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Überwachung

NSA sammelt täglich fünf Milliarden Handy-Standortdaten

Der US-Geheimdienst überwache außerhalb der USA Hunderte Millionen Mobiltelefone, um die Bewegungen ihrer Besitzer verfolgen zu können, schrieb die „Washington Post“ am Mittwoch unter Berufung auf NSA-Geheimpapiere aus dem Fundus des Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden und Interviews mit Regierungsbeamten. Die NSA könne mit den Daten Bewegungsprofile von Menschen in einer Weise erstellen, die „früher unvorstellbar“ gewesen wäre, so die Zeitung. Auch die Begegnung der Zielpersonen mit anderen Menschen könnten bei Bedarf offengelegt werden. Nur ein kleiner Teil der Daten werde aber tatsächlich ausgewertet.

27 Terabyte Daten täglich

Überwacht werden laut der „Washington Post“ Knotenpunkte von mobilen Netzwerken. Der Geheimdienst greift laut der Zeitung auch auf Roaming-Datenbanken zu. Täglich kommen auf diese Art rund 27 Terabyte an Daten zusammen. Eine Menge, die laut einem internen Briefing der NSA aus dem Jahr 2012, die Kapazitäten des Geheimdienstes an ihre Grenzen brachte und eine Systemumstellung erforderte.

Bei der Auswertung der Daten kommt laut der „Washington Post“ ein Programm namens Co-Traveller zum zum Einsatz. Dabei würden auch verdächtige Verhaltensweisen bemerkt, schreibt die Zeitung. Wenn etwa Telefone nur so lange eingeschaltet würden, um kurze Gespräche zu führen, würden sie für eine genauere Überprüfung vorgemerkt.

„Rechtmäßig“

Behörden betonten gegenüber der Zeitung, dass das Programm zur Sammlung von Ortungsdaten rechtmäßig sei. Die NSA nimmt den Angaben zufolge US-Bürger nicht gezielt ins Visier, allerdings sammle der Geheimdienst als Nebenprodukt der Massenüberwachung auch in bedeutendem Umfang Daten von US-Mobiltelefonen.

Seit Juni brachten Snowden-Dokumente eine Reihe von Spähaktivitäten der NSA und verbündeter Geheimdienste ans Licht. So überwachte die NSA offenbar nicht nur massenhaft E-Mails und Telefonate von Menschen rund um die Welt, sondern bespitzelte auch Spitzenpolitiker aus befreundeten Staaten.

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