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Urheberrecht Akademiker müssen eigene Artikel aus dem Netz entfernen.

Foto: FH Oberösterreich
Der akademische Verlag Elsevier fordert Wissenschaftler wegen Urheberrechtsverletzungen auf, ihre eigenen Artikel von Open-Access- und Universitäts-Webseiten zu entfernen.

UPDATE: Im zweiten Absatz wurde der Begriff Urheberrecht durch Copyright ersetzt. Das europäische Urheberrecht kann nicht veräußert werden und bleibt stets beim Ersteller eines Werkes. Im dritten Absatz wurde die Aussage, dass Wissenschaftler für Publikationen in Fachjournalen zahlen, präzisiert: Ein Druckkostenbeitrag wird nur in Einzelfällen von den Verlagen eingefordert.

 

Anfang Dezember hat Elsevier, einer der größten Verlage für wissenschaftliche Publikationen, 2.800 Abmahnungen an die Open-Access-Seite Academia.edu geschickt, in denen die Entfernung von Artikeln verlangt wird, an denen der Verlag das Copyright hält, berichtet Wired. Von Wissenschafttler auf Open-Access-Portalen veröffentliche Artikel stehen der Allgemeinheit zur freien Verfügung, jeder kann die Texte lesen, herunterladen, kopieren und verbreiten. So soll der freie Zugang zu Wissen sichergestellt werden.

Viele Akademiker, die Mitglieder bei Adademia.edu sind, haben am 6. Dezember Benachrichtigungen erhalten, dass ihre Arbeiten auf Wunsch von Elsevier von der Plattform gelöscht werden. Seither hat der Wissenschaftsverlag auch Abmahnungen an die Universität von Calgary geschickt, da einige Forscher ihre Publikationen auf der Webseite der Hochschule publiziert haben. US-Forscher Mike Taylor hat Elsevier daraufhin zum "Feind der Wissenschaft" erklärt.

Forschungsergebnisse werden traditionell in Fachpublikationen veröffentlicht. Dafür zahlen die Wissenschaftler teilweise sogar noch Geld. Die Fachverlage halten danach die Rechte und verkaufen die Inhalte zu exorbitanten Preisen an die Forschungs-Gemeinschaft und Universitäten zurück. Viele Wissenschaftler sehen dieses System als überholt an, alternative Open-Access-Journale etablieren sich aber nur langsam. Fachverlage wie Elsevier rechtfertigen ihre Praktiken mit den hohen Kosten, die für die Qualitätssicherung und die Veröffentlichung anfallen.

Zum aktuellen Fall sagt Elsevier, man verschicke "in Einzelfällen Aufforderung zur Entfernung von Inhalten, nachdem die finale Version eines Artikels in einer hauseigenen Publikation erschienen ist". Immerhin erlaube man Wissenschaftlern, ihre Arbeit zu Lehr- und Forschungszwecken mit Schülern und Kollegen zu teilen. Mehr als 14.000 Forscher boykottieren Elsevier bereits, im Internet kann eine Petition gegen die Vorgehensweise des Verlags unterschrieben werden.

 

(futurezone) Erstellt am 17.12.2013, 17:31

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