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Ermittlungen FBI betrieb zwei Wochen lang weltgrößte Kinderpornoseite.

Den Ermittlern gelang ein großer Schlag gegen Kinderpornografie, doch nun muss man sich Kritik an den Methoden gefallen lassen
Den Ermittlern gelang ein großer Schlag gegen Kinderpornografie, doch nun muss man sich Kritik an den Methoden gefallen lassen - Foto: dpa/Peter Förster
Das FBI konnte 2015 die Server der größten Kinderpornoseite der Welt ausforschen. Doch statt sie vom Netz zu nehmen, wurde die Seite zwei Wochen lang online gelassen.

Die US-Bundespolizei FBI hat für fast zwei Wochen lang die angeblich größte Kinderpornoseite der Welt betrieben. Das berichtet die Tageszeitung USA Today. Demnach haben die Behörden bereits Anfang 2015 den Standort der Server der Plattform "Playpen" herausgefunden, die sie anschließend beschlagnahmten. Anstatt diese jedoch vom Netz zu nehmen, wurde die Kontrolle über die Server übernommen und diese noch zumindest 13 Tage lang weiter betrieben.

137 Anzeigen

Die Plattform, die mehr als 215.000 registrierte Nutzer sowie Links zu 23.000 kinderpornografischen Bildern und Videos zählte, wurde daraufhin mit Malware versehen, die die Nutzer ausforschen sollte. Wie viele andere Kinderpornografieplattformen wurde Playpen im Darknet gehostet. Laut dem FBI haben rund 100.000 Personen die Seite während dieser 13 Tage besucht. Dabei konnten 1.300 "echte" IP-Adressen ausgeforscht werden, die letztendlich in 137 Anzeigen resultierten. 

Damit haben FBI und US-Justizbehörde eine deutlichen Kehrtwende vollzogen. Zuvor war man bemüht, jegliche Form von Kinderpornografie so rasch wie möglich zu entfernen. Ansonsten besteht weiterhin das Risiko, dass die Inhalte heruntergeladen und mit anderen Nutzern geteilt werden. Ein Risiko, das man nun bereit ist, einzugehen. "Es gab keine andere Möglichkeit, derart viele Involvierte auszuforschen", erklärte Ron Hosko, ein ehemaliger hochrangiger FBI-Mitarbeiter, der eine ähnliche Operation vor einigen Jahren leitete.

Kritik an Methode

"Ab einem bestimmten Punkt sind die Ermittlungen der Behörden nicht mehr vom Verbrechen zu unterscheiden und das sollten wir hinterfragen", so die auf verdeckte Ermittlungen spezialisierte Rechts-Expertin Elizabeth Joh. Das war nicht das erste Mal, dass die US-Bundespolizei eine große Kinderporno-Plattform übernommen und online belassen hat. Laut USA Today sei dies in den vergangenen Jahren mindestens drei Mal vorgekommen.

(futurezone) Erstellt am 22.01.2016, 14:20

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