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Open Data Wiener Linien testen Datenfreigabe.

Foto: Wiener Linien
Bei einem Create Camp der Wiener Linien testeten rund 40 Entwickler am Wochenende Anwendungen mit ausgewählten Echtzeitdaten der städtischen Verkehrsbetriebe. Insgesamt wurden 14 Projekte - darunter Fahrplan-Apps und Störungsinfos - vorgestellt.

"Es war sein sehr produktives Wochenende", sagt Robert Harm von Verein Open3, der gemeinsam mit den Wiener Linien das Create Camp "Verkehr" veranstaltete. Die Wiener Linien stellten  Entwicklern über eine neue Plattform erstmals ausgewählte Echtzeitdaten zur Verfügung. Die Daten kamen in insgesamt 14 Projektideen und Prototypen zum Einsatz, die vielfältige Anwendungsmöglichkeiten der Daten der öffentlichen Verkehrsbetriebe aufzeigen.

Von Fahrplan-Apps und Störungsinfos ...
Wann öffentliche Verkehrsmittel in der Nähe der Nutzer abfahren samt der Dauer des Gehweges zeigt etwa die Smartphone-App "Wann". Die Anwendung "InGo" ist für Lokale konzipiert, die ihre Besucher über aktuelle Abfahrtszeiten von Bim, Bus und U-Bahn informieren wollen. "Up Down Vienna" informiert in Echtzeit über Aufzugsstörungen der Wiener Linien und "Wien fährt" visualiert nach dem Vorbild der Linzer Anwendung "Linz fährt" die Positionen von Zügen der Wiener U-Bahnlinien.

... bis zur Immobiliensuche und Qualitätskontrolle
Welche Bereiche der Stadt von einem gegebenen Standpunkt aus innerhalb von 15, 30 oder 45 Minuten erreichbar sind, will das Projekt "Erreichbarkarte" zeigen. Daneben wurden unter anderem eine Integration von Fahrplandaten in die Immobiliensuche sowie eine Qualitätskontrolle für die Wiener Linien, die Abweichungen vom Fahrplanbetrieb dokumentiert, vorgestellt. Unter createcamp.at wurden sämtliche Projekte, Ideen und Prototypen des Testwochenendes dokumentiert.

Zwei, davon die Fahrplan-App "Wann",  und "Up Down Vienna", wären bereits einsatzbereit, wenn die Wiener Linien ihre Daten tatsächlich freien Entwicklern zur Verfügung stellen würden. Gefordert wird dies seit Jahren. Bislang jedoch erfolglos, obwohl die Stadt Wien im Rahmen ihrer im Mai 2011 gestarteten Open-Data-Initiative bei der Freigabe öffentlicher Daten eine Vorreiterrolle in Österreich einnimmt.  Fahrplan- und Echtzeitdaten der Wiener Linien kommen ausschließlich bei der von dem Unternehmen in Auftrag geggebenen App qando zum Einsatz. Wann und unter welchen Bedingungen sie auch freien Entwicklern zur Verfügung stehen werden, bleibt weiter offen.

Nächste Schritte in Richtung Open Data
"Wir werden die Ergebnisse des Create Camps analysieren und damit die nächsten Schritte hinsichtlich Open Data evaluieren", wird Stefan Kriz, der Open-Data-Beauftragte der Wiener Linien in einer Aussendung vom Montag zitiert. Wiener-Linien-Sprecher Dominik Gries sieht in dem Create Camp einen wichtigen Zwischenschritt. Der Austausch mit der Open-Data-Community sei sehr gut verlaufen: “Es war ein schöner, gegenseitiger Befruchtungsprozess.”

Robert Harm vom Create-Camp-Mitveranstalter Open3 hofft jedenfalls, dass die Verkehrsbetriebe ihre Echtzeitdaten bald freigeben werden. "Beim Create Camp wurden allein an einem Wochenende 14 Projekte präsentiert. Wenn man diese Prozesse aufmacht, könnten daraus zahlreiche neue Services für Fahrgäste hevorgehen", sagt Harm: "Ich hoffe, dass auch Skeptiker sehen, dass aus Open Data tolle Sachen entstehen."

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(futurezone) Erstellt am 14.01.2013, 15:05

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