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Information Open Government Data Konferenz zieht Bilanz.

Foto: Stefan Kasberger
Im Wissensturm in Linz wurde bei der Open Government Data Konferenz 2012 über Transparenz, Politik, Datenjournalismus, Verwaltung und natürlich offene Daten diskutiert. Eingeladen von der Open Commons Region Linz kamen über 120 Teilnehmer zur zweiten Open Government Data Konferenz, die vom Open Knowledge Forum Österreich organisiert wurde. Gemeinsam blickte die Community aus Öterreich, der Schweiz und Deutschland auf das letzte Jahr zurück und wagte einen Blick nach vorne.

Für die österreichische Open Government Data Community liegt ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Mehrere Portale wurden online gestellt (Linz, Wien, Graz, Land Tirol, Land Vorarlberg, Bundesportal) und zur Zeit kommen fast wöchentlich neue Daten und Portale hinzu. Johann Mittheisz von der Stadt Wien machte die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Gruppen als Erfolgsfaktor fest. In der Schweiz und in Deutschland ist die Öffnung des Staates und der Verwaltung, was als Open Government Data bezeichnet wird, noch etwas hinten an. Offene Daten aus dem privaten Sektor (Open Data) sind noch in allen drei Ländern unbekanntes Terrain, etwas das in Amerika schon viel weiter ist.

Die niedrig hängenden Früchte wurden geerntet
Auf den neuen Open Data Portalen wurden hauptsächlich bereits bestehende oder freigegebene Daten geöffnet, was als „low hanging fruits"-Strategie bezeichnet wird. Das sind im konkreten Points of Interests, einige tolle Geodatenservices (WMS), demographische Daten sowie Gemeinderatsprotokolle, Veranstaltungen und einiges mehr. So stehen bereits mehr als 300 Datensätze auf dem Bundesportal, welches alle offenen Verwaltungs-Daten in Österreich versammelt, zur Verfügung - alle unter der freien Creative Commons Namensnennung (CC by)-Lizenz.

Der Hunger ist noch lange nicht gestillt
Die Open Data Bewegung hat Appetit bekommen und viele Bereiche und Daten fehlen noch. Einige sollen noch in diesem Jahr kommen, aber so manche brisante Information, wie die Offenlegung der Parteienförderungen oder Subventionen, wurden noch nicht angekündigt. Hier hackt es aber an den rechtlichen Rahmenbedingungen. Ebenfalls fehlen aus den Bereichen Wirtschaft, Energie und Verkehr noch Daten. Viele davon liegen an unterschiedlichen Orten verteilt, mitunter bei staatlichen Institutionen wie bei der Statistik Austria oder der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) - leider nicht frei zugänglich, was Schade ist.

Die dunkle Seite von Daten
In seiner Abschluss Keynote wies Lorentz Matzat (@lorz) auf die dunklen Seiten von Daten hin und brachte so eine gegensätzliche Perspektive zur motivierenden Opening Keynote von Ton Zijlstra zu Beginn an. Selbstkritische und selbstreflexive Gedanken sind besonders wichtig auf Konferenzen. So wies er auf die vermehrte Überwachung der Bürger mittels Drohnen, Videokameras, Sammlung von Internet- und Telefondaten von Bürger durch den Staat hin. Daneben sammeln Unternehmen im Internet immense Mengen an Daten zusammen, verwerten sie  und geben diese weiter. Dem gegenüber stellte er das fehlende Bewusstsein

bei den Menschen für diese Themen sowie das Fehlen von offenen Daten, die eine Kontrolle der Politik und Wirtschaft ermöglichen.

Die Zukunft ist offen
Über den Tag hinweg haben sich einige Punkte als wichtige nächste Schritte aufgetan. Dazu eine kurze Auflistung

Kontinuierliche Betreuung der Open Data Projekte:
Es brauchte eine fixe Verantwortung innerhalb der Verwaltung, die sich um die Zukunft der jeweiligen Portale kümmert, so dass diese auch in Zukunft lebendig bleiben. Dazu muss aber auch von der Öffentlichkeit her signalisiert werden, dass Interesse an den Informationen besteht und diese auch genutzt werden.

Einbindung der Gesellschaft:
Die meisten Österreicher haben von Open Data noch nie etwas gehört und können somit auch nicht am Diskurs darüber teilnehmen und die Anliegen unterstützen, was für alle ein Problem darstellt. Um dies zu ändern muss die Nutzung von den Daten an die gesamte Gesellschaft kommuniziert werden. Vor allem muss dabei das Wissen, wie die Daten genutzt werden können weiter gegeben werden.

Neue Daten einfordern:
Auf der Daten-Wunschliste ganz oben stehen die Bereiche Energie, Wirtschaft, Verkehr, Gesundheit, Wissenschaft und Umwelt, aber auch Daten von Unternehmen, aus Universitäten oder Museen. Dadurch könnten auch die Organisationen einige Vorteile ziehen.

Hack Days:
Und nicht zuletzt, es braucht mehr Hack Days, den dort treffen sich die Leute und setzen Projekte um. Etwas, das wir mit unseren Free and Open Hack Sessions weiterhin gerne machen.

Als kleines Abschiedsgeschenk für die Community gab es am Ende noch ein neues Open Data Portal des Umweltbundesamt: data.umweltbundesamt.at

(futurezone/Stefan Kasberger) Erstellt am 05.07.2012, 06:00

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