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Diskret GlobaLeaks geht an den Start.

Foto: Screenshot
GlobaLeaks will die erste Open-Source-Plattform für Whistleblower werden. Nicht nur Medien, sondern auch Unternehmen, Behörden und Aktivisten sollen GlobaLeaks kostenlos für eigene Zwecke verwenden können.

Die Whistleblower-Plattform GlobaLeaks ist jetzt mit einer Demo-Version an den Start gegangen. Angesichts des nach wie vor hohen juristischen Risikos, das mit der Publikation von brisantem Material für nicht-journalistische Organisationen verbunden ist, scheut GlobaLeaks vor eigenen Veröffentlichungen zurück. GlobaLeaks will wie die Plattform des Wikileaks-Dissidenten Daniel-Domscheit-Berg lediglich Vermittler sein, nicht jedoch selbst Dokumente veröffentlichen.

Frei verfügbare und offene Technik
Während Openleaks in der Testphase mit vier journalistischen Medien sowie einer zivilgesellschaftlichen Organisation zusammenarbeitet, plant Globaleaks eine Kooperation zunächst mit diversen Whistleblower-Organisationen wie etwa dem deutschen Whistleblower-Netzwerk. So soll die Kommunikation von Whistleblowern mit den Organisationen sicherer werden. Unter Umständen könnten diese dann selbst einzelne Fälle aufbereiten und präsentieren. Grundsätzlich soll die Technik jedoch jedem Interessierten zur Verfügung stehen. So könnten etwa auch Unternehmen und Behörden das System für ein internes Whistleblowing-System nutzen.

Die Technik basiert wesentlich auf der Software des Anonymisierungsdienstes TOR. Das Konzept namens TULIP (Temporary Unique Link Information Provider) will eine anonyme Kommunikation zwischen zwei Personen ermöglichen. Außerdem soll es anders als bei Wikileaks und Openleaks auch einen Rückkanal für Nachfragen sowie für Sicherheitshinweise geben. So genannte Knoten-Administratoren sollen die technische Infrastruktur ähnlich wie bei TOR zur Verfügung stellen, über die dann verschiedene Kommunikationsziele adressiert werden können.

Unterschiedliche Whistleblower-Praktiken in Unternehmen
GlobaLeaks erarbeitet zusammen mit verschiedenen Whistleblower-Organisationen auch eine Sammlung von „Best Practices“ für diejenigen, die Unterlagen erhalten. Im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung hatte das Whistleblower-Netzwerk kürzlich eine Auswertung von 32 betrieblichen Vereinbarungen und Unternehmensrichtlinien zum innerbetrieblichen Umgang mit Whistleblowing erstellt. Dabei wurde deutlich, dass immer geklärt werden muss, wer das System nutzen kann – und wie Whistleblower vor Repressalien geschützt und eine Aufklärung der angeblichen Missstände betrieben werden können.

Bislang gehen die Unternehmen dabei sehr unterschiedlich vor. Einige arbeiten rein intern, andere setzen Ombudsleute ein. Einige verwenden Whistleblowing-Systeme, die teils beschränkt, teils vielfältige Meldemöglichkeiten gewähren. Entscheidend ist, so Guido Strack vom Whistleblower-Netzwerk, dass alle Beteiligten frühzeitig einbezogen und dass die Systeme „so transparent wie nur irgend möglich ausgestaltet“.

Bislang sollen die Hinweisgebersysteme, so behaupten die Macher von Openleaks nach einer Auswertung bestehender Plattformen, nur selten Anonymitäts- und Verschlüsselungsfunktionen einsetzen, außerdem lassen sie sich von Dritten mangels eines Open-Source-Konzepts nicht überprüfen.

GlobaLeaks setzt auf vollständige Transparenz
Anders als die Technik von Openleaks ist TULIP als Open-Source-Software konzipiert. Der Entwicklungsprozess ist offen , jederzeit können neue Entwickler hinzustoßen. Auch kann die Software jederzeit auf Sicherheitslücken hin überprüft werden. Die meisten Entwickler stammen zurzeit aus Italien, andere kommen aus Ägypten, Deutschland, Frankreich, Taiwan und den USA, meldet die italienische Zeitung La Stampa.



(futurezone) Erstellt am 08.09.2011, 06:10

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