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Gegenschlag Cyber-Kriminalität: EU will "schneller und schlauer" sein.

In einem Fall mit gefälschten Kreditkarten wurden innerhalb von zwei Stunden 45 Milionen Euro gestohlen
In einem Fall mit gefälschten Kreditkarten wurden innerhalb von zwei Stunden 45 Milionen Euro gestohlen - Foto: Reuters/JOHN ADKISSON
Laut EU-Kommissarin Cecilia Malmström wird Cyber-Kriminalität derzeit zu wenig angezeigt. Zudem erschwere Streaming die Strafverfolgung, unter anderem bei Kinderpornografie.

Die Schwelle für Cyber-Verbrechen sei sehr niedrig und es würden auch kriminelle Handlungen nicht sehr stark angezeigt, erklärte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Montag in Brüssel. Die Kommission habe noch nicht alle Antworten im Kampf gegen Cyber-Kriminalität, doch gelte es "schneller und schlauer" zu sein.

45 Millionen in zwei Stunden gestohlen

Ein Jahr nach Gründung des europäischen Cyber-Centers "EC3", das bei Europol angesiedelt ist, zog deren Leiter Troels Oerting ein eher düsteres Bild. Beispielsweise habe es einen Fall gegeben, wo fünf Kreditkarten bei einer arabischen Bank in Oman bestellt wurden. Dafür seien je 100 Euro bezahlt worden. Diese seien dann zu 60 Kreditkarten geklont worden, dann wurde der indische Cloud-Anbieter gehackt und der prepaid-Teil von 100 Euro auf unlimitiert umgewandelt. "Es hat nur zwei Stunden gedauert, um 45 Millionen Euro zu stehlen. Warum brauchen Sie da noch eine Pistole oder Maske, wenn Sie das zuhause im Internet machen können. Da haben wir noch viel zu tun", so der Chefpolizist.

Keine Empfehlung für Zusammenarbeit mit Hackern

Ein großes Problem bei der Nachverfolgung sei auch, dass heute immer weniger heruntergeladen, sondern eher gestreamt werde. So habe auf einer Website versteckt ein Nutzer im Internet zwei oder drei Männer mieten können, die eine Achtjährige vergewaltigten und dafür bezahlt. Allerdings sei dies eben nur über Streaming gegangen. "Wenn das vorbei ist, gibt es keine Beweise mehr. Das wird nicht heruntergeladen. Die Polizei hat nichts mehr in der Hand".

Malmström erklärte, es gehe darum, einerseits ein offenes und freies Internet zu schützen, aber es müsse auch Cyber-Kriminalität bekämpft werden. Angesprochen darauf, ob bei diesem Kampf die EU auch auf Hacker als Hilfe zurückgreifen konnte, reagierte die Kommissarin skeptisch. "Es gibt ja viele Länder, die schon versuchen, mit Hackern zusammenzuarbeiten und deren Erfahrung auch entsprechend nutzen. Aber das ist keine europäische Empfehlung", meinte sie.

(APA) Erstellt am 10.02.2014, 13:59

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