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Stromzähler Deutschland verzichtet auf Masseneinsatz von Smart Metern.

In Deutschland verzichtet man auf einen flächendeckenden Einbau von Smart Metern in alle Wohnungen.
In Deutschland verzichtet man auf einen flächendeckenden Einbau von Smart Metern in alle Wohnungen. - Foto: Benjamin Sterbenz
Während in Österreich weiterhin an der nahezu lückenlosen Installation von Smart Metern festgehalten wird, soll es in Deutschland in Wohnungen keine Smart Meter mehr geben.

Der Einbau sogenannter intelligenter Stromzähler (Smart Meter) in Wohnungen wird von der deutschen Bundesregierung nicht mehr forciert. Für Haushalte sei dies zu teuer und lohne sich nicht, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake vergangene Woche. Erst wenn etwa Elektro-Autos massenhaft verbreitet seien, könne dies wieder ins Auge gefasst werden. „Jetzt würde es die Energiewende noch weiter verteuern“, sagte Baake.

Intelligente Stromzähler (Smart Meter) können genau ermitteln, wann ein Haushalt oder Betrieb viel Strom verbraucht und was die größten Stromverbraucher sind. In Verbindung mit den schwankenden Ökostrom-Mengen könnten etwa Chemiefabriken oder Besitzer von Elektro-Autos dann besonders viel Elektrizität einsetzen, wenn deren Preis etwa wegen großer Solar-Produktion gering ist – sofern es passende Tarife dafür gibt.

Geringe Einsparungen

Frühere Bundesregierungen in Deutschland hatten immer wieder das Potenzial dieser Zähler betont und in Arbeitsgruppen mit der Wirtschaft den Einsatz vorbereitet. Die Zähler sind allerdings teuer. Außerdem ergab ein Gutachten von Ernst & Young, das vom deutschen Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde, dass Verbraucher mit geringem Jahresverbrauch (das heißt unter 2000 kWh/Jahr) nur 0,5 Prozent ihres Energieverbrauchs einsparen können. In Geld ausgedrückt bedeutet das im Schnitt 2,5 Euro pro Jahr.

In Österreich bleibt es bei der Zielvorgabe des Wirtschaftsministeriums, das einen Roll-Out von 95 Prozent intelligenten Stromzählern bis zum Jahr 2019 vorsieht. Zwar wurde vor kurzem die Zielvorgabe für das Jahr 2015 fallengelassen, aber das finale Ziel für den Roll-Out soll bleiben.

In Österreich wurde im Juni 2010 im Auftrag des Wirtschaftsministeriums ebenfalls eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt. Diese wurde von PriceWaterHousCoopers (PDF) durchgeführt. Laut dieser Studie ist die Einführung bei einem Roll-Out von 95 Prozent „am wirtschaftlichsten“.

(futurezone, reuters) Erstellt am 06.10.2014, 19:18

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