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Interview "Anonymous hat das Gebäude verlassen".

Foto: Stefano Rellandini, Reuters
Die bekannte australische Journalistin, Bloggerin und Aktivistin Asher Wolf hat mit dem Betreiber eines der prominentesten Anonymous-Accounts auf Twitter, @AnonyOps, ein Interview geführt. Darin gibt der Anonymous-Aktivist Einblicke in das Kollektiv und erklärt seine Furcht vor Verfolgung und seine Entscheidung, die USA zu verlassen. Das Interview wurde der futurezone in voller Länge als erstem Medium im deutschen Sprachraum zur Verfügung gestellt.

Vor einiger Zeit beschloss ich, @AnonyOps zu interviewen. Wir chatten regelmäßig, was eine große Menge an Material zur Folge hatte. Wir berieten gemeinsam, um den Inhalt passend zuzuschneiden. Das Ergebnis bewahrt das Wesen dieser Gespräche, die wir über mehrere Monate führten.

Es ist das erste Mal, dass jemand ein Interview mit @AnonyOps über seine Entscheidung, Anonymous zu werden, führte – weiters über seine Furcht vor Verfolgung, die Abwanderung qualifizierter Fachleute und seine Entscheidung, die USA zu verlassen.

@AnonyOps: Ich möchte nicht darüber sprechen, in welchem Land ich bin. Nur, dass ich gegangen bin. Wir können jetzt mit dem Interview beginnen, wenn du willst ...

Asher Wolf:
Könntest du uns etwas über deinen Hintergrund erzählen, damit die Leute sich dich hinter der Maske vorstellen können?
@AnonyOps: Ich sitze im Keller meiner Mutter und schreibe den ganzen Tag Programme - das ist jetzt alles wahr, außer der Teil über den Keller meiner Mutter. Ich werde keine Infos zu meiner Identifizierung rausgeben. In meiner Freizeit? Sitze ich und brüte über Staatsgewalt und Massenüberwachung unschuldiger Menschen, über den Versuch der Zensur und allgemeine Tyrannei. Sowas tankt mich immer wieder auf.

Asher Wolf: Erzähl mal, wie du zu Anonymous wurdest.
@AnonyOps: Ich hatte eine Reihe allgemeiner Ansichten, die auf einer Linie mit anderen bei Anonymous liegen – was rückblickend recht lustig ist, denn meistens sind wir uns nicht oft einig.

Asher Wolf: Wusstest du, worauf du dich da einlässt, als du die Guy-Fawkes-Maske von Anonymous aufgesetzt hast?
@AnonyOps: Ich steckte voll Idealismus und ich war naiv. Aber, yeah, wenn ich mich an Dezember 2010 erinnere – als ich sah, was mit Wikileaks passierte (mit der Finanzblockade durch Mastercard, Visa und PayPal), da war ich total aufgebracht.
Anfangs war ich nicht besonders optimistisch. Ich hatte zwar eine Vision davon, was ich machen wollte, aber ich wusste nicht, ob ich irgendeinen Einfluss haben würde. Ich dachte, ich würde wahrscheinlich nur als ein weiterer Idiot auf Twitter angesehen werden.

Asher Wolf: Dass du machtlos wärst?
@AnonyOps: Ja, aber das war naiv: Ein oder zwei Tage, nachdem ich mit Twitter anfing, twitterte ich live von einem Forum, dem „Personal Democracy Forum 2010". Als ich begann den Stream zu sehen und die Themen, die behandelt wurden – da wusste ich, dass ich mitmachen wollte. Also habe ich getweetet, und ungefähr nach einer Minute haben sie mich in ihrem Videofeed erwähnt. Das war ein interessanter Moment für mich. Als ich erkannte, dass dieses Ding – die Anonymous-Maske – durchaus eine gewisse Kraft entwickeln konnte.

Asher Wolf: Wie waren die Reaktionen?
@AnonyOps: Es gab sofort viele Retweets. Ich fühlte mich, als wäre ein Lichtschalter aufgedreht worden. Ich spürte, ich hatte da eine Plattform, von der aus ich möglicherweise zum ersten Mal in meinem Leben sprechen konnte. Gleich an diesem Tag habe ich die ersten 100 Follower überschritten. (Anmerkung: @AnonyOps hat inzwischen mehr als 200.000 Follower)

Es war erstaunlich. So eine mickrige Zahl von Followern rückblickend, aber dass es so schnell geschah, war interessant. Live-Tweeting von Sachen, die live im Onlinestream übertragen werden, ist immer noch meine Lieblings-Erfahrung auf Twitter. Es ist ein Kick. Es war ein größerer Rush als manches Hacking, das ich als Teenager machte. Und ja, ich sehe es als Hacken – den öffentlichen Dialog hacken. Die Anonymous-Persönlichkeit und das Kostüm überstreifen war, wie mir einen Weg in eine Paneldiskussion zu hacken, zu der ich sonst nie eingeladen worden wäre. Als die dem ganzen Raum/Saal und Online-Konferenzforum bekanntgaben: „Hey, Leute. Anonymous ist hier!" Und sie über mich gesprochen haben.

Ich dachte: „Und jetzt? Ich habe ihre Aufmerksamkeit! Scheiße, mir fällt jetzt besser was Gescheites ein, das ich als nächstes sagen kann." Mir wurde schlagartig klar, dass ich wirklich eine Botschaft brauchte, eine Vision davon, was ich machen und sagen wollte. Ich musste meine Zielsetzung verfeinern und weiterentwickeln. Nach etwas mehr als einem Jahr wurde ich eingeladen, bei Transmediale (ein großes Festival für Kultur, Kunst und Technologie in Berlin, Anm.) als Podiumsteilnehmer via Skype zu sprechen – und bis zu einem gewissen Grad als Gesicht von Anonymous zu repräsentieren.

Asher Wolf: Hattest du Sorge, nicht zum Rest von Anonymous zu passen, als du eingetaucht und Teil dieses Sammelpunkts geworden bist?
@AnonyOps: Ja, anfangs machte ich mir Sorgen. Ich war nicht sicher, ob ich gut dazu passen würde. Ich sehe mich nicht als typischen Anon. Nach einer Weile hörte ich aber auf, mich darum zu scheren, ob ich nun „anders" war und zählte genau das als gute Eigenschaft.

Asher Wolf: Fühlt sich das manchmal an, als würdest du einen Superhelden spielen?
@AnonyOps: Genauso hat sich das angefühlt – und manchmal tut es das jetzt noch. Aber ich bin nur ein Normalo. Jeder kann ein Anon sein. Aber es dann gut zu machen, das ist Arbeit.

Asher Wolf: Hattest du ein Gefühl der Verpflichtung, wissend, dass du eine gewisse Bedeutung haben könntest?
@AnonyOps: Habe ich ein Gefühl der Verpflichtung? Natürlich. Aber ich bin nicht unbedingt als Aktivist im „meatspace", in der Realwelt, involviert. Es bedeutet mir einfach was. Ich passe bei Politik auf und ich bin vorsichtig bei der Information, die ich online stelle, weil ich weiß, dass dies andere Aktivisten beeinflusst. Einen Scheiß auf etwas zu geben ist schon die halbe Schlacht.

Asher Wolf: So mancher Polit-Experte hat Anonymous als anti-amerikanisch kritisiert.
@AnonyOps: Ich bin sicher, dass es da antiamerikanische Elemente gibt. Aber manchmal scheint es schwierig zu unterscheiden zwischen denen, die antiamerikansich sind – und denen, die Amerika lieben, allerdings hassen, wie das Land geführt wird.

Asher Wolf: Hast du noch Hoffnung für die USA?
@AnonyOps: Nicht unbedingt Hoffnung für Amerika als Idee, aber Hoffnung – vielleicht Vertrauen/Glaube in die Menschen. Ich sehe mich nicht wirklich als Nationalist, aber ich nehme mein Land, seine Verfassung ernst. Ich werte die Idee von einem Land nicht als wichtiger als Menschen oder das Leben selbst. Der amerikanische Exzeptionalismus ist ein Fluch für die USA.

Asher Wolf: Wie gehst du mit Behauptungen von Medien und Regierungsvertretern um, die Gefahren von Cyberterrorismus, Cyberwar und Anonymous aufbauschen?
@AnonyOps: Cyberterrorismus... Das ist eines der Dinge, die mich darüber nachdenken ließen, ob die USA vielleicht kein Ort für mich mehr waren. Die US-Regierung verzehrt sich nach Feinden, sucht nach gleich welchen Entschuldigungen um diese nächste Gefahr für die Öffentlichkeit zu definieren - „Denkt an die Kinder!" Ich will nicht dieser Feind sein, nach dem die US-Regierung sucht. Scheiße nochmal – ich habe versucht Amerika zu reparieren, nicht Staatsfeind Nummer eins zu werden.

Asher Wolf: Hast du befürchtet, dass die amerikanische Regierung dich verfolgen würde? Dass du eingesperrt würdest, weil du etwas gehackt oder getwetet hast?
@AnonyOps: In Verbindung mit all den Beweisen dafür, dass das FBI von Plänen wusste, dass Führungspersönlichkeiten von Occupy umgebracht werden sollten und mit der Gewalt, mit der die militarisierte Polizei gegen friedliche Kriegsveteranen, die als Teil der Occupy-Bewegung demonstrierten, vorging? Ich dachte nicht, dass ich für irgendwelche Hacks eingesperrt werden würde, aber für Tweets? Sicher. Ich habe gesehen, dass es Freunden passiert ist. Die wurden mit erstaunlich schwachen „Verschwörungs"-Anklagepunkten behaftet, oder irgendwas, das sie sagten löste eine Hausdurchsuchung aus – Redefreiheit, dass ich nicht lache.

Asher Wolf: Wie Barrett Brown?
@AnonyOps: Ja, wie Barrett. Zugegeben, einige der Dinge, die er auf Video sagte, waren ziemlich dumm, aber ich denke nicht, dass er plante irgendwen umzubringen. Jetzt ist es möglich, dass er für 100 Jahre ins Gefängnis wandert, nur, weil er dummes Zeug geredet hat.

Asher Wolf: Anonymous wurden davor schon von einem FOX-News-Partner (und anderen Kommentatoren) als „Inlands-Terroristen" bezeichnet. Hast du dich jemals, für eine Sekunde, als Terrorist gesehen? Und wie fühlte es sich an, zu erleben, wie die Medien Anonymous, die Bewegung, für die du zu einem ihrer vielen Vertreter wurdest, als Terroristen bezeichnen?
@AnonyOps: Persönlich als Terrorist angesehen zu werden, war für mich der Höhepunkt der Idiotie. Das eigene Land zu lieben und zu wollen, dass es zu dem steht, was es behauptet für wichtig zu erachten, einfach ein Terrorist genannt zu werden ... es ist entmutigend, augenöffnend und wirklich frustrierend.
Manchmal frage ich mich, ob News-Anstalten die Nachfolger der Shock Jocks sind (Anm.d. Übers.: Shock Jocks sind Skandal-Radiomoderatoren wie Howard Stern) – damit meine ich, dass sie einfach Dinge behaupten, um die Menschen aufzuregen. Oder dass sie einfach nur rumtrollen. Können die wirklich so dumm sein? Schwer zu sagen, manchmal...

Asher Wolf: Wie hast du darauf reagiert, so dargestellt zu werden?
@AnonyOps: Ich musste einfach weiterkämpfen, im Wissen, dass diese Wahrnehmung nicht in der Mehrheit vorherrschte. Oder wenigstens in der Hoffnung, dass es nicht so sei. Wir müssen härter gegen dieses Zeug kämpfen. Schweigen erteilt Zustimmung. Du musst laut gegen diese Dummheit anschreien und darfst Journalisten damit nicht davonkommen lassen. „Name and shame" (Anm. d. Übers.: Zu deutsch etwa: beim Namen nennen und an den Pranger stellen)

Asher Wolf: Hast du die Notwendigkeit für besondere Maßnahmen gesehen um dich und deine Familie vor Schaden zu bewahren, seit du dich öffentlich als Anonymous zu erkennen gegeben hast?
@AnonyOps: Du versteckst dich, hoffst, dass dein Online-Anonymitäts-Streben funktioniert hat oder du schaust, dass du verdammt nochmal rauskommst aus dem Land – was ist, was ich tat. Ich bin verdammt nochmal raus. Ich hatte schon eine ganze Weile gewusst, dass es so enden würde. Anonymous hat das Gebäude verlassen, wie sich heruasstellte. Der Gedanke, zu gehen, hat mich für etwa ein Jahr beschäftigt. Und eine Art Flüchtling zu sein, ist nicht nur ein Rosengarten. Ich habe so viel aufgegeben: Mein Zuhause, Familie und Freunde. Aber ich habe gesehen, was meine Regierung mit Menschen macht, die geradeheraus sind, Menschen die „zu erfolgreich" sind in ihrer Kritik.

Schau dir nur Julian Assange an, Bradley Manning, Thomas Drake, Hohn Kiriakou, Andrew Alan Escher Auernheimer, Jeremy Hammond, Barrett Brown ... Leute WERDEN verfolgt, weil sie versuchen gegen das Regime aufzutreten. Ich musste gehen.

Asher Wolf: Hat die Sorge, dass du mit einem Verbrechen in Zusammenhang mit deinem Engagement bei Anonymous belastet werden könntest, mitgespielt bei deiner Entscheidung die USA zu verlassen?
@AnonyOps: Ja, vor allem befürchtete ich, dass sie mir fälschlich eine Beteiligung an irgendwas unterstellen oder mich in die Falle locken würden oder mich mit irgendwelhen Bullshit-Verschwörungs-Klage treffen würden. Ich ging aus dem selben Grund, aus dem Aaron Swartz „gegangen" ist. Ich habe dermaßen genug davon, in welche Richtung die USA sich bewegen. Genug davon, welche Auswirkungen dies auf das Leben der Menschen hat. Aber meine Wahl der Fluchtmöglichkeit fiel auf das Exil. Ich trage keine Selbstmordgedanken in mir, und ich wollte auch in keiner Gefängniszelle enden.

Aber ich habe genug davon, mich mit dem amerikanischen Bullshit-Justizsystem zu beschäftigen. Genug davon, zu sehen, wie Staatsanwälte alles daran setzen, um Menschen zu fassen, in der Hoffnung, mit denen dann eine Vereinbarung treffen zu können, um zu verhindern, dass sie, du weißt schon, tatsächlich in die Verhandlung gehen und die Schuld der Leute beweisen müssen. Das ist keine Gerechtigkeit, das ist Schnelljustiz. Diese Art der Justiz ist der Grund, warum ich gegangen bin. Ich meine... die könnten mich immer noch reinlegen. Ich bin sicher, wenn die so entschlossen wären – ich bin sicher, sie würden es tun, wenn ich jemals „so gut" würde darin, Informationen aus deren Klammergriff zu befreien. Stattdessen habe ich das Exil gewählt.

Asher Wolf: Dann ist das im Grunde eine Art von politischem Exil?
@AnonyOps: Politisches Exil ist besser als politische Gefangenschaft. Ich sehe, wie das bei anderen rausgekommen ist. Jahre in Haft sitzen wie bei Bradley Manning und Jeremy Hammond oder irgendwo in Kanada verschanzt sein wie Commander X.

Asher Wolf: Wohin hast du dich entschlossen zu gehen?
@AnonyOps: Einfach ... weg. Besser nicht sagen, wo ich hingegangen bin. Nur an einen sichereren Ort. Ich denke der Gedanke kam auf, als ich sah, wie andere weggingen. Glen Greenwald ist gegangen, und auch andere gute Geister sind still aus den USA entwichen, das geht schon eine ganze Weile so.
Es gibt eine Abwanderung qualifizierter Kräfte, politischer Dissidenten – das ist die Strafe Amerikas dafür, dass sie mit der Freiheit der Bürger Schindluder getrieben haben. Die NSA (Anm. d. Übers.: National Security Agency, der größte Militärnachrichtendienst der USA) errichtet massive Spionageprogramme, um die Leute zuhause auszuspionieren, ich kann niemandem verübeln, dass er weg will. Amerika, das Land der Überwachten, Heimat der Protokollierten (Anm. d. Übers.: eine Anspielung auf eine Zeile der US-Nationalhymne „land of the free, and the home of the brave").

Asher Wolf: Was geht dir am meisten ab, seit du aus den USA weg bist?
@AnonyOps: Mir fehlt... mit Freunden und Familie zusammen zu sein. Und mir fehlt das wirklich teure Gesundheitssystem! (nur ein Witz!)

Asher Wolf: Glaubst du, du wirst jemals in die USA zurückkehren?
@AnonyOps: Ja, ich bin sicher, dass ich in die Staaten zurückkomme. Ich werde nur kein elektronisches Equipment bei mir haben. Aber ha, ich mache mir keien Illusionen darüber, dass ich mich vor der US-Regierung verstecke oder einfach außerhalb ihres blickfeldes bleibe. Wenn die mich jetzt wollen, müssen sie um einiges mehr Mittel aufbringen, um mich zu kriegen, und müssen es auch noch mit einer anderen Regierung aufnehmen, um das zu machen.

Asher Wolf: Hast du je bedauert, gegangen zu sein?
@AnonyOps: Das einzige, was ich bedaure ist, dass Wegzugehen die gesündeste Wahl war. Ich bedaure, dass Weggehen die beste Möglichkeit ist im Moment. Aber es erscheint viel sicherer auf gewisse Weise. Klar... wenn die US-Regierung mich als „Feind" oder Militärgefangener erachtet, können sie mich jetzt ganz einfach mit einer Drohne umbringen. Ich denke, das ist eine neue Gefahr, die es vorher nicht gab. In den Staaten ist das schwerer, aber im Ausland haben sie das schon gemacht.

Asher Wolf: Aber du bist immer noch amerikanischer Staatsbürger?
@AnonyOps: Die US-Regierung scheint dieses ärgerliche Detail nicht besonders zu kümmern. Der 16-jährige Abdulrahman al-Awlaki war ebenfalls US-Staatsbürger, als er durch eine US-Drohne im Jemen getötet wurde. Wir müssen aufhören zu glauben, dass es eine Art von Rechtssprechung für die einen gibt und eine andere für uns. Außergerichtliche Tötungen – die US-Regierung ermordet im wahrsten Sinn des Wortes Menschen. Es gibt keinen Rechtsstaat. Die USA haben jeden Begriff für Rechtsstaatlichkeit verloren. In den USA werden Intellektuelle, Technologen und Aktivisten an der Grenze schikaniert. Ihre Besitztümer werden weggenommen, sie werden für längere Zeit in „Gewahrsam" genommen. Es gibt unzählige Beispiele, wo Occupy-Demonstranten ausgesondert wurden, weil sie in diese Bewegung involviert waren.

Aber es gibt Länder, die gezeigt haben, dass Banker tatsächlich ins Gefängnis gesteckt werden können, dass Präsidenten nicht immun gegen die Prüfung durch die Bevölkerung sind und zur Rechenschaft gezogen werden. Ich möchte an Orten leben, wo Gerechtigkeit nicht nur Lippenbekenntnisse ist.

Asher Wolf: Machst du dir Sorgen, welche Botschaft deine Entscheidung zu gehen an andere Aktivisten im Land aussendet?
@AnonyOps: Überhaupt nicht. Ich meine, es mag die Botschaft aussenden, dass sie ebenfalls gehen sollen. Aber das stört mich nicht. Vielleicht ist es eine Botschaft, die Aktivisten hören und sorgfältig überlegen müssen in diesem Augenblick der US-Geschichte: Aus meiner Sicht ist es Zeit sich entweder zu verstecken oder zu gehen.

Die Internetaktivistin Asher Wolf publiziert unter Pseudonym und ist unter anderem als Erfindern der Crypto-Partys bekannt. Sie unterstützt die Occupy-Bewegung ebenso wie WikiLeaks, kämpft gegen staatliche Überwachung und setzt sich für den Schutz der Privatsphäre ein. Das Original-Interview mit @AnonyOps in Englisch findet man auf ihrem Blog.

Anmerkungen
Zum Titel: Dieser ist eine Adaption des im englischen Sprachraum geläufigen Spruchs „Elvis has left the building", der nach Elvis-Presley-Konzerten als Durchsage kam, wenn vor der Bühne immer noch Fans ausharrten, weil sie auf eine Zugabe warteten.

Zur Übersetzung: Für typisch amerikanische Ausdrücke ohne direkte Übersetzungsmöglichkeit wurden im Deutschen geläufige Entsprechungen desselben Sinns gewählt. Wo der Sinn des Originalsatzes im Deutschen durch Abweichung von der wortwörtlichen Übersetzung besser ausgedrückt werden konnte, wurde dies getan.

(futurezone/Asher Wolf ) Erstellt am 07.03.2013, 06:00

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