man beim Medienkonsum aufgibt, ist Zeit", sagt Hofmann.
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Facebook, Social Media
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