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Raumfahrt

Voyager-Sonde am Rand des Sonnensystems

17,8 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt steigt die Strahlung von außerhalb des Sonnensystems stark an. Die Raumsonde Voyager 1 scheint nach 35 Jahren knapp vor ihrem Missionsziel zu stehen: Dem interstellaren Raum.

Die Raumsonde Voyager 1 hat laut NASA die äußersten Regionen des Sonnensystems erreicht. Messdaten der Sonde zeigten zuletzt einen starken Anstieg von Strahlung, die von außerhalb des Sonnensystems stammt. Die 1977 gestartete Sonde ist vermutlich dabei die Zone der Heliosphäre zu verlassen. Die Heliosphäre ist die Zone um die Sonne, in welcher der Partikelstrom des Sterns Materie aus dem interstellaren Raum - also dem Bereich zwischen Sternensystemen - verdrängt.

Je weiter man an den Rand der Heliosphäre kommt, desto schneller verändern sich die Strahlungswerte. Dieser Bereich wird Heliosheath (Sonnenumhüllung) genannt. Während die Strahlungswerte innerhalb der letzten drei Jahre um rund 25 Prozent angestiegen sind, zeigte sich alleine im vergangenen Monat eine Erhöhung um neun Prozent. "Die neuesten Daten weisen darauf hin, dass wir uns sicher in einer neuen Region befinden, in der sich Dinge schneller verändern. Das ist sehr aufregend. Wir kommen zur Grenze des Solarsystems", zeigt sich Ed Stone, Projekt-Wissenschaftler für die Voyager-Mission, begeistert.

Die Raumsonden Voyager 1 und 2 wurden 1977 von der Erde losgeschickt, um die tiefen des Alls zu erkunden. Konstruiert vom Jet Propulsion Laboratory des California Institute of Technology,... ... beherbergt jede der Sonden je einen Detektor für kosmische Strahlung, einen Detektor für geladene Partikel, ein Infrarot-Spektrometer, Weitwinkel- und Tele-Kameras und Magnetometer. Ein kleiner Kernreaktor dient als Energiequelle. Eine ganz besondere Fracht ist die so genannte Goldene Schallplatte. Sie enthält Bilder und Geräusche von der Erde, sowie eine Anleitung, wie man die Platte abspielen kann. Dazu wird die Position der Erde beschrieben. Für wen? Außerirdische. Diese Darstellung zeigt die am weitesten entfernten, von Menschenhand geschaffenen Objekte im Weltall. Die Voyager-Sonden nehmen die beiden Spitzenplätze ein. Hier sieht man eine Aufnahme der Erde aus einer Distanz von 6,43 Milliarden Kilometern, geschossen von Voyager 1. Der Planet ist kaum einen Pixel groß und nur mit Hilfe von Filtern als schwacher grauer Punkt am Sternenhimmel zu erkennen. Voyager 1 befindet sich laut neuesten Daten im so genannten Heliosheath, dem Rand des Sonnensystems. Bis zu dieser Schwelle werden Partikel der Sonne mit höherer Geschwindigkeit ausgesendet, bevor sie plötzlich langsamer werden. Dieses Phänomen... ... ähnelt einem Wasserstrahl, der auf den Grund einer Spüle trifft. Rund um den Auftrittspunkt (Sonne) schießt das Wasser zur Seite, bevor es eine Art Wall bildet. Genauso kann man sich laut NASA das Heliosheath vorstellen.

Dem Ziel nahe

Den interstellaren Raum hinter der Heliosphäre zu erreichen ist eines der Ziele der Voyager-Mission. Im Jahr 1977 wurden zwei Sonden - Voyager 1 und 2 - gestartet, um dieses Ziel zu erreichen, obwohl man nie wusste, wann es soweit sein würde. Dass die Sonden nach 35 Jahren überhaupt noch funktionstüchtig sind und weiterhin verlässlich ihre Signale schicken, kommt in Zeiten von halbjährigen Produktzyklen schon beinahe einem Wunder gleich.

"Als wir die Voyagers 1977 starteten, war das Raumfahrt-Zeitalter erst 20 Jahre alt", betont Stone in der NASA-Presseaussendung. "Viele von unserem Team träumten davon, den interstellaren Raum zu erreichen, aber wir hatten wirklich keine Ahnung, wie lange die Reise dauern würde - oder ob die beiden Vehikel, in die wir so viel Zeit und Energie investiert hatten, lange genug funktionieren würden, um ihn zu erreichen."

17,8 Milliarden Kilometer entfernt
Voyager 1 befindet sich derzeit 17,8 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt (Zum Vergleich: Die Distanz Erde - Sonne beträgt rund 150 Millionen Kilometer). Die Reisezeit des Datensignals zur Erde beträgt momentan 16 Stunden und 38 Minuten. Die Zwillings-Sonde Voyager 2 hat unterdessen 14,7 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Ihre Flugbahn weicht von jener der Voyager 1 weit ab. Beide Sonden eilen der Sonne in ihrer Bewegung innerhalb der Milchstraßen-Galaxie voraus, wodurch die Grenze der Heliosphäre - Heliopause genannt - schneller erreicht werden soll. In der anderen Richtung hat die Heliosphäre nämlich eine wesentlich größere Ausdehnung.

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Tags: Weltraum


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