Großbritannien
TomTom: Versicherung überwacht Fahrverhalten
Der Hersteller von Navigationssystemen arbeitet künftig mit der "Fair Pay"-Versicherung zusammen, deren Preise sich nach dem Fahrverhalten richten sollen. Gute Fahrer bezahlen weniger, aggressive mehr - unabhängig von Schadensfällen.
Der Navigationssystemhersteller TomTom hat ein Gespür für ungewöhnliche Deals. Bereits im vergangenen Jahr schloss man einen Deal mit der niederländischen Polizei ab und gab GPS-Daten seiner Kunden an die Behörden weiter, die auf Basis der Geschwindigkeitsprofile die Positionierung ihrer Radarfallen optimierte. Nun gab TomTom die Zusammenarbeit mit der britischen Versicherung Motaquote bekannt. Dabei sollen die Kunden der "Fair Pay"-Versicherung künftig mit einem GPS-Gerät von TomTom ausgestattet werden, das deren Fahrverhalten analysiert. "Gute" Fahrer, die sich an Geschwindigkeitslimits halten und einen angemessenen Abstand halten würden so durch das System durch günstigere Prämien belohnt wohingegen aggressive Fahrer mit höheren Prämien rechnen müssen. Auch wenn sie dabei noch keine Unfälle oder andere Schäden verursacht haben.
Gerichtsurteil zwingt Versicherungen zu handeln
"Man kann das ganze mit dem Durchschnittsverbrauch eines Autos vergleichen - je besser man fährt, desto weniger verbraucht man und daher bezahlt man im Endeffekt auch weniger", sagt Nigel Lombard, Verantwortlicher der Fair Pay Versicherung. Derartige Systeme werden laut einem Sprecher des britischen Automobilklubs durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshof nun voraussichtlich häufiger eingesetzt werden. Vergangenen März entschied der Gerichtshof, dass die Tarife für Versicherungen künftig unabhängig vom Geschlecht sein müssen, da Frauen üblicherweise deutlich weniger bezahlen mussten als Männer. Die neue Regelung tritt ab dem 21. Dezember 2012 in Kraft und zwingt zahlreiche Versicherungen dazu, ihre Preismodelle zu überarbeiten. Derartige Systeme könnten kurzfristig Abhilfe schaffen.
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TomTom
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