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Zwischenbilanz E-Government: Österreich bleibt Vorzeigeland.

Foto: Robert Harm
Österreich nimmt beim Thema E-Government weiterhin eine Vorreiterrolle ein. Neben europäischen Staaten und der EU würden selbst Länder wie Japan, Russland und Ägypten immer wieder auf die Expertise Österreichs bei E-Government-Projekten zurückgreifen. Das berichteten österreichische E-Government-Verantwortliche bei einer Informationsveranstaltung in Wien.

"Wir zählen seit Jahren zu den Spitzenreitern bei E-Government. Laut dem jüngsten eGovernment MONITOR 2011 nutzen nicht nur knapp 70 Prozent der österreichischen Online-User E-Government, sondern sind im Vergleich zu Ländern wie Großbritannien, Deutschland und Schweden auch am zufriedensten mit dem verfügbaren Angebot", sagte Christian Rupp, Sprecher der im Bundeskanzleramt angesiedelten E-Government-Plattform "Digitales Österreich" bei der Veranstaltung des Future Network am Donnerstag.

Ungeachtet des Erfolgs wolle man sich aber nicht auf dem Erreichten ausruhen und arbeite ständig daran, bestehende Services zu verbessern und auszuweiten. Neben den etablierten Bürgerservices sollen Unternehmer über das bereits 2010 gestartete Unternehmensserviceportal ab 22. Mai 2012 direkten Zugriff auf Finanzonline, die Sozialversicherungsumgebung ELDA, aber auch E-Rechnungen und andere Unternehmens-relevante Services haben. Die Erweiterung des Portals um diese Services wird derzeit in einer Pilotphase getestet.

Österreich will Standards mitgestalten
Laut Rupp sind die E-Government-Aktivitäten Österreichs auch von den EU-Entscheidungsträgern längst positiv registriert worden, allen voran die in Österreich umgesetzte Handysignatur. Doch während die EU immer noch am genauen Fahrplan bei der Umsetzung der E-Government-Strategie arbeitet, will man in Österreich nicht darauf warten. "Durch unseren Vorsprung in dem Bereich ist es aber umso wichtiger, dass wir als kleines Land innerhalb der EU präsent sind und so maßgeblich in die Entwicklung gemeinsamer Standards eingebunden werden", meint Rupp auf Nachfrage der futurezone.

Ein großes Potenzial für den Bereich E-Government und die noch stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger bieten laut den Verantwortlichen die Open-Data- und Open-Government-Initiativen, die ausgehend von den Städten Wien und Linz für eine Reihe von interessanten Projekten gesorgt haben. Mit Tirol ging Anfang April überraschend das nächste Open-Data-Portal online, im Laufe der nächsten Monate sollen zudem Salzburg und Graz folgen. Weitere Open-Data-Initiativen für 2012 inkludieren den Bund sowie die Bundesländer Oberösterreich und Kärnten.

Open Data als Wirtschaftszweig
Neben den Vorteilen für die Bevölkerung, die durch den Zugang zum Datenpool der Stadt zur Partizipation eingeladen werden, biete Open Data aber auch für die Wirtschaft Möglichkeiten, um Geschäftsmodelle zu entwickeln. "Die aus der Öffnung der Daten entstandenen Apps sind ein toller erster Schritt. In Zukunft sollten diese Angebote aber noch besser verschränkt operieren und miteinander kommunizieren können", meint der Open-Data-Verantwortliche der Stadt Wien, Johann Mittheisz.

Die Stadt werde auch im Bereich E-Government ihre Aktivitäten ausbauen, so Mittheisz. Das Einstiegsportal wien.gv.at soll noch übersichtlicher gestaltet und etwa mit einer semantischen Suche ausgestattet werden. Bei der Parkraumbewirtschaftung habe das Parkpickerl mit Stanzen bald ausgedient. Neben der Steigerung der Userzahlen beim elektronischen Parkschein ist in einem nächsten Schritt die Einführung einer Lösung auf RFID-Basis als Ziel. Mit Blick auf die USA und China müsse man sich jetzt entscheiden und sagen "entweder wir spielen eine Rolle oder wir machen jetzt nichts, dürfen dann aber nicht jammern, wenn wir links und rechts überholt werden", so Mittheisz.

Politisches Commitment fehlt teilweise noch
Auch der Open-Data-Experte Martin Kaltenböck betonte am Donnerstag, dass Österreich im Bereich Open Data auf jedenfalls stolz über das Erreichte sein könne. Was hierzulande im Vergleich zu Ländern wie Holland, Norwegen oder Großbritannien derzeit noch fehle, sei allerdings das politische Commitment auf höchster Ebene. "Das wirkt sich derzeit noch auf die benötigten Budgets und die generelle Sichtbarkeit von Open Data aus. Zusagen von höchster Ebene hinsichtlich der Öffnung von Daten würden das Thema noch schneller vorantreiben", so Kaltenböck.

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(futurezone) Erstellt am 27.04.2012, 09:10

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