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Microblogging "Reporter ohne Grenzen" kritisiert Twitter.

Foto: Reporter ohne Grenzen
In einem offenen Brief kritisiert die NGO die geplanten Zensurmaßnahmen des Microblogging-Dienstes und mahnt, die Entscheidung zu überdenken.

In dem Schreiben, das an Twitter-Gründer Jack Dorsey gerichtet ist, drückt "Reporter ohne Grenzen" (ROG) "große Besorgnis" über die geplanten nationalen Filter für Tweets aus (die futurezone berichtete). So heißt es: "Wir mahnen Sie, diese Entscheidung zurückzunehmen. Sie schränkt Freiheiten ein und widerspricht Bewegungen, die sich etwa im Rahmen des Arabischen Frühlings gegen Zensur einsetzen. Twitter raubt Cyber-Dissidenten in repressiven Ländern ein äußert wichtiges Werkzeug für Information und Organisation.“ Unterzeichnet wurde der Brief von ROG-Direktor Olivier Basille.

Twitters Vorhaben, bei "gültigen und verhältnismäßigen" Anfragen von Behörden, den Zugang zu gewissen Tweets zu sperren, sei auch viel zu vage formuliert und öffne Tür und Tor für Missbrauch. ROG fragt, ob etwa wie im Fall von China, schon ein Telefonanruf einer Behörde reiche, um Inhalte zu sperren.

Es stelle sich auch die Frage, ob Accounts von Dissidenten auf Anfrage von Nationen einfach geblockt werden, wie es etwa in Syrien der Fall sein könnte und ob etwa auch der Twitter-Account von ROG in bestimmten Ländern gesperrt werden könnte. In dem Schreiben vermutet die Organisation weiter, dass Twitters Entscheidung damit zusammenhänge, dass der Microblogging-Dienst endlich auch in China Fuß fassen will. Offiziell ist Twitter dort derzeit noch gesperrt. Frei zugänglich ist nur die ähnliche Plattform Sina Weibo, die mit den Behörden zusammenarbeitet.

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(futurezone) Erstellt am 29.01.2012, 12:00

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