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USA Facebook beugt sich Datenschutz-Einwänden.

Foto: ap
Das Social Network einigt sich mit der US-Verbraucherschutz-Behörde FTC auf die verpflichtende Einhaltung verschärfter Regeln und stimmt einer regelmäßigen Datenschutz-Untersuchung durch eine Drittpartei über die nächsten 20 Jahre zu.

Das soziale Netzwerk Facebook hat sich mit der US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) in einer Untersuchung über Datenschutz-Verstöße geeinigt. Die Behörde erklärte am Dienstag, das US-Unternehmen habe seine Nutzer in der Vergangenheit in die Irre geführt. Davon müsse es nun absehen und sich 20 Jahre lang unabhängigen Prüfungen seiner Datenschutz-Politik unterwerfen. Zudem muss sich Facebook die Zustimmung seiner Nutzer einholen, bevor der Umgang mit ihren persönlichen Daten geändert wird. In einem Blog-Posting erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg, er werde das Netzwerk zur Nummer Eins bei Transparenz und Datenschutz machen. Zudem würden zwei neue Manager für den Privatsphären-Schutz eingestellt.

Anklage in acht Punkten
Die FTC klagte Facebook im Detail in acht Punkten an. Unter anderem wurde dem Social Network vorgeworfen, seinen Nutzern gegenüber behauptet zu haben, dass Apps von Drittanbietern nur Zugang zu Daten erhielten, die sie tatsächlich benötigten. Stattdessen erhielten die Apps Zugang zu fast allen Daten einer Person, auch solche, die sie nicht zum Betrieb benötigten. Facebook behauptete zudem, persönliche Informationen nicht mit Werbetreibenden zu teilen, tat dies aber. Ein weiterer Punkt in der Anklageliste bezieht sich auf die Zugänglichkeit zu Fotos und Videos nach dem Deaktivieren eines Benutzerkontos. Auch hier hielt das Social Network nicht, was es versprach. Im Falle des beanstandeten "Verified Apps"-Programmes hat Facebook bereits proaktiv reagiert. Das Programm sollte die Sicherheit von Facebook-Apps gewährleisten. Facebook führte aber keine tatsächliche Zertifizierung durch. Wie Mark Zuckerberg in seinem Blog-Eintrag erwähnt, wurde "Verified Apps" 2009 eingestellt.

Zukünftig wird sich Facebook an folgende fünf Regeln der FTC halten müssen:
- Fehldarstellungen über die Privatsphäre und den Datenschutz von Kunden sind verboten.
- Kunden müssen Änderungen zustimmen, die ihre Privatsphären-Einstellungen aufheben.
- Facebook muss sicherstellen, dass Nutzer-Daten inklusive Fotos und Videos maximal 30 Tage zugänglich sind, nachdem ein Nutzer sein Konto gelöscht hat.
- Facebook muss sich zum Aufbau und der Erhaltung eines Privatsphären-Programms verpflichten. Dieses soll Privatsphären-Risiken bei neuen und existierenden Diensten behandeln.
- Facebook muss innerhalb von 180 Tagen und danach alle zwei Jahre durch eine Drittpartei überprüft werden. Diese soll sicherstellen, dass den FTC-Forderungen entsprochen wird.

Zuckerberg: Beispielgebende Vereinbarung
Während die FTC explizit von einem "Ausgleich einer Anklage" spricht, zeigt sich Mark Zuckerberg in seiner Stellungnahme begeistert über eine "Vereinbarung" mit der Behörde. Diese Vereinbarung schaffe ein Rahmenwerk, das beispielgebend dafür sein soll, wie Unternehmen in den USA und in der ganzen Welt an das Thema Privatsphäre herangehen. Zuckerberg bemüht sich, zu betonen, welchen  Aufwand sein Unternehmen allerdings schon bisher geleistet hat, um seinen Nutzern eine angenehme Mitteilungs-Umgebung zu bieten. Privatsphäre sei so tief in jeder Facebook-Entwicklung eingebettet, dass zehntausende an Servern mit Zuordnungs-Prozessen beschäftigt seien. Kontrollen werden mehrere Milliarden Mal pro Tag ("literally tens of billions of times") durchgeführt. Zuckerbergs abschließende Worte: "... wir werden Sie und Ihre Informationen besser als jedes andere Unternehmen auf der Welt schützen."

Neue Datenschutzregeln auch in der EU
Auch die EU will ab 2012 neue Datenschutzregeln für das Internet verabschieden. Diese sollen unter anderem vorsehen, dass Nutzer ausdrücklich über die Verwendung ihrer Daten informiert werden und dieser zustimmen müssen (die futurezone hat berichtet).

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(futurezone, apa) Erstellt am 30.11.2011, 07:00

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