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PRISM Geheimdienste spionieren mithilfe von Angry Birds.

Angry Birds zählt zu den "undichten" Apps, wie geheime Dokumente belegen
Angry Birds zählt zu den "undichten" Apps, wie geheime Dokumente belegen - Foto: REUTERS
Laut der New York Times greifen die Geheimdienste der USA und Großbritannien auf Personen- und Standort-Daten zu, die von populären Apps wie etwa Angry Birds gesammelt werden.

Die US-amerikanische National Security Agency (NSA) und das britische Government Communications Headquarters (GCHQ) sollen Daten genutzt haben, die Apps sammeln und an globale Netzwerke übermitteln. Konkret beschreibt der britische Geheimdienst, wie Nutzerdaten aus Angry Birds extrahiert werden können, ein Spiel, das weltweit rund 1,7 Milliarden Mal heruntergeladen wurde.

So sollen etwa persönliche Angaben zu Standort, Alter und Geschlecht gesammelt worden sein. Das geht aus Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden hervor, die nun von der New York Times, dem Guardian sowie ProPublica veröffentlicht worden sind.

"Perfektes Szenario"

Neben „undichten“ Apps wie Angry Birds haben die Geheimdienste auch Wege gefunden, Standortdaten von Google Maps oder andere persönliche Angaben über die mobilen Apps von Facebook, Flickr, LinkedIn, Twitter und anderen Diensten zu sammeln. Ein Foto, das ein Nutzer zu einem Social-Media-Dienst höchlädt, werde in den geheimen Dokumenten etwa als „perfektes Szenario“ zum Sammeln von Informationen bewertet.

Wie viele User so tatsächlich ausspioniert wurden sind, ist unklar. Den Aufzeichnungen zufolge startete die Zusammenarbeit der Geheimdienste bereits im Jahr 2007.

Datenhungrige Apps

Dass vor allem kostenlose Apps nebenbei viele Daten über Nutzer erheben, ist schon lange ein Thema. Als klassisches Beispiel gilt eine Anwendung, die den Smartphone-Blitz als Taschenlampe leuchten ließ - und nebenbei Informationen wie den aktuellen Ort und die Identifikationsnummer des Geräts abgriff. Die Android-App war mindestens 50 Millionen Mal heruntergeladen worden. Solchen datenhungrigen Anwendungen werden zunehmend Riegel vorgeschoben.

Aber viele Apps sammeln die Daten auch mit ausdrücklichem Einverständnis der Nutzer, zum Beispiel die von sozialen Netzwerken oder Kartendiensten. Die Geheimdienste hätten unter anderem gemeinsam daran gearbeitet, Ortsinformationen abzugreifen, wenn eine Zielperson Google-Karten nutze - oder an Adressbücher heranzukommen, wenn jemand Apps von Online-Netzwerken einsetze.

(futurezone/dpa) Erstellt am 27.01.2014, 20:05

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