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Netzpolitik Cypherpunks: Assange-Buch über Netzpolitik .

Foto: Charles Eshelman 2010
WikiLeaks-Gründer Julian Assange veröffentlicht gemeinsam mit Jacob Appelbaum und anderen Netzaktivisten ein Buch über Datenschutz und die Zukunft und Gegenwart der Netzpolitik. Appelbaum erzählte der futurezone mehr über den Inhalt und die Herangehensweise, wie das Buch zustande kam.

„Cypherpunks: Freedom and the Future of the Internet" heißt das Buch von Julian Assange, das er zusammen mit dem Tor-Entwickler und WikiLeaks-Aktivist Jacob Appelbaum (USA), Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club aus Deutschland und dem französischen Netzaktivisten Jeremie Zimmermann verfasst hat und dessen Veröffentlichung für Ende November geplant ist (Vorbestellungen sind hier möglich). Der Begriff "Cypherpunk" beschreibt technisch versierte Menschen, die sich für die Verbreitung des Datenschutzes und die Nutzung von Kryptografie einsetzen.

Das Buch basiert auf einer beliebten Folge der TV-Sendung „The World Tomorrow", in der Netzpolitik-Experten über Datenschutz, die Freiheit im Netz, die Rolle der Privatsphäre, gängige Überwachungsmethoden und mögliche Formen des Widerstands gegen etablierte Institutionen diskutiert haben. Zudem geht es in dem Buch um Dokumente, die durch die Whistleblower-Plattform WikiLeaks an die Öffentlichkeit gelangten. Das erzählte Jacob Appelbaum bei seinem Wien-Besuch der futurezone. Appelbaum gelangte als WikiLeaks-Aktivist mehrfach ins Visier von Gesetzeshütern. Er wird bei fast jeder Einreise in sein Heimatland USA von den Behörden genauestens "durchgecheckt" und oft stundenlang aufgehalten.

"Großer Einfluss auf die Gesellschaft"
„Wir haben den Inhalt der TV-Sendung hergenommen und weiterentwickelt. Wir haben beispielsweise an gewissen Stellen Verweise hinzugefügt, um unsere getroffenen Aussagen zu belegen. Außerdem haben wir eine einleitende Erklärung geschrieben, was sich hinter unserer Philosophie verbirgt", sagt Appelbaum. „Die Themen, die wir diskutieren, haben einen großen Einfluss auf die Gesellschaft und wir möchten unsere Ideen für jeden zugänglich machen, der sich dafür interessiert."

Eine dieser Thesen besagt, dass man ohne Privatsphäre und Anonymität heutzutage keine Demokratien mehr hätte und ohne Freiheitsbewegungen wäre man nicht mehr frei. Die Zukunft des Internets sei von Zensur und Überwachungsmechanismen bedroht, so Appelbaum. „Menschen sollten die freie Entscheidung darüber haben, ihre Privatsphäre zu schützen", sagt Appelbaum. „Wir wollen unsere Ideen der Öffentlichkeit zugänglich machen, weil wir sie für wichtig halten."

Auch für herkömmliche Internet-Nutzer geeignet
Appelbaum besuchte Assange im Oktober in der Londoner Botschaft von Ecuador, in der politisches Asyl gesucht hat. Bei dem Besuch verbrachten die beiden viel Zeit damit, Fußnoten für das Buch zu finalisieren. Appelbaum betonte zudem, dass das Netzpolitik-Buch auch für herkömmliche Internet-Nutzer zu empfehlen sei und nicht nur für Nerds, da die Autoren die Themen einfach aufbereitet hätten.

Bei der Verleihung des Big Brother Awards sagte Appelbaum zudem: „Das Buch wird sicherlich auch als PDF zur Verfügung stehen. Außerdem suchen wir Leute, die das Buch ins Deutsche übersetzen. Wir wollen, dass wirklich jeder, der seine Privatsphäre schützen möchte, die Informationen über seine Möglichkeiten dazu bekommt." Mit der futurezone sprach Appelbaum zudem unlängst über Post-Privacy und den Anonymisierungsdienst Tor.

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(futurezone) Erstellt am 24.11.2012, 06:00

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