ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Hand greift am 01.07.2013 in Hannover in einen Serverschrank mit Netzwerkkabeln. Die bayerische Wirtschaft mahnt einen raschen Ausbau des Breitbandnetzes an. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu dpa «Wirtschaft setzt auf bessere Breitbandversorgung in Bayern» vom 22.08.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Hand greift am 01.07.2013 in Hannover in einen Serverschrank mit Netzwerkkabeln. Die bayerische Wirtschaft mahnt einen raschen Ausbau des Breitbandnetzes an. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu dpa «Wirtschaft setzt auf bessere Breitbandversorgung in Bayern» vom 22.08.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++
© dpa/Julian Stratenschulte

Investition

60 Millionen Euro für Start-ups aus Breitbandmilliarde

Insgesamt will Österreich den flächendeckenden Ausbau der Versorgung mit „Breitband-Internet“ (100 Mbit/Sekunde) bis 2020 mit einer Milliarde Euro fördern. Dazu sind im „Masterplan“ vier Förderprogramme vorgesehen: Access, Backhaul, Leerverrohrung und AT:net. Hinter der Bezeichnung AT:net versteckt sich ein IKT-Entwicklungsprogramm, bei dem Dienste zur „Nutzungsankurbelung“ von Breitband-Internet gefördert werden sollen.

Budget für drei Jahre

Die futurezone hat beim Staatssekretariat für Digitales nachgefragt, wie viele Fördergelder für diese „Nutzungsankurbelung“ denn exakt vorgesehen sind und was sich dahinter eigentlich genau verbirgt. Laut Petra Hafner, Pressesprecherin von Staatsekretärin Sonja Steßl (SPÖ), sind das 20 Millionen Euro pro Jahr für die nächsten drei Jahre. Gefördert werden damit IKT-Dienste, die den Markt betreten würden. „Darunter fallen auch Start-ups, aber es sind nicht zwingend nur Start-ups.“

Als Beispiel für ein Projekt, das in der Vergangenheit Geld aus dem AT:net-Fördertopf erhalten habe, nennt Hafner etwa Runtastic. „Das Unternehmen wurde mit den Geldern als es noch völlig unbekannt war gefördert. Und Runtastic bringen wir deshalb gerne als Beispiel, weil so eine Erfolgsgeschichte daraus geworden ist“, so Hafner.

Umschichtung

Die Fördergelder wanderten Mitte Jänner mit dem Wechsel von Sonja Steßl (SPÖ) ins Staatssekretariat. Steßl bekam die „Digitalagenden“ aus dem Verkehrsministerium dazu. Im April wird nun auch die Verschiebung dieses Fördertopfes vom Verkehrsministerium ins Bundeskanzleramt schlagend, denn dann steht der nächste Budgetrahmen fest und die Gelder aus dem AT:net-Topf werden verschoben.

Der erste Call für den AT:net-Fördertopf für 2016 ist übrigens schon gelaufen. Bis Ende Februar konnte man sich bewerben. Die Projekte, die mit Fördergeldern betraut werden, werden „in den nächsten Wochen“ bekannt gegeben, heißt es aus dem Staatssekretariat. Im Staatssekretariat war man erstaunt über die Presseanfrage. So seien das alles bereits seit Jahren „bekannte Fakten“.

"Auf Infrastruktur angewiesen"

Dem Verband der Internet Service Provider (ISPA) war dies jedoch sehr wohl neu. „Bei all der Euphorie für Start-ups, die es derzeit gibt: Auch Start-ups sind auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen. Es muss auch jemand da sein, der diese bei technischen Fragen unterstützt. Für Start-ups ist es extrem wichtig, dass die Provider sie mit maßgeschneiderten Produkten unterstützen können, die mitwachsen. Das ist bei großen Anbietern von der Stange oft nicht der Fall“, merkte Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA, kritisch an.

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Barbara Wimmer

shroombab

Preisgekrönte Journalistin, Autorin und Vortragende. Seit November 2010 bei der Kurier-Futurezone. Schreibt und spricht über Netzpolitik, Datenschutz, Algorithmen, Künstliche Intelligenz, Social Media, Digitales und alles, was (vermeintlich) smart ist.

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