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Social Media Faymann im Netz: Kanzlerteam rechtfertigt sich.

Foto: Screenshot
Das viel kritisierte „Social Media“-Team des Kanzleramts erklärt sich. In einer via Facebook und der Website des Bundeskanzlers verbreiteten Botschaft werden die Kosten für das Projekt relativiert und der schwierige Kampf gegen Fake-Fans beschrieben.

Gleich zu Beginn der auf Faymanns Facebook-Seite und der Website des Bundeskanzlers veröffentlichten Erklärung wird vom Kanzlerteam eingestanden, vor dem Einstieg in die sozialen Netzwerke „zu hohe Erwartungen geweckt“ und auch im täglichen Betrieb Fehler begangen zu haben. Zu „Gerüchten“, dass der „Facebook-Auftritt“ des Bundeskanzlers 100.000 oder gar 200.000 Euro gekostet hätte, stellt man klar, dass diese Summen falsch seien. Die Vorbereitungen für den Facebook-Auftritt hätten 5.720 Euro benötigt. „Zusätzlich könnte man noch Teile der Kosten für die Social Media Policy und Guidelines von 3.965 Euro in diesen Betrag hinzurechnen“, spricht das Kanzlerteam von handelsüblichen Preisen.

Die anderen Kosten seien für App-Programmierung - das Kanzler-App für iPhone und Android wird mit immerhin mehr als 46.000 Euro angeführt - und Content Management System (CMS) angefallen. Gesamt würden für das heurige Jahr Aufwendungen in der Höhe von 103.763 Euro erwartet. Zum neunköpfigen Team wird festgehalten, dass nur dessen Leiterin Angelika Feigl und ein weiterer Mitarbeiter zu 100 Prozent mit den Netzaktivitäten beschäftigt seien. Die übrigen sieben Team-Mitglieder verwendeten nur zehn bis 70 Prozent ihrer Arbeitszeit darauf.

"Anzahl der Fans für uns irrelevant"

„Die Anzahl der Fans war und ist für uns irrelevant“, wurde in dem am Montag geposteten Beitrag versichert. Schon ans Aufgeben denkt das Kanzlerteam offenbar, wenn es um zugekaufte Freunde geht: „Wir haben uns redlich bemüht und in den vergangenen Tagen über 3.000 dieser offensichtlichen Fake-Profile für die Seite gesperrt. Bis auf Weiteres werden wir jedoch nicht mehr unsere Energie darauf verwenden, diese unmittelbar zu blockieren.“

Denn das Phänomen „spendierter Freunde“, wo Unbekannte fremde Seiten Fans kaufen, sei neu. Daher gebe es auch keinerlei Filter, um das zu vermeiden: „Sollte das Schule machen, sind die Auswirkungen auf den Social Media Bereich vermutlich noch gar nicht absehbar“, schreibt das Kanzlerteam. Der Kanzler gibt übrigens seit neuestem auch Einträge in der Ich-Form ab - Premiere war die Zusammenfassung eines Treffens mit der frisch gebackenen dänischen Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt vergangene Woche.

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(apa) Erstellt am 28.11.2011, 14:00

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