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Internet ITU: Standard für Deep Packet Inspection .

Foto: Kazper Pempel, reuters
Das Standardisierungsgremium der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) hat Ende November einen Standard für die Filter- und Überwachungstechnologie Deep Packet Inspection (DPI) beschlossen. Kritiker warnen davor, der UN-Organisation bei dem derzeit in Dubai stattfindenden Weltkonferenz zur internationalen Telekommunikation (WCIT) regulatorische Befugnisse für das Internet einzuräumen.

Noch bevor diese Woche in Dubai die Weltkonferenz zur internationalen Telekommunikation (WCIT) begann, hat das Standardisierungsgremium der UNO-Organisation ITU, ITU-T, Ende November einem Vorschlag zugestimmt, in dem technologische Anforderungen an Deep Packet Inspection (DPI) formuliert werden, berichtet Techdirt unter Verweis auf ein Blog-Posting des Center for Democracy & Technology. Mittels Deep Packet Inspection, mit der der Netzverkehr durchleuchtet werden kann, könne tief in die Privatsphäre von Internet-Nutzern eingegriffen werden, warnte die US-Nonprofit-Organisation, die für ein freies und offenes Internet eintritt.

Datenschutzfragen ausgeblendet
Der von dem Gremium abgesegnete Standard blende Datenschutzfragen vollkommen aus, kritisiert die Organisation. In der Empfehlung werde sogar die Entschlüsselung von verschlüsselten Inhalten gefordert, so die Mittel dazu vorhanden sind. Zwar sei nicht klar, wie Internet-Anbieter in die Hände solcher Schlüssel kommen könnten. Alleine das Ansinnen der Entschlüsselung der von Nutzern verbreiteten Inhalte widerspreche jedoch den meisten Gesetzen und Normen zum Schutz der Privatsphäre.

Keine Transparenz
Im Gegensatz zur gängigen Praxis globaler Standardisierungsorganisationen habe die ITU-T den Standard hinter verschlossenen Türen abgesegnet, ist in dem Blog-Posting weiter zu lesen. Öffentlich einsehbare Entwürfe zu dem "Requirements for Deep Packet Inspection in Next Generation Networks" oder "Y.2770" betitelten Standardisierungsvorschlag habe es nicht gegeben.

Das Center for Democracy & Internet warnt davor, der ITU und ihren Gremien, Kontrollmöglichkeiten in Bezug auf das Internet einzuräumen, denn damit könnte eine Verpflichtung zur Umsetzung solcher Standards einhergehen. Dafür hatte sich unter anderem Russland ausgesprochen. Die Standardisierungsempfehlung der ITU-T sei jedenfalls ein schlagkräftiges Argument gegen regulatorische Befugnisse für die UN-Organisation in Bezug auf Cybersicherheit und das Internet, so die Nonprofit-Organisation.

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(futurezone) Erstellt am 05.12.2012, 10:00

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