Zur mobilen Ansicht wechseln »

Social Media Faymann: 37.010 Euro jährlich für Webauftritt.

Foto: Reuters/Montage
Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) gab in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung Auskunft über die Kosten seiner Social-Media-Offensive. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf rund 37.000 Euro. Betreut werden die Kanzler-Accounts im Web von zwei Mitarbeitern des Bundespressedienstes.

"Um mit neuen Zielgruppen in Kontakt und Dialog zu treten" habe das Bundeskanzleramt eine Social-Media-Offenisive gestartet, heißt es in in der am Mittwoch auf der Parlaments-Website veröffentlichten  Anfragebeantwortung der parlamentarischen Anfrage des BZÖ zum Webauftritt des Bundeskanzlers. Dazu würden Facebook, Twitter und Website Bundeskanzler.at sowie die App "Kanzler 2.0" für iOS und Android genutzt. Die Nutzung "weiterer Netze" erscheine derzeit nicht sinnvoll, heißt es weiter.

Die laufenden, jährlichen Kosten für den Social-Media-Auftritt werden mit 37.010 Euro beziffert. Zum Start wurden laut der Anfragebeantwortung insgesamt 84.498 Euro etwa für die Implementierung oder das Design ausgegeben. Zwei der insgesamt acht Mitarbeiter des Bundespressedienstes kümmern sich um Faymanns Profile. Neue Planstellen seien hierfür nicht geschaffen worden.

Detaillierte Kosten
Die einmaligen Pauschalentgelte bei Auftragsvergabe beliefen sich auf insgesamt 84.498 Euro. 3.965 Euro davon entfielen auf die Beratung der Social Media Policy und Guidelines. 4.680 Euro wurden für Design Styleguides aufgewendet. Für die Implementierung der Anwendung wurden 54.535 Euro gezahlt, für Mobile Tagging 12.650 Euro. Die Kosten für die Integration des 3D-Rundgangs beliefen sich auf 4.668 Euro, jene des Behördenfinders vom Modul Help.gv.at auf 4.000 Euro.

Monatlich fallen für die Wartung und den Betrieb des Moduls Bundeskanzler 1.640 Euro an, jährlich sind das 19.680 Euro. Für den Betrieb der Anwendung Help.gv.at sind es monatlich 240 Euro (jährlich 2.880 Euro). Das jährliche Pauschalentgelt für das Projektmanagement kommt auf 14.450 Euro. Die jährlich laufenden Kosten betragen somit insgesamt 37.010 Euro.

Die Zahlen decken sich nicht ganz mit denen, die der Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) im Budgetausschuss des Nationalrats bekanntgegeben hatte. Anfang November sagte Ostermayer, dass die Entwicklung des Social-Media-Auftritts von Faymann 98.000 Euro gekostet habe und die laufenden monatlichen Kosten bei 1.880 Euro liegen würden.

Exakte Dienstzeiten
Laut Kanzleramt betreuen zwei Mitarbeiter des Bundespressedienstes Website, App, Facebook und Twitter. An Wochentagen (Montag bis Freitag) versieht jeweils eine Person von 8.00 bis 15.00 Uhr bzw. von 15.00 bis 22.00 Uhr Dienst. An Wochenenden und Feiertagen ist ein Mitarbeiter von 10.00 bis 18.00 Uhr tätig. An Wochentagen ist zwischen 9.00 und 17.00 Uhr zusätzlich ein Chef vom Dienst im Einsatz. Eine Vorgabe für die Anzahl von Tweets gibt es nicht.

Keine aktuellen Tweets
Der letzte Tweet auf Faymanns Twitteraccount stammt vom 22. November. Auf Facebook ist er hingegen tagesaktuell und berichtete zuletzt über das Arbeitsgespräch mit Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) am Dienstag - und über den Besuch der Sternsinger. Für seine persönlichen Postings auf Facebook verwendet der Kanzler ein iPad 2, heißt es.

Zugkräftige Satire
Der Satire-Account „Werner Failmann“ ist dem Bundeskanzleramt zwar bekannt, doch nicht, wer sich dahinter verbirgt: „Dies zu erforschen gehört auch nicht zu den Aufgaben des Bundeskanzleramtes.“ Dass dieser Account zahlreiche Leser verzeichnet, „liegt in der Natur der Sache“, zumal satirisch-kritische Seiten bei einzelnen Zielgruppen höhere Attraktivität aufweisen, als Sachinfo dies tue.

Vorwürfe zur Auftragsvergabe "nicht nachvollziehbar"
Vorwürfe in Zusammenhang mit der Auftragsvergabe für den Kanzler-Auftritt im Web seien „nicht nachvollziehbar“, das Vorgehen habe dem Bundesvergabegesetz entsprochen. Der Social Media-Auftritt sei jedenfalls für Information über Faymanns Funktion als Bundeskanzler vorgesehen. „Parteipolitische Aspekte, wie etwa Parteiveranstaltungen werden grundsätzlich nicht thematisiert“, hieß es.

Mehr zum Thema

(apa, futurezone) Erstellt am 28.12.2011, 12:00

Kommentare ()

Ihr Kommentar Kommentare aktualisieren
Bitte Javascript aktivieren!