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MWC Wie viel kostet ein Zuckerberg?.

Mark Zuckerberg schreitet unbemerkt und hämisch grinsend an den den Besuchern von Samsungs Unpacked-Event vorbei - Gear VR machts möglich
Mark Zuckerberg schreitet unbemerkt und hämisch grinsend an den den Besuchern von Samsungs Unpacked-Event vorbei - Gear VR machts möglich - Foto: Mark Zuckerberg
Mark Zuckerberg tauchte überraschend bei der Samsung-PK auf. Und die Nerds jauchzten.

„Setzt nun eure Gear VR für die Demonstration der Gear 360 Kamera auf und blickt am Ende ganz nach rechts, für eine Überraschung“ sagte ein Samsung-Mitarbeiter auf der Bühne des Unpacked-Events. Zuvor hat er noch erzählt, dass seine Familie in Indien mit ihm beim Wandern live dabei ist, wenn er seine Samsung Gear 360-Kamera mit hat.

Die Gear VRs lagen auf jedem der 6000 besetzten Plätze in der Kongresshalle. Angeblich waren 2000 der Besucher Journalisten. In der VR waren fußballspielende Teenager zu sehen. Da ich ganz rechts in dem 360-Grad-Video keine Überraschung gesehen hatte und von den Teenagern gelangweilt war, habe ich die GearVR vorzeitig abgenommen.

Die Überraschung kam in der Form von Mark Zuckerberg, der am anderen Ende des Raumes zur Bühne flanierte. Der Gag hat nicht ganz funktioniert: Hätten alle Besucher wie befohlen nach rechts geschaut, hätten sie bei dem Foto, das Zuckerberg danach auf Facebook veröffentlicht hat, alle zu ihm geschaut, ohne ihn zu bemerken. Das Foto ist trotzdem gut geworden.

 

 

Kreischen für Mark

Als Zuckerberg schließlich auf der Bühne war und offiziell angekündigte wurde, ging ein seltsames Geräusch durch die Halle. So würde es wahrscheinlich klingen, wenn bei einem Justin-Bieber-Konzert nur männliche Fans anwesend wären.

Nach dem ersten Kreischen und nachdem die anwesenden Journalisten begriffen hatten, dass man mit einem Smartphone Zuckerberg nur bedingt gut ablichten kann, wenn dieser auf einer 70 Meter entfernten Bühne steht, sprangen nach und nach Gäste auf und eilten nach vorne, um den Facebook-Erfinder abzulichten. Immerhin flogen keine Unterhosen auf die Bühne.

Zuckerberg ließ sich nicht von den Groupies ablenken, spulte seinen Text souverän ab, lobte Samsung, erklärte Gear VR zu „Real VR“ und, dass das Headset (welches zusammen mit Oculus entwickelt wurde, das von Facebook gekauft wurde) die beste mobile VR-Lösung sei. Zuckerberg war wohl selbst froh, dass er die paar Minuten gut über die Bühne gebracht hatte, witzelte kurz mit DJ Koh, President Samsung Mobile Communications, und ließ sich noch ein paar Sekunden zusammen mit ihm fotografieren.

Ablenkungsmanöver

Während ein paar Journalisten ihr Glück noch gar nicht fassen können, „I got his picture, I got his picture!“, wird die Meute von Koh verabschiedet. Übrigens, bei der Veranstaltung ging es um die Präsentation des Galaxy S7 und S7 Edge. Das sind die Smartphones, die zwar viel besser machen, als ihre Vorgängermodelle, aber fast genau so aussehen. Aber an die Geräte werden sich ohnehin nicht viele erinnern. Schließlich war es der Abend, an dem sie den (!!!) Mark Zuckerberg live gesehen und zugekreischt haben.

Bleibt die Frage: War Mark Zuckerberg in diesem Fall einfach nur ein geschicktes Ablenkungsmanöver? Frei nach dem Motto: „Wenn wir nichts Innovatives haben, haben wir zumindest den Zuckerberg“? Und wenn dem wirklich so ist: Wie viel kostet ein Zuckerberg-Auftritt eigentlich? Eine schnelle Umfrage bei Vertretern von Samsung Österreich lieferte keine konkrete Summe.

Refinanzierungsplan

Aber man muss sich keine Sorgen um den südkoreanischen Konzern machen: Der Plan zur Refinanzierung des Zuckerberg-Auftritts wurde bereits am selben Abend eingeleitet. Unter jedem Besucher-Sessel befand sich eine Gear VR (laut Zuckerberg das beste mobile VR-Erlebnis). Der Karton war mit „Do Not Touch“ beschriftet, damit sie erst auf Aufforderung nach der Show mitgenommen wird. Das passend Smartphone (Note 5, S6, S6 Edge, S6 Edge+, S7 und S7 Edge) ist natürlich nicht dabei.

Dazu folgende, simplifizierte Milchmädchen/jungen-Rechnung: Ein Gear VR kostet 100 Euro, also Samsung in der Herstellung wahrscheinlich um die 30 Euro. 6000 x 30 = 180.000 Euro. Geht man davon aus, dass 5000 der 6000 Besucher kein passendes Samsung-Phone haben und durchschnittlich 637 Euro für ein Gerät im handel zahlen würden (S6 auf Geizhals ab 450 Euro, S6 Edge ab 600 Euro, S7 UVP 699 Euro, S7 Edge 799 Euro), käme dies auf einen Umsatz von 3.185.000 Euro. Abzüglich 30 Prozent Herstellungskosten ergibt das 2.229.000 Euro.

Dass Mark Zuckerberg tatsächlich zwei Millionen Euro für seinen Auftritt kassiert hat oder die oben stehende Rechnung mathematisch oder wirtschaftlich auch nur ansatzweise korrekt ist, ist natürlich reine Spekulation.

Was glaubt ihr, wie viel Euro hat Mark Zuckerberg für den Auftritt bekommen? Oder hat er es kostenlos gemacht, weil er erleben wollte, wie es ist an kreischfreudigen Fans vorbeizuschlendern, ohne, dass diese ihn überhaupt bemerken?

 

Weitere News, Hands-ons und Berichte zum Mobile World Congress 2016 gibt es hier.

Disclaimer: Redakteure der futurezone berichten vor Ort von dem Mobile World Congress in Barcelona. Die Reisekosten werden von der futurezone GmbH selbst sowie von Huawei, Samsung und T-Mobile übernommen.

(futurezone) Erstellt am 22.02.2016, 20:09

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