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Anti-Pirateriegesetze SOPA: US-Filmindustrie droht Politikern.

Foto: Eugene Hoshiko, ap
Chris Dodd, Vorsitzender des US-Filmindustrieverbandes MPAA hat US-Politikern vor dem vorläufigen Stopp der geplanten Anti-Pirateriegesetzen "Stop Online Piracy Act" (SOPA) und "Protect IP Act" (PIPA) mit dem Entzug von Wahlkampfspenden gedroht.

Der US-Filmindustrieverband Motion Picture Association of America (MPAA) gilt als eine der treibenden Kräfte hinter den geplanten US-Antipirateriegesetzen SOPA und PIPA. Über den vorläufigen Stopp der Gesetzesentwürfe im US-Kongress- und -Senat nach Protesten in der vergangenen Woche ist die Lobbyistentruppe der Filmindustrie naturgemäß wenig erfreut. MPAA-Vorsitzender Chris Dodd soll laut dem US-Polit-Magazin The Hill gegenüber dem TV-Sender Fox bereits am Donnerstag unverhohlene Drohungen gegen US-Politiker ausgesprochen haben.

"Jene Politiker, die auf die Unterstützung `Hollywoods` zählen, wenn ihr Job in Gefahr ist, sollten sich bewusst sein, dass die Filmindustrie sehr genau darauf achtet, was sie für `Hollywood` tun, wenn dort Jobs in Gefahr sind", wird Dodd zitiert. "Fragen Sie mich also nicht um Unterstützung, wenn Sie unseren Anliegen keine Aufmerksamkeit schenken."

Scharfe Kritik
Dodds Statement wurde von Beobachtern scharf kritisiert. Der US-Filmindustrieverband scheine nicht zu verstehen, wie Wahlkampfspenden an Politiker funktionieren, kommentierte das Branchenmagazin Cinemablend. Wahlkampfspenden seien keine Bestechungsgelder. Die US-Bürgerrechtsbewegung Public Knowledge sagte gegenüber "The Hill", solche Drohungen würden nicht dazu beitragen, Lösungen für die Probleme der Filmindustrie zu finden.

"Unglaublich dumm"
Dodds Äußerungen seien "unglaublich dumm", hieß es bei Techdirt. Die Proteste der vergangenen Woche hätten sich neben den Inhalten der umstrittenen Gesetze auch gegen die Art und Weise gewandt, wie große Industrien sich in den USA Politiker und Gesetze "kaufen" würden. Das auch noch explizit auszusprechen, trage sicherlich nicht dazu bei, die öffentliche Meinung für sich zu gewinnen.

Auf Eis
Die US-Anti-Pirateriegesetze liegen vorerst auf Eis. Am Freitag verschoben beide Kammern des US-Kongresses geplante Vorabstimmungen über die Gesetzesenwürfe. Zuvor hatten am Mittwoch zahlreiche Websites, darunter die Online-Enzyklopädie Wikipedia, mit einem "Blackout-Day" gegen die geplanten Maßnahmen protestiert, die nach Meinung von Kritikern das freie und offene Netz gefährden.

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(futurezone) Erstellt am 22.01.2012, 10:00

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